Smart City Werkstatt kompakt 2021: Vielfältige Impulse für die Klimawende

Auch die dritte Auflage der Smart City Werkstatt war wieder eine erfolgreiche Veranstaltung. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen im diesjährigen Halbtages-Format und der kurzfristigen Umstellungsnotwendigkeiten im Programm hatten sich während der Live-Sendung am Mittwoch, den 27. Oktober 2021, insgesamt 389 Teilnehmer direkt auf dem Smart City Werkstatt YouTube-Kanal versammelt, um die diesjährige Smart City Werkstatt kompakt zu verfolgen. Insgesamt konnten auf den Social-Media-Kanälen zusammen mehr als 640 Teilnehmer gezählt werden. Die durchschnittliche Verweildauer war mit 46:28 Minuten überdurchschnittlich lang.

Die Teilnehmer der „Blaumanntalkrunde“ (v.l.n.r.): Markus Schaffrin (eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.), Jan Gloger (DEW21/DOdata GmbH), Peter Krückel (sig Media GmbH & Co. KG), Marco Sauer (Theben AG), Annette Hillebrand (Stadt.Land.Digital), Daniel Sünnen (PWC – PricewaterhouseCoopers GmbH). Foto: sig Media GmbH & Co. KG

Klimaentwicklung und Klimawende im Fokus

Mit dem Generalthema „Von der Smart City zur Klima Smart City“ haben die Veranstalter offenbar besonders in diesem krisengeschüttelten Jahr 2021 den Nagel auf den Kopf getroffen. „Das Thema Klimaentwicklung sowie die erforderliche Klimawende beschäftigt die Menschen über die Maßen stark“, erläutert Peter Krückel, Geschäftsführer der veranstaltenden sig Media GmbH & Co. KG aus Köln. „Kommunen, die Versorgungswirtschaft sowie die Wohnungs- und Immobilienwelt sind an nachhaltigen Lösungen mehr denn je interessiert und lernen gerade, dass die Digitalisierung hierfür breite Potenziale bietet“, ist sich der sig Media-Geschäftsführer überzeugt.

Smart City Projekte tragen schon heute zur Nachhaltigkeit und der Klimawende bei

Tatsächlich wurde in den acht Praxisvorträgen mit Best Practice Beispielen für Anwendungen sowie aus den Diskussionsbeiträgen in der „Blaumanntalkrunde“ deutlich, dass schon heute nahezu jedes Smart City Projekt nachhaltige Auswirkungen und damit einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung der Klimawende leistet. So berichtete etwa Jan Gloger von der DSW21 aus Dortmund, dass bei allen Projekten, die das Versorgungsunternehmen bislang erfolgreich umgesetzt hat, nachweislich der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 reduziert bzw. sogar vermieden werden konnte. „Nimmt man alleine etwa so ein einfaches Projektbeispiel wie das digitale Parkraummanagement, so kann hier zum Beispiel das oft lange vergebliche Herumfahren auf der Suche nach einem freien Parkplatz massiv verkürzt werden, da die Autofahrer direkt online auf den nächstfreien Parkplatz gelotst werden. Dies vermeidet schädliche Umweltemissionen und verringert den CO2-Ausstoß immens“, so Gloger. „Diese einfache Effizienzformal gilt für nahezu alle Smart City-/IoT-Anwendungen gleichermaßen“, berichtet der Projektmanager aus der Praxis.

Strategischer planen

Dabei scheinen die Projekte sich aktuell weit mehr nach strategischen Planungsleitlinien zu entwickeln, berichtet Daniel Sünnen, Projektleiter Smart City bei PWC aus den Beratungsprojekten mit seinen Kunden. „Waren vor etwa drei Jahren noch weitgehend die meisten Projekte einzelne Pilote oder Versuchstests, so wird nun erkennbar, dass Kommunen und Versorger mittlerweile nachhaltiger und strategischer planen. Außerdem sind mittlerweile etliche Standards vorhanden, nach denen man seine Grundstrategie verlässlicher ausrichten kann als dies noch vor einigen Jahren möglich war“, weiß der Berater aus seiner Erfahrung.

Annette Hillebrand, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin von Stadt.Land.Digital machte deutlich, dass nicht nur die großen Kommunen beim Thema Klima Smart City betroffen sind, sondern vor allem auch die vielen kleinen und mittleren der mehr als 11.000 Kommunen in Deutschland Hauptträger der Last sind. Von insgesamt derzeit mehr als 150 Smart City Projekten, die von Stadt.Land.Digital aktuell betreut werden, sind 78 unmittelbar klimarelevant bzw. mit klimabedingtem Hintergrund behaftet. „Die Themen Klima und Digitalisierung stehen hoch im Kurs bei unseren Kommunen und letztendlich tragen alle Kommunen, ob groß oder klein, den gleichen Anteil an der erfolgreichen Bewältigung der Klimawende“, ist sich Hillebrand sicher.

Wachstumspotenziale heben

Markus Schaffrin von Europas größtem Branchenverband der Internetwirtschaft, eco, stellte in seinem Einführungsvortrag die Marktentwicklungen 2021 bis 2026 in der jüngst veröffentlichten Smart City-Marktstudie vor. Er sieht darin erhebliche Wachstumspotenziale und erkennt insbesondere für seinen Verband und dessen Mitglieder enorme Zukunftschancen. „Die Internetwirtschaft ist gut aufgestellt und nur mit ihr lassen sich die tatsächlichen Schätze der Digitalisierung erfolgreich heben. Digitalisierung braucht digitale Infrastruktur. Dies ist uns nicht erst seit der coronabedingten Situation bewusst geworden“, so der Verbandsmanager.

Die Smart City Werkstatt kompakt 2021 hat nun im unmittelbaren Vorfeld des anstehenden Weltklimagipfels in Glasgow wieder etwas mehr Hoffnung auf eine erfolgreiche Bewältigung der Folgen der Klimaveränderung gemacht. Am Ende waren sich alle Teilnehmer sicher: „Wir schaffen, die Klimawende, denn es bleibt uns allen ja nichts anderes übrig“, so die einhellige Meinung der Experten in der Smart City Werkstatt 2021.

Planungen für Smart City Werkstatt 2022 laufen

„2022 hoffen wir nun, dass wir die Smart City Werkstatt auch wieder zumindest in Teilen als analoge Präsenzveranstaltung anbieten können“, beschreibt Peter Krückel von sig Media die Planungen für das nächste Jahr. Als nächster Smart City Werkstatt Termine sind der 08. und 09. November 2022 vorgesehen. „Dann gehen wir zum vierten Mal wieder ans Werk in der Smart City Werkstatt – garantiert wieder mit Blaumann und Arbeitshandschuhen. Denn schließlich wird in einer Werkstatt ja gearbeitet“.

Alle Beiträge (Vorträge und Videos) der Smart City Werkstatt 2021 sind auf der Webseite unter www.smart-city-werkstatt.de kostenfrei abrufbar. (pk)