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Home » Fernerkundung » Die Dynamik von Geo-Clouds entfalten

Home » Fernerkundung » Die Dynamik von Geo-Clouds entfalten

Die Dynamik von Geo-Clouds entfalten

  • 25. März. 2026

Für die Implementierung souveräner, cloudbasierter Geodaten-Workflows bei öffentlichen Organisationen und der Wirtschaft pflegen Urbetho und CloudFerro eine hochspezialisierte Partnerschaft.

Für die Fernerkundung markiert die Cloud-Technologie – noch mehr als für andere Themenbereiche – eine Zeitenwende. Grafik: Urbetho GmbH

Die Zukunft der Verarbeitung von Fernerkundungs- und Geodaten liegt in der Cloud. Vor allem bei Behörden, Kommunen und Forschungsinstitutionen gilt die Einbindung leistungsfähiger Dienste in die Prozesslandschaft als Königsweg, um die vielfältigen Nutzungspotenziale freizulegen. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll und geht weit über bloße technische Fragestellungen hinaus. Daher etablieren sich sogenannte Boutique-Agenturen und -Dienstleister, also kleine, spezialisierte Beratungen, die schneller, transparenter und wirksamer arbeiten können und so den Markt in seiner noch jungen Phase neu definieren. Eines dieser Unternehmen auf dem deutschen Markt ist die Urbetho CF GmbH. Unter der Leitung der Fernerkundungsspezialistin Dr. Ursula Benz hat sich Urbetho in Zusammenarbeit mit dem polnischen Unternehmen CloudFerro zu einem Serviceprovider für Kunden entwickelt, die eine Cloud für Geodatenanwendungen nutzen möchten. Für Kunden der DACH-Region ist die Partnerschaft besonders spezifisch entwickelt. CloudFerro übernimmt Betrieb, Aufbau und Wartung der dafür notwendigen IT-Infrastruktur.

Langjährige Expertise mit Geodaten in der Cloud

Die Entscheidung des Auftraggebers DLR für Code-DE 3 bestätigt den Ansatz beider Unternehmen. Zusammen bilden sie ein Team aus Fernerkundungs-, Geo- und Cloud-Experten und unterstützen die Nutzenden dabei, auf Basis der CODE-DE-Cloud die Effizienz ihrer Lösungen zu steigern. CODE-DE ist jedoch nur ein Beispiel. Mit langjähriger Erfahrung in Forschung und Industrie schafft Urbetho die Voraussetzungen, damit Geoservices skaliert werden können. Das Leistungsangebot richtet sich an alle Akteure eines geodatenbasierten Cloud-Ökosystems: Betreibende von Clouds, Anbieteende von Daten und Anwendungen sowie deren Nutzenden.

Verwaltungen mit großem Potenzial

Besonders im Fokus stehen Behörden und Kommunen. Die Öffentliche Hand steht großen Herausforderungen in ihrem verwaltungs- und wirtschaftlichen Alltag gegenüber. Der demographische Wandel führt zu einem akuten Fachkräftemangel, der durch restriktive Budgets weiter verschärft wird. Ebenso groß ist die Herausforderung, gute Mitarbeiter trotz attraktiver Alternativen zu halten und sie in ihrem Berufsalltag zu motivieren.

„In dieser Realität ist das Halten qualifizierter Mitarbeiter zur Überlebensfrage geworden. Motivation entsteht heute primär durch eine moderne, effiziente Arbeitsumgebung, die Fachpersonal von repetitiven Administrationsaufgaben entlastet und Raum für inhaltliche Exzellenz schafft“, betont Dr. Ursula Benz. Vor diesem Hintergrund ist die Cloud eine Schlüsseltechnologie. „Um die Vorteile der Cloud zu gewinnen, sind Änderungen der Arbeitsprozesse, Flexibilität und Innovationsfreudigkeit notwendig“, so die Urbetho-Geschäftsführerin. Optimierungspotenziale für eine Cloudbasierte Geodatenverarbeitung liegen bei Behörden und Kommunen manchmal sogar auf der Hand, die Kunst liegt darin, diese zu erkennen und dann geeignete Prozesse für die Verarbeitung zu finden.

Ein zentraler Hebel zur Entlastung liegt in der konsequenten Vermeidung von Doppelarbeit. „Es ist ökonomisch und personell nicht mehr vertretbar, Infrastrukturen isoliert aufzubauen oder Datenbestände mehrfach zu prozessieren“, so Benz. Moderne Cloud-Plattformen fungieren hierbei als zentrale Drehscheibe: Ergebnisse, die in einer Abteilung oder Behörde erzielt werden, können über die Cloud unmittelbar von anderen Stellen nachgenutzt werden.

