Hexagon Geospatial

Deutschland in 3D: Projekt „Digitaler Zwilling“ ist gestartet

Ganz Deutschland als hoch aufgelöstes 3D Modell – diese Vision will das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in den nächsten Jahren realisieren. Für Stadtplaner und Stadtverwaltungen kristallisiert sich der digitale Zwilling mehr und mehr als ultimatives Werkzeug zur kosteneffizienten Infrastrukturentwicklung heraus. Er ermöglicht beispielsweise solide Planungen durch besser informierte Entscheider und besser integrierte Stakeholder. Simulationen in Umwelt, Sicherheit und Verkehr ermöglichen nachhaltige Projekte.

Am 7. Oktober startete erstmals ein Messflugzeug mit dem Leica SPL100 LiDAR-Sensor an Bord: Bis Ende des Jahres soll dieser eine Fläche von ca. 8.000 Quadratkilometern in der Metropolregion Hamburg in 3D erfassen. In diesem Demonstrationsprojekt arbeitet das BKG mit Hexagons Geosystems-Division und dem Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung der Freien und Hansestadt Hamburg und der Metropolregion Hamburg zusammen. Ist das Projekt erfolgreich, geht es schon 2022 weiter: Ziel ist ein digitaler Zwilling ganz Deutschlands mit einer Punktdichte von mindestens 42 LiDAR-Punkten pro Quadratmeter. Ein erster bundesweiter 3D-Datensatz ist für das Jahr 2024 anvisiert. Mit dem Digitalen Zwilling wird das BKG somit eine digitale, erlebbare und intelligente 3D-Welt für Deutschland bereitstellen. Durch den geplanten Aktualisierungszyklus von drei Jahren soll dieses bundesweite 3D-Modell regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die Daten werden alle relevanten Objekte der Erdoberfläche enthalten – inklusive Eisenbahntrassen, Hochhäuser, Verkehrsampeln und Bäume. Durch den Detailreichtum der Modelle können, so Hexagon, selbst einzelne Pflanzen betrachtet werden und so das urbane Grünflächenmanagement optimiert werden.

Mithilfe von digitalen Zwillingen können Städteplaner und -verwaltungen Veränderungen im Zeitverlauf sichtbar machen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten abbilden. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels dient dieser „Digitale Zwilling“ als Grundlage für Simulationen zu möglichen Handlungsalternativen und Szenarien. Was passiert, wenn der Rhein über die Ufer tritt oder der Strom großflächig ausfällt? Mit einem digitalen Zwilling sollen solche Szenarien simuliertw erden, bevor es so weit ist. Vor allem kann in der digitalen Welt auch dargestellt werden, welche Auswirkungen unterschiedliche Entscheidungen in der realen Welt haben. Für alle Beteiligten sind die Auswirkungen und Zusammenhänge der Maßnahmen nach Angaben des Unternehmens klarer verständlich und sie können Planungsfehler frühzeitig erkennen und vermeiden. So lassen sich optimale Lösungen erarbeiten, um das Leben in Deutschland langfristig sicher und lebenswert zu gestalten. (sg)