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Home » Unternehmen & Märkte » Geglückte Zusammenführung

Home » Unternehmen & Märkte » Geglückte Zusammenführung

Geglückte Zusammenführung

  • 09. Mai. 2016

Das kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) implementierte eine Lösung zur automatischen Homogenisierung kommunaler Fachdaten.

Die Geometrien der kommunalen Fachdaten und der amtliche Liegenschaftsdaten stimmen dank des neuen Verfahrens überein. Bild: KRZN

Die Geometrien der kommunalen Fachdaten und der amtliche Liegenschaftsdaten stimmen dank des neuen Verfahrens überein. Bild: KRZN

Als 2010 die ALKIS- Einführung bevorstand, fürchteten viele GIS-Fachleute Probleme mit der Datenhomogenität: „Die Homogenisierung der Katasterdaten muss sich zwingend auf flächenbezogene kommunale Themen auswirken und die vorhandenen Geometrien beeinflussen“, sagte damals beispielsweise Thomas Hollas, Produktverantwortlicher Bauen, Planen, Umwelt, GIS Erfassung, Analyse und Auskunft beim KRZN in einem Hintergrundbeitrag der Business Geomatics. Auf dieses Statement hin kontaktierte die Firma grit das KRZN. Damit startete ein großes Projekt zur Datenhomogenisierung mit der Softwarelösung HOMAGE, die sich aktuell bereits bei fünf Kommunen im Produktiveinsatz befindet: Nach erfolgreicher Ersthomogenisierung können die kommunalen Fachdaten dort jetzt laufend, tagesaktuell und automatisiert homogenisiert werden.

Das KRZN erbringt IT-Dienstleistungen für 1,4 Millionen Einwohner in 43 Kommunen am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Unter anderem werden dort sowohl Daten des Liegenschaftskatasters der Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie der Stadt Krefeld als auch kommunale Geo-Fachdaten dieser Kommunen, sowie kreisangehöriger Kommunen des Verbandsgebietes im zentralen GeoDataWarehouse (GeoDW) verwaltet und vorgehalten. 2012 erfolgte die Überführung von ALB/ALK in ALKIS, einschließlich der Transformation in das neue Raumbezugssystem ETRS89. Alle kommunalen Geo-Fachdaten des zentralen GeoDW wurden ebenfalls nach ETRS89 überführt. Die Daten des Liegenschaftskatasters und kommunale Geo-Fachdaten werden seither komplett getrennt gehalten. „Genau hier sind Probleme mit der Datenhomogenisierung vorprogrammiert“, sagt Stefan Peuser. Die dafür benötigten Informationen sind nämlich nur für die Daten des Liegenschaftskatasters verfügbar, so dass die Homogenisierung kommunaler Geo-Fachdaten des zentralen GeoDW nicht mehr möglich ist. „Das führt zwangsläufig dazu, dass die Fachdaten von der Grundkarte abweichen, und die Unterschiede zudem mit der Zeit zunehmen“ – so der KRZN-Verantwortliche. Vor diesem Hintergrund suchte man im KRZN dringend nach einer Lösung. Dabei galt es im ersten Schritt, homogene Ausgangsdaten zu gewinnen, also: erstmalig oder erneut die Nachbarschaftsbeziehungen der betroffenen Fachdaten zu den Liegenschaftsdaten herzustellen. In der Folge wollte man gewährleisten, dass diese Datenhomogenität tagesaktuell gehalten werden kann.

