IP SYSCON GmbH

Einheitliche Flächennutzungsplanung in Niedersachen

Im Rahmen des niedersächsischen Projektes PlanDigital werden Regionale Raumordnungsprogramme (RROP) und Flächennutzungspläne (FNP) landesweit digital bereitgestellt. Zum Einsatz kommt Technologie von IP SYSCON.

Flächennutzungspläne im Vergleich: Ein Papierplan (links, Auszug Urschrift eines Flächennutzungsplans von 1981) und ein Plan im Standard der XPlanung (rechts). Der XPlanGML-basierte Plan zeigt alle FNP-Änderungen und Berichtigungen als digitale Zusammenzeichnung. Foto: FNP/Stadt Leer

Ziel des Projektes PlanDigital ist es, die niedersächsischen Kommunen bei der Einführung des Standards „XPlanung“ zu unterstützen. Entstanden ist die digitale Zusammenzeichnung der Flächennutzungspläne und regionalen Raumordnungsprogramme aller niedersächsischen Kommunen im Standard XPlanung. Der Bedarf der niedersächsischen Kommunen hieran ist immens: Über 90 Prozent der circa 400 Kommunen zeigten bei der im Vorfeld gestarteten Umfrage Interesse an einer Teilnahme. Kein Wunder, denn mit dieser Zusammenzeichnung bietet sich Abhilfe bei einer aktuell doch eher schlechten Datenausgangssituation: Die Flächennutzungspläne (FNP) liegen derzeit in den unterschiedlichsten Formaten vor, teilweise ausschließlich in Papierform. Im Schnitt gibt es über 30 Änderungen pro Plan und durchschnittlich sind diese 25 Jahre alt. Da die Abgabe als standardisiertes XPlanGML geplant ist, stehen der Kommune viele Optionen offen, mit diesen Daten digital weiterzuarbeiten.

Die Federführung haben das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) sowie die Ämter für regionale Landesentwicklung. Auftragnehmerseitig ist für den Bereich der Flächennutzungspläne die IP SYSCON GmbH als Generalunternehmer und XPlanungs-Kompetenzstelle tätig und übernimmt zudem die inhaltlichen Übersetzungen der bestehenden Planzeichen in die XPlanung. Hin und wieder wird auch ein bestehender Plan von IP SYSCON konvertiert.

Die internen Projektpartner sind DEMOS (Technikunterstützung/Machine Learning und KI), geoGLIS GmbH & Co. KG (Erfassungskompetenz und XPlanungs Know-how), RMK (langjährige Erfahrung und große Kapazitäten im Bereich Plan-Digitalisierung) und Spacedatists GmbH (Federführung im Bereich Qualitätssicherung, Plan-Erfassung). Die Visualisierung der Pläne in einem sogenannten Prüfportal erfolgt durch die Firma GDI Service Rostock.

Kochrezept als Anleitung

Für PlanDigital wurde ein spezieller Abarbeitungsworkflow und viele andere Mechanismen entwickelt. Es kommen Softwaretools für Management und Kommunikation zum Einsatz. In Absprache mit dem Auftraggeber wurde auch das bestehende Lastenheft weiterentwickelt; zudem wurde für die Qualitätskontrolle ein mehrstufiges Verfahren erstellt.

Mit der im Markt etablierten IP Planer-Suite von IP SYSCON wird auch die „Erfassungsplattform“ gestellt. Diese ermöglicht eine benutzerfreundliche Erfassung der XPlanung-konformen Pläne. Es sei, so IP SYSCON, ein großer Vorteil gewesen, dass für das Projekt notwendige Anpassungen schnell umgesetzt worden sind.

Ein Schwerpunkt ist die inhaltliche Übersetzung des bestehenden Planwerks in das Datenmodell XPlanung. Hierzu werden zunächst die Planzeichenerklärungen automatisiert aufbereitet. Das Ergebnis wird dann mithilfe der „Planzeichendatenbank PlanDigital“ übersetzt und mit dieser Webanwendung im Browser auch gleich den jeweiligen Kommunen zur Abstimmung vorgelegt. Mit diesem (im Projektjargon bezeichneten) „Kochrezept“ liegt auch gleich eine Anleitung für die darauffolgende Erfassung vor. Stand April 2022 sind bereits über 90 Pläne vollständig erfasst, hiervon knapp 40 sogar komplett abgenommen. (sg)

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