Befliegung des Bundesgebiets: BKG startet Projekt „Deutschland in 3D“

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) hat es sich zum Ziel gesetzt, ganz Deutschland hoch aufgelöst und dreidimensional abzubilden. Auf diese Weise soll ein Digitaler Zwilling Deutschlands mit einer Bodenauflösung von mindestens 30 Zentimetern entstehen. Das digitale Abbild soll insbesondere zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels eingesetzt werden. Der Digitale Zwilling ermöglicht beispielsweise Simulationen in Umwelt, Sicherheit und Verkehr. Dafür hat das BKG ein Pilotprojekt in Hamburg gestartet.

Das Messflugzeug in Hamburg startete erstmals am 07. Oktober 2021. Bis zum Ende des Jahres soll es eine Fläche von circa 8.000 Quadratkilometern in der Metropolregion Hamburg in 3D erfassen. Im Projekt arbeitet das BKG mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung der Freien und Hansestadt Hamburg und der Metropolregion Hamburg zusammen. Mit dem Aufbau des Digitalen Zwillings soll im Jahr 2022 begonnen werden, wenn das Demonstrationsprojekt in Hamburg abgeschlossen ist. Ein erster bundesweiter 3D-Datensatz ist für das Jahr 2024 anvisiert.

Es entsteht ein dreidimensionales Oberflächenmodell, in dem alle relevanten Objekte auf der Erdoberfläche enthalten sind – vom Baum über die Verkehrsampel bis zum Hochhaus. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels dient dieser Digitale Zwilling als Grundlage für Simulationen zu möglichen Handlungsalternativen und Szenarien. Was passiert, wenn der Rhein über die Ufer tritt oder der Strom großflächig ausfällt, lässt sich mit dem „Digitalen Zwilling“ simulieren bevor es so weit ist. Vor allem kann in der digitalen Welt auch dargestellt werden, welche Auswirkungen unterschiedliche Entscheidungen auf die reale Welt haben werden. So lassen sich optimale Lösungen erarbeiten, um das Leben in Deutschland auch in Zukunft sicher und lebenswert zu gestalten. (jr)

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