LBD stellt eine neue Generation ihrer SaaS-Software INFRA vor, die nun auch die Umsetzungsphasen stärker unterstützt.
Die Anforderungen an die Kommunale Wärmeplanung (KWP) entwickeln sich in Deutschland rasant weiter. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum spielen eine immer stärkere Rolle und nach einer ersten Phase mit starkem Fokus auf Bestandsaufnahmen und Potenzialuntersuchungen wird nun verfeinert. Erste Maßnahmen stehen fest. Die Wärmewende wird also konkreter – und damit verändern sich auch die Anforderungen an die Software, mit denen Wärmeplanungen erstellt werden. Mehr und mehr sind Tools gefordert, die Planungsprozesse zu vereinfachen und einen ganzheitlichen Überblick zu gewähren und die Umsetzungsplanungen fachlich zu unterstützen.
Vor diesem Hintergrund bringt das Unternehmen LBD aus Berlin eine neue Version seiner Lösung INFRA auf den Markt. Sie ist bereits bei sehr vielen Kommunen und Planungsbüros für die KWP im Einsatz und gilt als eine der am weitest Fortgeschrittenen Standardlösungen für diese spezielle Aufgabe.
Neue Module in INFRA

Beispielhafte Darstellung in INFRA: Wärmenetz im Maßnahmenplaner.
Quelle: LBD
Mit der neuen Version gibt es nicht nur neue Features und Funktionen, INFRA verfolgt einen völlig neuen konzeptionellen Ansatz. Aus der Lösung wird ein System mit mehreren Modulen. Während die bestehende Fassung zum Modul KWP wird und weiterhin auf die allgemeinen Aufgaben der kommunalen Wärmeplanung fokussiert, konzentrieren sich die neuen Module „Solar“ und „Wärmenetze“ auf die Energieerzeugung und den Infrastrukturausbau, die damit gezielt geplant, simuliert und nach den unterschiedlichsten Kriterien bewertet werden können. „INFRA setzt neue Maßstäbe, indem es sukzessive alle Bereiche der Wärmetransformation abdeckt und unseren Kunden ermöglicht, die Wärmewende ganzheitlich zu gestalten“, sagt Katja Radeck, Lead Partner Business für die Lösung bei LBD. Unternehmen, ob Versorger oder Fachplaner, können die einzelnen Module auch solo einsetzen, z.B. wenn sie bereits eine KWP haben und nun in die Umsetzungsphase einsteigen möchten, können INFRA aber auch als zentrale Software für den gesamten Transformationsprozess einsetzen.
Nutzen für die konkrete Umsetzung
Damit rücken die Bedürfnisse für die konkrete Umsetzung stärker in den Fokus. Die neuen Module fokussieren auf die Umsetzung einzelner Maßnahmen und folgen damit einem umfangreichen und komplexen Anforderungskatalog: Was kann man machen, was darf man, was kostet es und wer wird später einmal Abnehmer der Wärme – bei den Planungen müssen viele, miteinander zusammenhängende Fragen beantwortet und in Maßnahmen überführt werden. Auch das geht bei INFRA toolgestützt mit unserem sogenannten Maßnahmenplaner im Rahmen der Umsetzungsstrategie.
Demnach machen die INFRA-Module einiges anders, als die rein auf Bestands- und Potenzialanalyse fokussierten, meist aus der GIS-Welt stammenden Tools. „Vor allem die intelligenten Algorithmen, die Simulationsfähigkeit und die Berücksichtigung technischer und wirtschaftlicher Aspekte machen Planungen effizienter und Entscheidungen leichter“, sagt Radeck.
INFRA nutzt zwar auch intensiv geographische Komponenten – abgebildet wird eine Form von Digitalem Fachzwilling – ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von INFRA war aber schon immer die intelligenten Analysen, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und damit der Blick auf die Umsetzung.
