Hintergrund

Wie Location Intelligence und Blockchain die Supply Chain optimieren können

Die Kombination aus Location Intelligence und Blockchain könnte Supply Chains transparenter und nachvollziehbarer machen, indem Standort und Zustand von Waren mit allen beteiligten Personen geteilt werden. 

Mittels der Kombination von Location Intelligence und Blockchain könnten alle Unsicherheiten bezüglich der genauen Lokalisation einer einzelnen Ware auch beispielsweise bei großen und unübersichtlichen Containerschiffladungen überwunden werden. Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Vermeintlich einfache Dinge, wie ein bestelltes Paket an einen Kunden auszuliefern, sind nur das Ende einer langen Prozesskette, bestehend aus Materialbeschaffung, Herstellung und Vertrieb. Passiert entlang dieser komplexen und dementsprechend störanfälligen Kette ein Fehler, kann die Suche nach der Ursache lang und kostenintensiv sein. Aus diesem Grund bemühen sich weltweit Unternehmen darum, ihre gesamten Supply Chains transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. Ein neuer Weg dafür liegt in der Kombination aus Blockchain und Location Intelligence: Unter Berücksichtigung der beiden Technologien lässt sich der Weg von Waren leichter nachvollziehen, indem Standort und Zustand der Transportgüter mit allen beteiligten Parteien geteilt werden. Dazu zählen beispielsweise Hersteller, Spediteur und Endkunde.

Doch wie funktioniert dieses neuartige Prinzip? Da eine Blockchain schon aufgrund ihrer Architektur inhärent sicher ist, eignet sie sich gut dafür, Supply Chains abzusichern. Schließlich würde jede ungültige Änderungen eines Blocks beziehungsweise einer früheren Transaktion von allen anderen Blöcken erkannt werden. Durch Location Intelligence kann der Blockchain nun eine weitere Dimension hinzugefügt werden, die Lieferketten eine Reihe von Vorteilen bietet: Die zusätzliche Schicht zuverlässiger und ortsbezogener Daten, kombiniert mit der inhärenten Sicherheit des Distributed-Ledger-Funktionen der Blockchain ermöglicht eine nahezu hundertprozentige Sicherheit, dass die Waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort bei der richtigen Person eintreffen.

Ein Beispiel: Bei einer großen Schiffslieferung werden Tausende Container mit Millionen einzelner Teile oder Pakete verladen. Mit einem System, das jedes einzelne Teil verlässlich erfasst, lassen sich alle Unsicherheiten bezüglich des Standorts einer einzelnen Ware, also wo sie sein sollte oder ob etwas fehlt, überwinden.

Die besondere Charakteristik der Blockchain, Daten immer nur hinzuzufügen und nicht zu verändern oder zu löschen, hilft darüber hinaus dabei, Vertrauen aufzubauen. So lässt sich eine bestimmte Ware oder Teillieferung der Aufzeichnung zuordnen, dass sie im Lager angekommen ist, in einem bestimmten Regal abgelegt wurde und später auf einen bestimmten Lkw mit einem bestimmten Fahrer verladen wurde.

Kartendaten mit einem zugrunde liegenden Schichtmodell und ortsbezogene Daten in der Blockchain mittels Location Intelligence helfen außerdem, möglichem Betrug auf die Spur zu kommen. Ohne Blockchain lässt sich nicht im gleichen Maße gewährleisten, dass Informationen zu einer Lieferung ausreichend geteilt werden. (jr)