Impfbereitschaft

Neue Geo-basierte Erhebungsmethode von infas360 bringt regionale Erkenntnisse

Das Unternehmen infas360 aus Bonn hat eine Erhebung zur Impfbereitschaft in Deutschland durchgeführt. Dabei wurden zwei Befragungsmethoden auf neuartige Art und Weise kombiniert. Besonderheit dabei ist, dass die Daten regionalisiert erfasst wurden. „Die Daten sind elementar für die Strategie und Planung im Kampf gegen Corona“, so Michael Herter, Geschäftsführer der infas360 aus Bonn.

Die Daten wurden im Rahmen des CASA Monitors aufgenommen, die eine quartalsweise Befragung von jeweils 10.000 Personen zu Konsumverhalten und Einstellungen erfassen. Das Online-Access-Panel ist als Multi-Client-Studie angelegt und liefert kundenspezifische, absatzrelevante Informationen über Märkte und Produkte.

Wie hoch ist die Impfbereitschaft in Deutschland? Das will die infas360 in einer Befragung herausfinden. Foto: picture alliance / AA | Anton Raharjo

Besonderheit ist ein sofort implementiertes Datenerhebungs- und -auswertungsverfahren, das infas360 als Smart-Research bezeichnet. Es ist mikrogeographisch und kann die Befragungsergebnisse daher feinräumig lokalisieren. So werden nicht nur ein Kaufinteresse in den jeweiligen Stadtgebieten, Gemeinden oder PLZ5-Gebieten unterschiedlich dargestellt, sondern auch die Impfbereitschaft.

In der letzten Befragungswelle, die im August und September 2020 erfolgte, hat das Bonner Unternehmen als Vorstudie erstmals auch nach der Impfbereitschaft gefragt: „Würden Sie sich impfen lassen, wenn es einen Impfstopf gegen Corona gäbe“, die damals 22% verneinten. Die 10.550 Reagierer zeigten dabei deutliche regionale Schwerpunkte.

Auf Basis der Befragung konnte infas360 eine Deutschlandkarte mit der Impfbereitschaft erstellen. Foto: infas360

Bei der bisher durchgeführten Befragung handelt es sich als Online-Access-Panel um ein sogenanntes Non-Probability-Sample, also eine Erhebung, deren quantitativer Umfang zu klein ist, um einfache Hochrechnungen (etwa mit Hilfe von Wahrscheinlichkeiten) durchzuführen, dafür aber höhere Ansprüche an die Datenauswertung hat. Das Unternehmen hat aber trotzdem, voraussichtlich vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungsdynamik der Corona-Krise, erste Analysen durchgeführt. „Die Verzerrungen sind zwar bekannt, wurden aber bisher aus Zeit-Kostengründen nicht entsprechend rechnerisch behandelt“, meldet das Unternehmen auf der eigenen Webseite.

Der nächste CASA-Monitor soll im Februar starten, so dass die Ergebnisse im März vorliegen können. Ein festverankerter Themenblock ist dann nach Angaben von infas360 die Impfbereitschaft, um diese regionalisiert und verlässlich berechnen zu können. Ebenfalls sollen  Fragen zur Corona-App und zum Mobilfunkanbieter zur Berechnung der regionalen App- und Mobilfunkmarktanteile einfließen.

Dennoch liefern die ersten vorläufigen Ergebnisse bereits hochinteressante Hinweise. Beispielsweise scheint eine Korrelation zwischen den heutigen hohen Inzidenzwerten und zum Erhebungszeitpunkt hoher Impfskepsis auffällig: Eine weitere Paradoxie in der an Widersprüchlichkeiten nicht gerade armen Corona-Pandemie.

Wie auch immer sich die (regionalspezifische) Dynamik der Pandemie auswirkt, der Nutzen solcher empirischen Erhebungsmethoden scheint offensichtlich zu sein. Gerade weil die regionalen Unterschiede der Entwicklung zwar frappierend sind, über deren Ursachen aber noch kaum gesichertes Wissen bekannt ist. Strittig ist, ob solche Methoden von Politik und Behörden ausreichend genutzt und kommuniziert werden. (sg)

www.infas360.de