OBERMEYER & Amberg Engineering

Planungsauftrag für Brenner Nordzulauf im Abschnitt Innleiten – Kirnstein

Die OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG hat von der DB Netz AG den Zuschlag für die Planung der Neubaustrecke zwischen Innleiten und Kirnstein erhalten. Diesen Auftrag wird sie in ARGE mit der Amberg Engineering AG bearbeiten.

Visualisierung des künftigen Nordportals des Tunnels Steinkirchen nahe der A8 bei Rohrdorf. Foto: OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG

Die Bahnstrecke München–Innsbruck stellt eine Hauptachse des internationalen Schienenverkehrs dar. Sie ist die wichtigste Verbindung von Süddeutschland nach Tirol/Österreich und dient als Zulauf zum Brenner. Der Brennerpass wiederum ist die meistbefahrene Verbindung zwischen Österreich und Italien und zählt zu den vier bedeutendsten Routen des Alpentransits. Neben durchgängigen Fernverkehrslinien verkehren insbesondere Güterzüge von und nach Italien über diese Strecke.

Die Bahnstrecke München–Innsbruck–Verona ist gemäß EU-Verordnung Nr. 1316/2013 Teil des Scandinavien-Mediterranean-Corridors (RFC 3 / CORE 5 / TEN-V). Im „Memorandum von Montreux“ haben die Verkehrsminister Österreichs, Italiens und Deutschlands im Juni 1994 die stufenweise Realisierung der Zulaufstrecken und des Brenner Basistunnels vereinbart.  Ende 2012 wurde der Ausbau des österreichischen Inntals zwischen Kundl/Radfeld und Baumkirchen in Betrieb genommen. 2014 wurde mit dem Bau des Brenner Basistunnels begonnen.

Zeit- und bedarfsgerechter Ausbau

Die Verkehrsministerien von Österreich und Deutschland haben am 15.06.2012 eine Regierungsvereinbarung über die koordinierten Planungen zum Ausbau der grenzüberschreitenden Schienenverbindung („Vertrag von Rosenheim“) geschlossen, um die nördliche Zulaufstrecke von München über Rosenheim hin zur deutsch-österreichische Grenze und weiter nach Innsbruck zeit- und bedarfsgerecht auszubauen. Der Brenner-Nordzulauf soll die notwendigen Kapazitäten schaffen, um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit insbesondere die hochbelastete Inntalautobahn zu entlasten.

Der rund 25 km lange Planungsabschnitt zwischen Innleiten und Kirnstein, Teil des Brenner-Nordzulaufs, befindet sich östlich von Rosenheim zwischen der Innquerung bei Stephanskirchen und der Verknüpfungsstelle im Inntal. Die Neubaustrecke ist Teil der Umfahrung des Rosenheimer Stadtgebiets.

Die Planungen umfassen unter anderem die beiden Tunnel Ringelfeld und Steinkirchen inklusive der tunneltechnischen Ausstattung, die Planung der Gewerke Schiene und Straße für die oberirdische Streckenführung sowie das Gewerk des konstruktiven Ingenieurbaus mit der Objekt- und Tragwerksplanung für den Neubau von Überführungsbauwerken, Trögen, Schallschutzwänden und Stützbauwerken. Der Tunnel Steinkirchen ist rund 13 Kilometer lang. Derzeit gibt es in Deutschland keinen längeren Tunnel. Auch nach ihrer Fertigstellung werden die Bauwerke zu den längsten unterirdischen Verkehrsverbindungen der Bundesrepublik zählen.

Erfahrungen in Projekten rund um den Brenner

Sowohl OBERMEYER als auch die Amberg Engineering haben in Projekten rund um den Brenner und den Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Innsbruck bereits mitgewirkt: „Mit diesem Planungsauftrag dürfen wir nach unseren Aktivitäten im Unterinntal und am Brenner Basistunnel einen weiteren wichtigen Beitrag zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Schieneninfrastruktur leisten. Gemeinsam mit unserem Partner Amberg Engineering nehmen wir die Herausforderung gerne an, die Kundenziele im Dialog mit der Öffentlichkeit optimal umzusetzen“, erläutert Dipl.-Ing. Erhard Lederhofer, Geschäftsleiter OBERMEYER Infrastruktur.

„Auch wir von Amberg Engineering freuen uns neben unserem laufenden Projekt am Brenner Basistunnel auf die spannende Arbeit am Brenner-Nordzulauf. Die bisherige gute Zusammenarbeit mit OBERMEYER kann so aufs Neue gestärkt werden“, ergänzt Hr. Dr. Franz Pacher“ (CEO Amberg Engineering AG).

Im Projekt Brenner-Nordzulauf kommt Building Information Modeling (BIM) vertraglich verpflichtend zum Einsatz. „Wir freuen uns sehr, unsere Planungsexpertise in einem solch exponierten DB-Gesamtplanungsprojekt zeigen zu können. Zudem können wir zusammen mit den Projektbeteiligten gemeinschaftlich die BIM-Methodik in der Infrastrukturplanung weiterentwickeln“, erläutert Dipl.Ing. Christoph Heiter, OBERMEYER Infrastruktur, Niederlassung München. (jr)

www.obermeyer-group.com

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