Wenn die SWUG, die jährliche Anwendertagung der Smallworld User Group, vom 11. bis 13. Mai in Dresden stattfindet, stehen gleich mehrere Meilensteine an.

3D-Visualisierung von Versorgungsinfrastruktur. In der Netzdokumentation geht der Trend immer mehr zur dritten Dimension in der Datenerfassung und im Management der Netzdaten. Foto: Smallworld
Zum einen feiert die Smallworld User Group (SWUG), also die Anwender des in der Versorgungswirtschaft im DACH-Raum am weitesten verbreiteten GIS, ihr 30jähriges Jubiläum. Anfang der 1990er Jahre legte Smallworld mit seinem Herzstück, einer leistungsfähigen Datenbank, die auch komplexe Netzstrukturen mit Millionen Objekten topologisch korrekt verwaltet, den Grundstein für die späteren Entwicklungen. Zum anderen ist die Entwicklung ungebrochen. Hunderte Netzbetreiber setzen die Plattform heute ein, um raumbezogene Netzinformationen unternehmensweit zu nutzen.
Die SWUG heute
Die SWUG zählt über 150 Mitglieder, die sich nicht nur zu den Fachschalen sondern auch zu aktuellen Themen wie BIM engagieren. Mehr denn je ist die enge Kooperation zwischen Anwendern und Herstellern entscheidend für das erfolgreiche Smallworld-Ökosystem. Die Fachschalen werden gemeinsam durch die deutschen Smallworld-Partner weiterentwickelt, was garantiert, dass standardisierte Fachschalen für alle Medien inklusive Breitband eine schnelle Produktivität unterstützen. Immer wieder gibt es neue Kunden, die den Umstieg auf das System angehen, was in der Branche eine Seltenheit ist.
Sie lassen sich von der Investitionssicherheit, hoher Datenqualität und einer zukunftsfähigen Plattform für Planung, Betrieb und Weiterentwicklung moderner Versorgungsnetze überzeugen.
Release 6.0
Zudem erscheint das jüngste Release 6.0 in Kürze, bis zum Event in Dresden werden Kunden also bereits viele Neuerungen zu sehen bekommen. Eine der wesentlichen Neuerungen ist die Unterstützung des Open-Source-Datenbanksystems PostgreSQL. Experten sehen darin nicht nur den Schritt auf eine technologisch neue Ebene, sondern auch eine Voraussetzung für die Migration der Systeme in den Cloud-Betrieb. Die Versorgungsbranche geht noch immer sehr zaghaft mit diesem neuen Ansatz um, auch ERP- bzw. SAP-Systeme werden gerne noch auf hauseigenen Serverstrukturen betrieben, aber die Diskussionen rund um die technologischen Chancen der vernetzten Prozesse üben Druck aus und eröffnen Chancen, auch die Cloud sicher und gemäß den regulatorischen Vorgaben einzusetzen.
3D im Fokus
Im fachlichen Fokus des neuen Releases steht außerdem das Thema §14a EnWG, das in der Branche derzeit viel bewegt. Da Netzbetreiber damit nun neue Lasten auf Seiten des Netzmanagements und der Netzdokumentation erhalten, entstehen auch für das GIS neue Aufgaben. Das Smallworld GIS bietet dafür ein Daten- und Funktionsmodell zur Verwaltung von Netzlokationen, Netzbereichs-IDs, steuerbaren Verbrauchseinrichtungen oder Ladeinfrastruktur. Die diesbezügliche Umsetzung orientiert sich an den Richtlinien der Bundesnetzagentur.
Ein wachsender Schwerpunkt liegt zudem auf der 3D-Fähigkeit von Netzdaten. Immer mehr werden die in der Vermessung aufgenommenen Höhen automatisiert in die GIS-Fachschalen übernommen.
Ob Kollisionsprüfung, BIM-Prozesse, digitale Zwillinge oder Augmented-Reality-Anwendungen – mit dem integrierten 3D-Netzmodell bietet Smallworld praxistaugliche Lösungen für die räumliche Visualisierung und Analyse. Schnittstelle zu AR-basierten Systemen in der Vermessung sorgen für einen durchgängigen Gesamtprozess von der Datenaufnahme im Feld bis zum Netzänderungsdienst und zur Qualitätssicherung der Netzdokumentation nach Vorgaben der Branchenverbände.
