G&W Software, Halle 20, Stand C.20

Alle Kosten im Blick behalten

Die durchgängige AVA- und Baukostenmanagementlösung California.pro von G&W Software kommt bei einem Faulturm-Bauprojekt der Stadtwerke Leer zum Einsatz. Unter anderem die Aufteilung in förderfähige und nicht-förderfähige Kosten ist dabei hilfreich.

Zur Vorbereitung der Wandverkleidung wurde der Faulturm eingerüstet. Foto: G&W Software AG

G&W auf der INTERGEO 2021

Die Münchener G&W Software AG ist auf der INTERGEO 2021 in Halle 20, Stand C.20 auf dem Stand ihres Partners IB&T GmbH vertreten und präsentiert seine durchgängige AVA- und Baukostenmanagementsoftware. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Modellbasierter Kostenplanung im Ingenieur-Tiefbau mit California.pro | AVA-Software by G&W und card_1 von IB&T.

Die Stadtwerke Leer AöR haben gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Stadtwerke Leer Energie GmbH ein umfassendes Klimaschutzprojekt gestartet. Ziel dabei ist es, insgesamt 742 Tonnen CO2 pro Jahr zu sparen. Dafür realisieren die Stadtwerke den Neubau eines Faulturms mit zugehöriger Vorklärung. Die im Faulturm entstehenden Faulgase werden dabei mithilfe eines Blockheizkraftwerks in elektrische und thermische Energie umgewandelt, sodass sich damit unter anderem ein Großteil des Strombedarfs der Kläranlage decken lässt. Auf diese Weise können insgesamt 742 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart und der Stromverbrauch der gesamten Anlage erheblich reduziert werden. Unterstützt werden die Partner beim insgesamt 6,5 Millionen Euro teuren Projekt im Rahmen des Kostenmanagements von der durchgängigen AVA- und Baukostenmanagementsoftware California.pro der G&W Software AG.

Fördergelder aus EU-Fonds

Für den Bau des Faulturms erhalten die Projektpartner Fördergelder in Höhe von insgesamt einer Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Diese werden über die NBank, der Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen, abgewickelt. Grundlage des Fördermittelantrags ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der CO2-Reduktion, die von dem begleitenden Ingenieurbüro errechnet wurde.

Innenansicht des Faulbehälters bei der Montage der maschinellen Ausrüstung. Foto: G&W Software AG

Einen besonderen Stellenwert beim förderfähigen Projekt hat die exakte Kostenaufteilung. In California.pro ist die Aufteilung der Kosten sowohl in klassische Kostenträger als auch in beliebige Strukturen möglich. Dabei erfolgt die Aufteilung der Planungs- und Abrechnungsmengen sowie der anteiligen Kosten, die entweder manuell oder automatisch zuweisbar sind, auf Kostenträger oder andere frei wählbare Kriterien. Die Zuordnung kann wahlweise zu 100 Prozent zu Kostenträgern, nach Standardschlüsseln oder analog nach zugewiesenen Werten gleich verteilt werden. Die Kostenaufteilung für Rechnungen, Gutschriften und Zahlungsfreigaben ist nachweisbar.

Mengen- und Kostenträgersplittings

Bei dem Projekt kommt die Funktionalität des Mengen- und Kostenträgersplittings zum Tragen. Aufgeteilt werden diese auf die zwei Teilprojekte „Vorklärung“ und „Faulturm“ sowie auf die einzelnen Gewerke wie Maschinen-, Bau- und E-Technik. Darüber hinaus werden die Kosten beim Faulturm in förder- und nicht-förderfähig aufgeteilt. „Sind die einzelnen Positionen einmal angelegt, muss ich nur noch auf einen Knopf drücken. Das Programm teilt die Kosten entsprechend auf und dokumentiert den Betrag, den wir vom Fördergeber erhalten“, erläutert der Technische Leiter Uwe Felgenträger. So können die Fördergelder sukzessive entsprechend dem Baufortschritt abgerufen werden.

Das im jährlichen Wirtschaftsplan festgelegte Projektbudget gibt Bauingenieur Felgenträger in California.pro ein. Hat das Ingenieurbüro die Entwurfsplanung erstellt und die Kostenberechnung entsprechend der Gewerke Bau-, Maschinen- und E-Technik aufgeteilt, übernimmt er die Werte ins System und hinterlegt diese inklusive der Ingenieurleistung.

Nachdem das Ingenieurbüro die Ausschreibungsunterlagen sowie die dazugehörigen Leistungsverzeichnisse erstellt hat, liest Uwe Felgenträger das vom Ingenieurbüro bepreiste Leistungsverzeichnis (LV) wiederum in California.pro ein. Vor der Einstellung der Ausschreibung auf die Vergabeplattform überprüft er, ob die angemeldeten Mittel mit dem bepreisten LV übereinstimmen. Der Technische Leiter erläutert: „Sollte eine Differenz vorliegen und die im Leistungsverzeichnis aufgeführten Kosten höher als das Budget sein, hätte ich Geld aus anderen Töpfen organisieren müssen.“

Abweichungen schnell erkennen

Beim Einlesen der Mengenermittlungen zur Abschlagsrechnung erkennt California.pro, dass Positionen von den ausführenden Unternehmen ergänzt worden sind. Diese Abweichungen werden kontrolliert und da nicht angelegte Positionen nicht abgerechnet werden können, werden die Auftragnehmer aufgefordert entsprechende Nachtragsangebote einzureichen. Diese Nachtragspositionen werden anschließend in California.pro eingepflegt.

Insgesamt sind es zwischen zwei und fünf Nachträgen pro Gewerk. „California.pro ist äußerst hilfreich bei einer so großen Maßnahme diese Positionen zu entdecken“, so der Technische Leiter. Die Kostentransparenz und damit die Möglichkeit, bei Abweichungen schnell gegenlenken zu können, ist ein wichtiges Kriterium für den Einsatz des Systems. Da die Stadtwerke Leer mit dem Programm jeden einzelnen Kostenstand der beiden Teilprojekte dokumentieren und die einzelnen Kostenstände zu Vergleichszwecken festfrieren, sind die Auswirkungen der Kosten sämtlicher während des Bauablaufes vorgenommenen Änderungen sowohl an der Vorklärung als auch am Faulturm erkennbar. (jr)

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