Homogenisierung mit HOMAGE

Gemeinsam mit der Firma grit, die mit der Softwarelösung HOMAGE ein spezialisiertes Tool für diese komplexe Aufgabe im Portfolio hat, entwickelte das KRZN ab 2012 ein Konzept, wie diese Anforderungen umzusetzen seien. Die erste strategische Entscheidung betraf die Ersthomogenisierung der vorhandenen Fachdaten, die entweder manuell durch den entsprechenden Fachmann mit der vorhanden Desktop-GIS-Lösung (in diesem Fall GeoMedia Professional) oder automatisiert durchgeführt werden kann – mit Hilfe der Software, die dann auch für die tägliche Homogenisierung zum Einsatz kommt. Die Abwägung aller Argumente bewog das KRZN, sich für die durchgängige automatisierte Homogenisierung mit HOMAGE zu entscheiden. Ab 2013 wurden die Prozesse festgelegt und erprobt. In einem ersten Schritt klassifizieren die Fachämter die Daten, die in die Homogenisierung einbezogen werden. Dazu hat das KRZN allen kommunalen Fachämtern eine Übersicht (Matrix) mit allen Themen, die im GeoDW vorgehalten werden, zur Verfügung gestellt. Die Geometrieprüfung erfolgt durch die jeweiligen Fachämter mit GeoMedia-Professional.

Homogenisierung im KRZN

Teil A (einmalig)

  • Konfiguration und Klassifizierung (Fachämter)
  • Umsetzung der Klassifizierung (KRZN)
  • Setzen der Parameter (KRZN)

Teil B (täglich)

  • Bereitstellung der NBA-Dateien und Homogenisierung (KRZN)
  • Start der Homogenisierung (KRZN)
  • Kontrolle
  • Auswertung der LOG-Dateien von HOMAGE (Fachämter + KRZN)
  • Auswertung der Qualitätssicherungskomponente von HOMAGE (KRZN)
  • Prüfung über GeoMedia-Professional (Fachämter)

Auf dieser Basis wird das Verfahren einmalig für ein Thema konfiguriert und zur Bearbeitung bereitgestellt. „Dabei analysiert HOMAGE die kommunalen Daten. Das Ergebnis dieser Analyse beschreibt die Position, an der die Geometrien der kommunalen Fachdaten liegen müssten, damit sie mit der Liegenschaftskarte übereinstimmen“, erläutert Lothar Liesen, der das Projekt bei grit betreut. Dabei kommt ein Korrelationsansatz zur Anwendung, der auch die Nachbarschaft einbezieht. „Weiterhin werden auch die geometrischen Bedingungen berücksichtigt, die – wenn erforderlich – manuell gesetzt, bearbeitet und gelöscht werden,“ ergänzt Liesen. „Man kann also gezielt Einfluss auf die anschließende Ausgleichung nehmen.“

Eine weitere wichtige Grundlage bildet die Katasterhomogenisierung respektive das ALKIS-NBA-Verfahren, das bei den vier Katasterbehörden im KRZN-Verbund der ALKIS- Verfahrenslösung der Firma ibR umgesetzt wird. Durch dieses Verfahren erfolgt nicht nur die Aktualisierung der Liegenschaftskarte, sondern auch die Übertragung der Homogenisierungsinformationen an HOMAGE. Auf der Basis der bereitgestellten Informationen können die kommunalen Fachdaten mittels HOMAGE fortlaufend homogenisiert werden. Die Durchführung liegt schwerpunktmäßig beim KRZN, die Fachämter sind lediglich im Bereich der Datenklassifizierung und – endprüfung aktiv.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in der Stadt Moers (Ersthomogenisierung aller Themen mit anschließender Produktionsaufnahme der täglichen Homogenisierung) ist die automatische Homogenisierung in insgesamt fünf Kommunen in den Produktivbetrieb übergegangen. „Die Ergebnisse entsprechen zu fast 100 Prozent den Erwartungen“, berichtet Stefan Peuser. Bei der Ersthomogenisierung werden mehr als 95 Prozent aller Koordinaten auf die richtige Position verschoben, wobei die Trefferquote insbesondere abhängig von der Qualität der Ausgangsdaten ist. Die restlichen Koordinaten / Geometrien müssen manuell nachbearbeitet werden. In der täglichen Homogenisierung führen mehr als 97 Prozent aller Durchläufe zu homogenen Datenbeständen, die verbleiben Fälle konnten erfolgreich durch die QS-Komponente nachgezogen werden. Diese prüft die durchgeführten Homogenisierungen anhand von statistischen Werten, die zuvor mir dem Kunden festgelegt wurden, und zeigt mittels eines Ampelsystems die Ergebnisse an. Sie sind unmittelbar transparent und können korrigiert werden.

www.grit.de
www.krzn.de

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