Bereits realisierte Beispiele

Plattformen wie CODE-DE und EO-Lab bieten hierfür die ideale Infrastruktur. Sie ermöglichen den direkten Zugriff auf die kostenfreien Daten des europäischen Copernicus-Programms und stellen gleichzeitig die Rechenpower bereit, um diese Informationen ohne lokale Hardware-Hürden zu verarbeiten. Das Leitmotiv „Kooperation statt Neuerfindung“ wird so durch Cloud-Technologie technisch erst ausführbar.

Ein Beispiel sind laut Benz die wolkenfreien Sentinel-Mosaike, die das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) über CODE-DE bereitstellt. Dazu nutzt es Daten von Sentinel-2, alle Landkreise Deutschlands werden abgebildet (https://lgln.community.code-de.org/) und die Daten stehen kostenfrei zur Verfügung. Eine Vorleistung, die sich andere Institutionen gegebenenfalls sparen können.

Ebenso hat das LGLN einen Service [ME1.1] entwickelt, mit dem Gebäude in Luftbildern automatisiert erkannt werden. Die Ergebnisse werden zur Aktualisierung der amtlichen Geobasisdaten genutzt. Grundlage ist eine semantische Bildsegmentierung mittels KI, die die Rechenleistung von CODE-DE nutzt. Die Einbindung dieses KI-basierten Services bietet konkret eine Möglichkeit, Personalmangel und wachsende Aufgaben zu kompensieren. Der Service ist auch über die Grenzen von Niedersachsen hinaus, in der Deutschen Verwaltungscloud buchbar.

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Projektumsetzung ist das Unternehmen Skyline. Der Hersteller von Photogrammetriesoftware hat sein Cloud-Angebot „SkylineGlobe Server” (SGS) auf der CloudFerro Cloud aufgesetzt und bietet seinen Kunden damit einen attraktiven cloudbsierten Service. Diese können die Daten ihrer Projekte mit 2D- und 3D-Geodateninhalten dort veröffentlichen, speichern, verwalten und streamen. Die Weitergabe von Daten wird durch die Konvertierung und Bereitstellung der Inhalte in mehreren Formaten erleichtert.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Technologie allein hilft jedoch nicht, den modernen Herausforderungen zu begegnen. Eine Cloud vernetzt Menschen und ermöglicht Zusammenarbeit, Fortschritt und neue Ideen. Hier setzt Urbetho als persönlicher Begleiter an. Durch spezialisierte Trainings, interdisziplinäre Workshops und erstklassigen Support stellt Urbetho sicher, dass die technologischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können. Oft sei auch die „Übersetzung“ zwischen Fach- und IT-Leuten gefordert. „Beide Seiten sprechen eine komplett andere Sprache, für die wir gerne Übersetzer sind“, so die promovierte Physikerin.

Souveränität ist vorhanden

CloudFerro bietet im Rahmen der Partnerschaft das souveräne Fundament. In einem volatilen Marktumfeld agiert das polnische Unternehmen als strategische Absicherung gegen die Unwägbarkeiten globaler Cloud-Giganten. Behörden gewinnen dadurch einen vertrauenswürdigen Berater für Infrastrukturfragen und einen langfristigen Partner für die Bereitstellung von Rechenkapazitäten.

CloudFerro ist auf die Verarbeitung von Erdbeobachtungsdaten und Lösungen für den europäischen Raumfahrt-, Klima- und Wissenschaftssektor spezialisiert. Mit rund 300 Mitarbeitenden hat das Unternehmen eine Größe, die für solche Aufgabenstellungen optimal ist: Es ist nicht zu klein, um solche großen Projekte stemmen zu können, aber auch nicht so groß, dass die notwendige Flexibilität und Agilität verloren gehen. „Das ist sehr wichtig, denn die Projekte haben immer eine stark persönliche Komponente. Da ist ein enges und stabiles Miteinander sehr wichtig und ein wichtiger Faktor für den Erfolg“, sagt Benz.

Erst im November wurde CloudFerro ausgezeichnet: Im Rahmen der Veranstaltung Deutsch-Polnische Zukunftsmärkte in Berlin ehrte die polnische Botschaft das Unternehmen mit dem Wirtschaftspreis für das beste polnische Unternehmen in Deutschland im Jahr 2025. Der Preis wurde unter anderem vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Polens und Minister für Digitalisierung Krzysztof Gawkowski unter Anwesenheit des deutschen Digitalminister Karsten Wildberger überreicht.

Weitere Entwicklungen fokussieren auf neue Dienste auf Basis von KI, Managed Kubernetes oder MLOps, die Aspekte der digitalen Souveränität, der Datensicherheit und die Schaffung souveräner Fähigkeiten bei der Verarbeitung großer Datenmengen in Cloud-Umgebungen weiter steigern sollen. Die Weichen für Wachstum sind gestellt. Kürzlich meldete CloudFerro eine Kreditzusage über 75 Millionen Euro durch polnische Banken.

www.urbetho.com

www.cloudferro.com

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