AllTerra, Halle 20, Stand A.02

Mobile Mapping inklusive 24MP-Kameras

Der Trimble-Partner AllTerra entwickelt ein hochauflösendes Kamera-System zur Ergänzung der Mobile Mapping-Systeme der MX-Serie.

Die Kamera-Module, hier integriert in den MX9. Jede Kamera ist nach dem Planar-Prinzip aufgebaut und liefert Bilder mit 24 Megapixeln. Foto: AllTerra Deutschland GmbH

Die Hauptelemente von Mobile-Mapping-Lösungen sind 3D-Laserscanner und bildgebende Kameras als maßgebende Sensoren sowie ein Positionierungssystem für die dazugehörige Generierung von hochgenauen Positionierungsdaten in Echtzeit. Die am Markt angebotenen Systeme haben in ihrer historischen Entwicklung meist den Schwerpunkt auf jeweils ein Sensorsystem gesetzt und besitzen dort jeweils Alleinstellungsmerkmale. Meist sind daher entweder Genauigkeit und Abtastrate (Scanner) oder die Auflösung/Genauigkeit der Kameras im Vergleich höher oder weiter ausentwickelt.

Aktuell ist nun eine Entwicklung auf den Markt gekommen, die bei den Laser- und Bild Sensoren für sich die Spitze des jeweils Machbaren beansprucht. Das Unternehmen AllTerra Deutschland aus Hannover-Wunstorf, deutsches Tochterunternehmen von Trimble, stellt mit AquiView ein Kamera-System am Markt vor, dass die bekannten Mobile-Mapping-Systeme von Trimble um eine hochauflösende Kamera-Lösung ergänzt. Sie basiert auf einzelnen Kamera-Modulen, die jeweils eine Auflösung von 24 Megapixeln besitzen. Bis zu zehn dieser Module können zu einem photogrammetrischen Sensorsystem verbunden werden. Für eine komplette 360-Grad-Panorama-Sicht sind sechs Kameras in einem eigenentwickelten Gehäuse verbaut. Das erzeugen der Panoramen erfolgt mit eigenentwickelter, hoch performanter Software.

„In Ergänzung mit der von den Trimble-Systemen bekannten Leistungsfähigkeit in Sachen 3D-Laserscanning können wir damit eine Lösung anbieten, die alle Genauigkeitsanforderungen im vollen Spektrum abdeckt“, so Janine Ramann, Mobile Mapping Account Managerin der AllTerra Deutschland GmbH.

High-End Kamerasystem

AquiView-Kameras erweitern die Mobile Mapping Systeme (MX 50 und MX9) von Trimble. „Es gibt von dem Hersteller Standardlösungen zur Erweiterung mit Kameras, diese erfüllen aber in Sachen Auflösung nicht alle Kundenanforderungen“, so Ramann. Für Anwendungen im Bereich Straßenerhaltung, bei Smart City-Projekten oder bei ingenieurstechnisch geprägten Anwendungen – etwa bei der Vermessung von Schieneninfrastruktur oder der Risserkennung auf Straßen – seien hohe Auflösungen der Kamerasysteme gefragt, um daraus auch photogrammetrisch hochauflösende Bildverbände zu erzeugen beziehungsweise anspruchsvolle Objekterkennungen durchzuführen. Die Auswertung der Daten erfolgt mit der Software Trimble MX Software, mit der Objekte identifiziert und extrahiert werden können und die mit beliebigen GIS- und CAD angebunden werden.

Die Mobile Mapping Lösung (im Bild der MX50) kann Daten bei einer Geschwindigkeit von bis zu 110 km/h erfassen und liefert dabei trotzdem sehr hohe Punktdichten. Foto: AllTerra Deutschland GmbH

Die Kamera-Module sind nach dem Planar-Prinzip aufgebaut, das heißt, sie sind für eine hochgenaue, richtungsorientierte Aufnahme optimiert. Daher ergibt sich mit der Verwendung mehrerer Module eine höhere Abdeckung, wobei im System bis zu 10 Kameras flexibel konfiguriert werden können.

Während die Laserscanner bis fünf Millimeter Genauigkeit liefern, kann ein Kamera-Modul 24 Megapixel (MP) erzeugen – bei zehn Kameras 240 MP. Die 360-Grad-Panoramakamera hat eine Bildgröße von 144 MP. Die Systeme sind als Schutzklasse IP67 ausgelegt und können demnach auch bei widrigen Wetterbedingungen problemlos eingesetzt werden. Trimble MX und AquiView Systeme können wahlweise auf dem Fahrzeugdach eines PKWs, eines Schienenfahrzeugs oder eines Messschiffs genutzt werden.

Die Datenaufnahme ist mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h möglich. Typische Anwendungen liegen überall dort, wo sehr detaillierte und genaue Aufnahmen gefordert sind, etwa bei BIM-Modellierungen, der Erstellung von Digitalen Zwillingen, der Schadenidentifikation (Straßen, Eisenbahnen, Tunneln, Fabrikhallen etc.), bei Massenberechnungen, der Baufortschritts-Kontrolle, dem Breitbandausbau oder bei HD-Karten für autonomes Fahren.

Zwei Messsysteme der MX-Serie

Mit dem MX9 und dem MX50 hat Trimble zwei Systeme im Angebot, die für den mobilen Einsatz auf Fahrzeugbasis konzipiert sind. Die Systeme adressieren unterschiedliche Anwendungen. Der MX9 als High-end-System bildet die technologische Spitze an mobiler Messtechnik von Trimble. Er hat eine maximale Reichweite von bis zu 420 Metern und liefert Genauigkeiten von bis zu fünf Millimetern pro Laser-Messpunkt. Die maximale Scanrate bei dem System mit zwei Laserköpfen sind 2 Millionen Messungen pro Sekunden bei einer Rotationsrate von 500Hz. Standardmäßig sind eine 30 MP Panoramakamera und drei weitere Planar-Kameras installiert. „Diese reicht für viele Anwendungen völlig aus. Bei Bedarf an besser aufgelösten Bildern kann AquiView ergänzt werden“, berichtet Ramann.

Das Trimble MX50 System ist für die Erstellung von digitalen Zwillingen und Objekt-Inventarisierungen konzipiert. Es ist genauso einfach zu bedienen wie das MX9 System. Nur die Laser-Rotationsgeschwindigkeit und Reichweite sowie die IMU Empfindlichkeit sind geringer – weswegen das System auch deutlich günstiger ist. Die maximale Messentfernung liegt bei 80 Metern und ist dadurch optimiert für Korridorvermessungen, wie sie im Bereich Straßen oder Wasserwege üblich sind. Sowohl Trimble MX9, Trimble MX50 als auch AquiView sind einfach installierbar und intuitiv zu nutzen. So erfolgt die Bedienung beispielsweise einfach über Tablet, Mobiltelefon oder Laptop.

AllTerra Deutschland fokussiert sich auf den Verkauf inklusive Support für die Mobile-Mapping-Systeme, es sind aber auch Leihgeräte verfügbar. Das Unternehmen unterstützt Nutzer bei Bedarf bei den Daten-Auswertungen und beim Daten-Hosting. (sg)

www.trimble.com

www.allterra-dno.de