Mit einer neuen Hochleistungsrecheninfrastruktur stärken das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD und GSI/FAIR ihre Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Der neue GPU-Cluster verbindet die KI-Kompetenz des Fraunhofer IGD mit der energieeffizienten Rechenzentrumsinfrastruktur des Green IT Cube bei GSI/FAIR und schafft die technischen Voraussetzungen für das Training moderner KI-Modelle für datensouveräne Forschung in sicherem Umgang mit sensiblen Informationen.
Die neue Rechenplattform unter dem Projektnamen »Baltic Brain« ermöglicht das Training komplexer KI-Modelle auf eigener Hardware und schafft die Grundlage für datensouveräne KI-Anwendungen in Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Der Cluster verfügt über 24 NVIDIA-B200-GPUs und wird im energieeffizienten Green IT Cube von GSI/FAIR in Darmstadt betrieben. Das Forschungsrechenzentrum zählt zu den energieeffizientesten wissenschaftlichen Rechenzentren Europas.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Datensouveränität. Mit dem neuen Cluster schafft das Fraunhofer IGD die Möglichkeit, KI-Modelle auf eigener Infrastruktur zu trainieren und zu betreiben. Dadurch können sensible Daten innerhalb kontrollierter Forschungsumgebungen verarbeitet werden.
„Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie für Effizienzsteigerungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Gleichzeitig wächst der Bedarf an vertrauenswürdigen und souveränen Lösungen, bei denen Daten und Modelle unter eigener Kontrolle bleiben. Mit unserer neuen KI-Infrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen, um leistungsfähige KI-Modelle in Deutschland zu entwickeln und zu betreiben. Damit stärken wir die technologische Souveränität und die Innovationskraft unseres Standorts gleichermaßen“, so Dr. Matthias Unbescheiden, Institutsleiter des Fraunhofer IGD.
Erste Pilotanwendungen entstehen derzeit in den Bereichen Bioökonomie, Geodatenanalyse und maritime Forschung. Die neue Recheninfrastruktur schafft die Grundlage für spezialisierte KI-Anwendungen und kann beispielsweise bei der automatisierten Auswertung von Luftbildern, Umweltdaten oder Unterwasseraufnahmen eingesetzt werden.
Der Aufbau der KI-Infrastruktur erfolgt im Rahmen der Forschungsinitiative BWSF – Biogene Wertschöpfung und Smart Farming. Die Forschungsinitiative wird gemeinsam von Bund sowie den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Bayern finanziert und stärkt Forschungskompetenzen an der Schnittstelle von Bioökonomie, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Im Bereich Bioökonomie und Smart Farming werden leistungsfähige KI-Modelle künftig Daten für Anwendungen in der Landwirtschaft, der Biokartierung oder dem Umweltmonitoring effizient auswerten.

Der GPU-Cluster „Baltic Brain“ des Fraunhofer IGD wird im Green IT Cube des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung betrieben. Die Infrastruktur stärkt die Forschung an datensouveräner Künstlicher Intelligenz und ermöglicht das Training von KI-Modellen auf eigener Infrastruktur. Quelle: Fraunhofer IGD
Parallel entwickelt das Fraunhofer IGD Foundation Modelle für Geodaten, die speziell auf deutsche und europäische Datensätze zugeschnitten sind und Behörden sowie Unternehmen bei Analyse- und Planungsaufgaben unterstützen werden. „Im maritimen Bereich dient die Infrastruktur unter anderem dem Aufbau KI-gestützter Detektionsverfahren, etwa zur automatisierten Erkennung mariner Objekte und Organismen. Gerade in sicherheitskritischen Anwendungen spielt dabei die souveräne Verarbeitung sensibler Daten eine entscheidende Rolle“, erklärt Prof. Dr. Uwe von Lukas, Standortleiter des Fraunhofer IGD in Rostock.
Der GPU-Cluster wird im Green IT Cube von GSI/FAIR in Darmstadt betrieben. „Mit dem Green IT Cube stellen wir Forschungspartnern eine leistungsfähige und zugleich energieeffiziente Rechenzentrumsinfrastruktur zur Verfügung. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IGD, um datensouveräne KI-Anwendungen und innovative Forschungsprojekte gemeinsam voranzutreiben. Die Kooperation zeigt, wie sich leistungsfähige KI-Infrastrukturen und innovative Rechenzentrumstechnologien gewinnbringend verbinden lassen“, sagt Dr. Tobias Engert, Abteilungsleiter Technologietransfer bei GSI/FAIR.
Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand erhalten Zugang zu einer leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur, auf der KI-Anwendungen gemeinsam mit dem Fraunhofer IGD datensouverän entwickelt, trainiert und für den späteren Praxiseinsatz vorbereitet werden können. Gleichzeitig stärkt die Kooperation den Wissenschaftsstandort Deutschland.

