infra3D verbindet fragmentierte Datenwelten und verbessert nachhaltig die Entscheidungsqualität.

Systemübergreifende Nutzung: Beispiel für die Integration der Digitalen Straße infra3D in der Anwendung Bremen 3D (Stadt Bremen). Bild: iNovitas
Die Digitalisierung im Infrastrukturmanagement macht große Fortschritte – dennoch stehen viele Verwaltungen vor derselben praktischen Hürde: Ihre Daten liegen in vielen verschiedenen Anwendungen. GIS, Mobile-Mapping-Daten, 3D-Stadtmodelle, Verkehrsanlagen, Dokumentationen oder Zustandsinformationen werden getrennt voneinander geführt. Das führt zu Medienbrüchen, manuellem Abgleich und unterschiedlichen Datenständen. Eine ganzheitliche Sicht auf Straßenräume und Infrastrukturobjekte wird so oft nicht erreicht.
Mit infra3D setzt iNovitas auf einen durchgängigen Daten- und Informationsfluss. Mit ihm entsteht eine Digitale Straße, die eine gemeinsame, visuelle Referenzebene schafft, auf der sich Mobile-Mapping-Daten – unabhängig vom Erfassungssystem – darstellen lassen. Mit Fach- und GIS-Daten verknüpft entsteht eine zentrale Arbeitsoberfläche, die fachübergreifend nutzbar ist.
Der digitale Straßenraum als verlässliche Grundlage
Die Basis bildet eine vollständige, hochpräzise Erfassung des Straßenraums mittels moderner Mobile Mapping Technologie. Hochauflösende, georeferenzierte 360°-Bilddaten, 3D-Geometrien und ergänzende Kontextinformationen bilden ein detailliertes, präzise verortetes Abbild des aktuellen Bestands in einem einheitlichen Referenzrahmen. Dieses kann nahtlos in bestehende Systemlandschaften integriert werden. Damit rückt ein zentraler Vorteil in den Fokus: Planende, Betreibende und Bauverantwortliche greifen erstmals auf denselben, einheitlichen Datenstand mit verlässlichem Raumbezug zu.
„Wir sind begeistert, dass die Straßenbilddaten ressortübergreifend in der Stadtverwaltung genutzt werden und das Interesse daran weiter steigt. Durch die Integration von infra3D in unser Anwendung Bremen 3D ist eine durchgängige und benutzerfreundliche Lösung entstanden, die wir unabhängig von einem Mobile-Mapping-Dienstleister einsetzen können“, sagt Karolin Gersberg, Abteilungsleiterin Landesvermessung und Fachverfahren bei der Freien Hansestadt Bremen (Landesamt GeoInformation Bremen).
Digitale Durchgängigkeit: Vom Einzelblick zu gemeinsamen Arbeitsprozessen
Durch ein effizientes, abteilungsübergreifendes Zusammenspiel werden Verwaltungs- und Fachbereiche dabei unterstützt, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und Informationswege zu verkürzen. Das Netzmanagement kann Leitungen oder Schächte direkt im digitalen Straßenraum prüfen, Unterhaltsdienste erhalten eine visuelle Grundlage, um Schäden oder Hindernisse schnell zu lokalisieren und Planungsbüros können Entwürfe oder Eingriffe bereits im Vorfeld virtuell prüfen. Dadurch entsteht ein durchgängiger Arbeitsprozess, der Absprachen erleichtert und Fehlerquellen reduziert.

Beispiel für die Einbindung der Digitalen Straße infra3D in ArcGIS Pro Desktop. Bild: iNovitas
Aktualisierte oder neu aufgenommene Informationen können wieder exakt an den richtigen Ort zurückgeführt werden. Wenn beispielsweise Daten der Versorgungsnetze, Zustandserhebungen oder Katasterinformationen überprüft werden, können sie in infra3D eingepflegt und anschließend in GIS oder Fachsysteme zurückgespielt werden. „Das erspart aufwendige manuelle Übertragungen und sorgt dafür, dass alle Stellen mit denselben, verlässlichen Daten weiterarbeiten können. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Daten vernetzt sind.“, sagt Martin Montag, Chief Customer Office der iNovitas.
KI-gestützte Analysen für Inventar und Zustand
Mit wachsenden Datenmengen steigt der Bedarf an automatisierten Verfahren. KI-basierte Auswertungen in infra3D erleichtern die Erkennung und Erfassung von Straßenobjekten wie Verkehrsschildern oder Schächten. Auch der Straßenzustand kann automatisch erfasst und klassifiziert werden. Die Ergebnisse unterstützen Fachverantwortliche bei der Bewertung des Unterhaltsbedarfs. Maßnahmen können objektiv und nachvollziehbar priorisiert werden.
Ein integrierter Weg in die Zukunft
Die Digitale Straße zeigt, wie ein durchgängiger Datenraum das Infrastrukturmanagement nachhaltig stärkt: Informationen stehen jederzeit verlässlich zur Verfügung, Maßnahmen lassen sich besser abstimmen, und Investitionen werden transparenter und nachhaltiger planbar. Mit infra3D entsteht nicht nur ein präzises digitales Abbild des Bestands, bestehende Daten und Systeme werden sinnvoll zusammenführt. Verwaltungen werden befähigt, Infrastrukturen über den gesamten Lebenszyklus vorausschauend zu steuern. Damit wird die Digitale Straße zum zentralen Baustein eines modernen, zukunftsfähigen Infrastrukturmanagements – und legt zugleich die Grundlage für kommende Entwicklungen wie automatisierte Auswertungen, KI-gestützte Arbeitsprozesse und vollständig digitale Planungs- und Unterhaltsstrategien.
