IGI UrbanMapper-2P: Mehr Pixel bei schnellerer Fluggeschwindigkeit

IGI beflog unter anderem die Stadt Münster mit einem UrbanMapper-2P, ausgestattet mit 150-Millimeter-Objektiven aus 800 Metern Flughöhe. Dabei erreichte das System eine Bodenauflösung von 2 Zentimetern über Grund (GSD). Foto: IGI mbH

Als IGI aus Kreuztal vor etwa vier Jahren erstmals die Multiperspektivkamera UrbanMapper auf den Markt brachte, stellte dies eine wirkliche Innovation dar. Erstmals wurde ein Kamerasystem präsentiert, das gleichzeitig sowohl großformatige Nadir RGBI 4-Kanalbilder als auch Schrägluftbil-der simultan aufzeichnet. Somit konnten alle Ausgangsdaten für verschiedene 3D-Datenprodukte in nur einem Flug mit einem einzigen Kamerasystem erzeugt werden.

Im Jahr 2018 wurde der IGI UrbanMapper-2 vorgestellt. Nun hat die IGI mbH einen Nachfolger für das erfolgreiche System entwickelt. Der UrbanMapper-2P – das „P“ steht hier für Performance – ist eine Weiterentwicklung des UrbanMapper-2 und bietet einen RGBI-Footprint von 34.500 mal 14.100 Pixeln. „Im Vergleich zum UrbanMapper-2 ist dies nochmal eine zehnprozentige Performancesteigerung und sogar rund 30 Prozent mehr im Vergleich zum ursprünglichen UrbanMapper der ersten Generation aus dem Jahr 2016“, berichtet Philipp Grimm, Geschäftsführer bei dem System-Integrationsspezialisten IGI.

Modulares System

Der IGI UrbanMapper-2P ist als modulares System aufgebaut. Auf diese Weise kann der UrbanMapper-2P beispielsweise als Großformatkamera (DigiCAM-450) bestellt und zu einem späteren Zeitpunkt mit den Schrägbildsensoren erweitert werden. „Durch die sehr gute Bildwiederholungsrate unterstützt das neue IGI-System hohe Fluggeschwindigkeiten zur Aufnahme der Bilddaten für 3D-Stadtmodelle, die eine hohe Vorwärtsüberlappung erfordern. Unsere Kunden können somit schneller Fliegen als bisher und sparen dadruch Zeit und Geld“, beschreibt Grimm.

Der IGI UrbanMapper-2P ist modular aufgebaut und erfasst Schrägbilder. Foto: IGI mbH

Für die Anwender interessant dürfte auch die Möglichkeit sein, die Luftbildkamera mit verschiedenen Objektiven auszustatten, um individuell auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. IGI bietet insgesamt drei verschiedene Objektivvarianten an: ein 90-Millimeter Objektiv, ein 110-Millimeter Objektiv sowie ein 150-Millimeter Objektiv. „Auf diese Weise kann eine Konfiguration auf die verschiedenen Flugbedingungen der Kunden angepasst werden“, so Grimm. „Wir haben in der Branche zudem den Trend festgestellt, dass bei Auflösung der Schrägluftbilder im Vergleich zur Auflösung der Senkrechtbilder höhere Anforderungen gestellt werden. Diesem Trend haben wir mit der Objektiv-Wahlmöglichkeit Rechnung getragen. Die Standardkonstellation von 90/110 Millimetern (Senkrecht/Schrägbild) hat sich jedoch in der Praxis für Flughöhen von 300 bis etwa 1.800 Meter bewährt und etabliert.“

In diesen Flughöhen erreiche der UrbanMapper-2P, so Grimm weiter, Auflösungen von einem Zentimeter bis 7,5 Zentimeter (GSD). Für Regionen mit besonderen Einschränkungen bei der Flugplanung, etwa Flughäfen oder Großstädte, empfiehlt das auf die Systemintegration spezialisierte Unternehmen hingegen eine Objektivbrennweite von 150 Millimetern. „Auch hiermit können Bilder ab 1 Zentimeter (GSD) aufgenommen werden“, berichtet der Geschäftsführer. Zudem über-zeuge die 150-Millimeter-Variante durch ein kleineres Gehäuse, wodurch das Kamerasystem auch für Flugzeuge interessant wird, die nur ein kleines Bodenloch haben.

Weiterentwicklung durch KI

Mit Blick auf die eingesetzte IGI-Software ist darüber hinaus geplant, in Zukunft in den neusten Software-Produkten auch eine automatische Objektdetektion mittels Künstlicher Intelligenz (KI) zu implementieren. „Die KI könnte dann beispielsweise mit einem Kataster gekoppelt sein, um ein automatisch generiertes 3D-Kataster zu ermöglichen“, erklärt der IGI-Geschäftsführer. Auch arbeitet das Unternehmen derzeit mit mehreren Softwarehäusern zusammen. Der vollständige Workflow für die automatische Generierung von True-Orthophotos, DSM, 3D-Punktwolke und/oder 3D-Mesh ist somit gewährleistet.

Die Resonanz für den UrbanMapper-2P aus dem Markt ist laut Grimm bis dato durchweg positiv ausgefallen. „Bisher fliegt bereits ein neues UrbanMapper-2P-System in Russland. Damit wurde erst in diesem Sommer die Hauptstadt Moskau in 3D erfasst“, so der IGI-Geschäftsführer. „Derzeit bauen wir außerdem zwei neue Systeme für Kunden in Europa auf und es sind bereits drei weitere Systeme in unserer Produktion eingeplant. Bislang haben wir sehr gutes Feedback für unsere Lösung bekommen.“ (jr)

www.igi-systems.com