Die letztes Jahr gestartete Initiative 3Dtrees.earth stammt von der Universität Freiburg. Sie beinhaltet eine frei zugängliche Online-Plattform mit 3D-Walddaten aus aller Welt. Dort eigestellte Daten werden dort visualisiert und durchlaufen verschiedene Prozessierungsschritte. Wer terrestrische, mobile oder drohnengestützte LiDAR-Daten besitzt, kann eigene Aufnahmen hochladen und für die Community sichtbar machen. Auf einer Weltkarte lassen sich Datensätze filtern und auswählen. Anschließend können die gescannten Wälder direkt im Browser auf Laptop oder Smartphone erkundet werden, ohne lange Downloads oder spezielle Software. Hochgeladene Punktwolken werden automatisch verarbeitet, und die daraus entstehenden Produkte stehen der Community wieder zur Verfügung. Die Modellpalette reicht von aktuellen Verfahren zur Einzelbaumerkennung, darunter SegmentAnyTree, bis zur Baumartenklassifikation für Nord- und Mitteleuropa. So können Nutzer:innen Informationen aus eigenen und geteilten Punktwolken extrahieren und direkt weiterverwenden, ohne selbst über leistungsstarke Grafikkarten verfügen zu müssen. Die Daten bleiben mit ihren Urheber:innen verknüpft. Je nach gewähltem Modus können Beiträge öffentlich, nur zur Ansicht oder privat bereitgestellt werden. Weniger als ein Jahr nach dem Start umfasst 3Dtrees.earth bereits mehr als 2.000 öffentlich sichtbare Datensätze von über 600 namentlich genannten Mitwirkenden. Der nächste Schritt steht unter dem Motto: „Punktwolke rein, Waldinventur raus.“ Künftig sollen neben der Baumart weitere Kennzahlen wie Baumhöhe, Stammdurchmesser und Kronenvolumen automatisch aus einem Scan abgeleitet werden.

Die Weltkarte von 3Dtrees.earth macht Wald LiDAR-Datensätze aus aller Welt auffindbar und direkt im Browser zugänglich. Mit dabei ist eine automatische Einzelbaumsegmentierung. Farben unterscheiden einzelne Bäume innerhalb einer drohnengestützten LiDAR-Punktwolke.
Quelle: 3Dtrees.earth/Universität Freiburg
Die institutionelle Verantwortung für die Initiative liegt derzeit bei der Universität Freiburg. Das Rechenzentrum der Universität stellt die dauerhafte Speicherung bereit, während die öffentlich finanzierte Galaxy-Europe-Infrastruktur die skalierbare Verarbeitung übernimmt. Das Projekt wird zudem durch das Circular Bio-based Europe Joint Undertaking und seine Mitglieder im Rahmen des EU-geförderten SingleTree-Projekts unterstützt. Ansprechpartner für 3Dtrees.earth ist Prof. Dr. Teja Kattenborn (teja.kattenborn@geosense.uni-freiburg.de). Allgemeine Anfragen können an info@3dtrees.earth gerichtet werden.