Im neuen Modul KWP ist INFRA (LBD) noch einen Schritt weiter gegangen. Effizienz wird hier nicht nur durch »Intelligenz in den Berechnungen in Echtzeit« erreicht, sondern auch durch eine durchdachte Prozessunterstützung. Das beginnt beim einfachen Datenhandling für den Upload, setzt sich fort mit der Möglichkeit, einzelne Daten gezielt anzupassen, und umfasst ein übersichtliches Userboard, dass die Nutzer durch alle Prozessschritte der KWP leitet. Die Funktionen enden nicht bei der Berechnung von Szenarien und Versorgungsgebieten, sondern erleichtern auch die Maßnahmenplanung sowie die Erstellung von Berichten nach Anlage 2 WPG – ergänzt durch vielfältige Exportmöglichkeiten für alle Ergebnisse und einen Viewer, der Kommunen zur aktiven Mitarbeit einlädt. All dies ist aus dem vielfältigen Nutzer-Feedback der letzten 18 Monate entstanden.
Die Datenbasis ist entscheidend
„Die Erfahrungen unserer Kunden zeigen, dass die Datenbasis entscheidend für alle Ebenen der KWP“, sagt Dan Tran, INFRA KWP Product Ownerin. Der Data Hub in INFRA erleichtert das gesamte Datenmanagement. Ein umfassender Upload- und Downloadbereich mit Templates biete wertvolle Unterstützung, auch im Export und Import von Potenzialen. Upload-Fehler werden systematisch erkannt und können direkt korrigiert werden.
Zu den zentralen Funktionen des Data Hubs gehören die KWP-konforme Anonymisierung von Zählpunkten, das Hochladen von Zählpunkten sowie deren Weiterverarbeitung innerhalb des Tools.
Geographie vs Fachlichkeit

Technische Parametrierung in INFRA im Rahmen der Erstellung der Zielszenarien. Quelle: LBD
Der neue LBD-Ansatz fordert von den Akteuren ein Umdenken: Während viele KWP-Aktivitäten bislang stark GIS-orientiert waren, zeigt sich, dass geographische Analysen zwar für Verbrauch, Energietransport und Erzeugung essenziell sind, aber für strategische, wirtschaftliche und technische Entscheidungen oft nicht ausreichen.
Genau hier setzt INFRA (LBD) mit seinen Algorithmen an, die neben räumlichen Daten auch wirtschaftliche, rechtliche und technische Restriktionen – wie Kosten, Flächennutzbarkeit und Umsetzbarkeit – systematisch berücksichtigen. Das zahlt direkt auf die Realitätsnähe und Umsetzbarkeit der Planung ein: Eine belastbare KWP erfordert mehr als farbkodierte Karten – sie braucht eine umfassende, fachlich fundierte Entscheidungsbasis.
INFRA integriert spezifische Rahmenbedingungen je nach Technologie: Bei Luft- und Erdwärmepumpen werden zulässige Schallemissionen der Siedlungstypen einbezogen, bei Biomasse die verfügbaren Abfallpotenziale und bei oberflächennaher Geothermie das nutzbare Wärmepotenzial von Erdsonden. Diese Detailtiefe fußt auf langjährig aufgebautem fachlichen, ökonomischen und energiewirtschaftlichen Know-how, das in den Algorithmen abgebildet ist und weit über reine GIS-Analysen hinausgeht. Das erhöht die fachliche Tiefe und Praxistauglichkeit der Ergebnisse.
Der Nutzer enthält allerdings in der neuen Version die Möglichkeit zwischen verschiedenen Berechnungslogiken für die Zielszenarien zu wählen. Dabei können sowohl wirtschaftliche als auch technische Parametrierungen ausgewählt werden. Bei der technischen Parametrierung haben Planende die Möglichkeit, Prioritäten und Grenzwerte für die Eignung individuell festzulegen – je nachdem, was in der Gemeinde erforderlich oder möglich ist: etwa Wärmepumpeneignung mit oberflächennaher Geothermie, Wärmepumpen Luft-Wasser-Wärmepumpe, Wärmenetze oder andere Optionen. „Es geht darum, dass in INFRA immer die fachliche Logik hinterlegt ist, die keine andere Software automatisiert anwenden kann“, beschreibt Tran. Die Automatisierung und Entscheidungsunterstützung durch INFRA erreichen so ein neues Niveau und bieten Planenden eine große Erleichterung.
Bestehende Planungen oder Potenziale können nahtlos in INFRA integriert werden. Zudem erstellt INFRA eigenständig die erforderlichen Berichte, was auch in der Zusammenstellung der Ergebnisse eine deutliche zeitliche Entlastung für Planende bedeutet.

