Bereits in über 10.000 Bauprojekten kommt die Smartphone-basierte Lösung SitePlan zum Einsatz. Davon können nicht nur Bauunternehmen, sondern auch Auftraggeber profitieren.

Einmessen auf der Baustelle ganz einfach. Baufirmen führen die Vermessung selber als Routineaufgabe durch. Foto: SitePlan
Seit Jahren erwarten Experten einen großen Schub für die Digitalisierung der Baustelle. Während Smartphone und andere Consumer-Geräte lange als nicht praxistauglich für den Einsatz im rauen Umgebungsbedingungen angesehen wurden, haben es viele spezialisierte Instrumente aus dem Bereich mobile Mapping und GIS nicht geschafft, die Bauarbeitenden vor Ort vom Einsatz zu überzeugen. Zu kompliziert, zu unhandlich, zu praxisfern oder zu teuer – die Digitalisierung ließ lange auf sich warten. Das Beste aus beiden Welten – also einerseits einfache, intuitiv zu bedienende und andererseits kostengünstige Geräte kommerzieller Herkunft und fachlich profunde, für die speziellen Aufgaben maßgeschneiderte Lösungen (am besten mit vermessungstechnischer Genauigkeit) – diese Kombination ließ lange auf sich warten.
Diese Quadratur des Kreises hat das österreichische Unternehmen SitePlan geschafft nun geschafft. Mit der gleichnamigen Lösung SitePlan steht seit 2021 eine Lösung bereit, die die Erfassung von Vermessungen und Daten zur Baudokumentation grundlegend verbessert. Das „ready-to-use“-Komplettpaket kombiniert eine mobile App (iOS und Android) mit einer Web-App, einer GNSS-Antenne, cloudbasierter Datenhaltung und vorkonfigurierten Korrekturdiensten, die in der Praxis bereits stark etabliert sind: Zahlreiche Tiefbaufirmen haben die Lösung in über 10.000 Projekten erfolgreich eingesetzt. Anstatt einer bisher analogen Baudokumentationen, ermöglicht SitePlan eine direkte, digitale Erfassung auf der Baustelle – und das auf einer äußerst einfachen und sehr intuitiven Nutzeroberfläche, mit der die typischen Aufgaben auf einer Baustelle spielend leicht erledigt werden können. Daher wirbt das Unternehmen auch treffenderweise mit dem Slogan „Google Maps für den Tiefbau“ für das Produkt. SitePlan generiert automatisch Berichte und standardisierte Exporte und ersetzt dadurch handschriftliche Skizzen und Excel-Tabellen. Alle Daten werden automatisch georeferenziert und in der SitePlan-Cloud gespeichert. Über die Synchronisation mit der Web-App stehen sie sofort im Büro zur Verfügung – ein manueller Abgleich entfällt. Auftraggeber und Tiefbauunternehmen haben damit in Echtzeit Zugriff auf denselben Datenstand. Dank ISO-27001-Zertifizierung sind dabei höchste Standards für Datenschutz und IT-Sicherheit gewährleistet.
Vorteile durch Vermessung durch das Bauunternehmen selbst

Die Benutzeroberfläche von Siteplan ist speziell für die Bedarfe der Bauindustrie gemacht und ist demnach sehr intuitiv bedienbar. Foto: SitePlan
Diese Digitalisierung bringt einen doppelten Nutzen, einmal für Tiefbauunternehmen selbst, die weniger Aufwand haben, da Dokumentation und Aufmaß direkt im Bauprozess erfolgen. Die Verantwortung für Einmessung und Dokumentation können Tiefbauer so weitestgehend selbst übernehmen. Die einfache Bedienbarkeit ist dabei entscheidend. Mit SitePlan können selbst wenig geschulte Mitarbeiter Fotos aufnehmen, Aufmaße erstellen oder Leitungen dokumentieren. Standardisierte Fotodokumentationen vor, während und nach der Grabenöffnung schaffen lückenlose Qualitätssicherung für den Auftraggeber. „Der große Vorteil: Nutzer arbeiten mit ihren eigenen Smartphones oder Tablets, die sie im Alltag gewohnt sind – keine aufwendige Schulung, kein unnötiger Hardwarewechsel“, sagt Martin Beiganz, Geschäftsführer von SitePlan aus dem oberösterreichischen Wels.
Komplexe Ingenieurvermessungen bleiben dabei Spezialisten vorbehalten, aber mit SitePlan können viele Standardaufgaben im Tiefbau erledigt werden, gerade in der Version mit GNSS-Unterstützung. Dazu gehören etwa Schachtaufnahmen, Flächenaufmaße oder die Fotodokumentation von Leitungen. „Das entlastet Vermessungsbüros und beschleunigt Projekte erheblich“, so Beiganz. Die Lösung ist sofort einsetzbar, läuft auf den Geräten, die ohnehin im Einsatz sind. Damit wird aus einem oft vernachlässigten Nebenschritt – der Dokumentation – ein strategisches Instrument für Qualität, Transparenz und Effizienz im Tiefbau – sicher und ISO 27001-zertifiziert.
Nutzen für Auftraggeber
Öffentliche Auftraggeber, Kommunen und Netzbetreiber stehen zunehmend vor der Herausforderung, Tiefbauprojekte transparent und effizient zu dokumentieren. Ob Straßenbau, Leitungsbau oder Sanierung – Auftraggeber benötigen belastbare Nachweise, um Baufortschritte nachzuvollziehen und Abrechnungen prüfsicher zu gestalten. In der Praxis zeigt sich jedoch ein Dilemma: Viele digitale Systeme lassen sich nur schwer bei Tiefbaufirmen durchsetzen, weil diese darin vor allem Mehraufwand ohne echten Vorteil sehen.
Genauigkeit und Berichtswesen
Die Kombination aus Smartphone/Tablet und GNSS-Antenne liefert präzise Positionsdaten im cm-Bereich. Korrekturdaten (RTK) sind im Paket enthalten, sodass keine zusätzlichen Verträge notwendig sind. Alle erhobenen Daten lassen sich ohne Nachbearbeitung weiterverwenden:
· Automatisierte Berichtsgenerierung: Foto- und Aufmaßberichte mit Plan- oder Kartenansicht, Flächen- und Längensummen sowie Koordinatenlisten entstehen mit wenigen Klicks.
· Export für CAD- und GIS-Systeme: DXF, Shapefile oder CSV stehen auf Knopfdruck zur Verfügung – auch abschnittsweise oder nach Aufnahmedatum gefiltert.
· API-Integration: Offene Schnittstellen ermöglichen den automatisierten Datenaustausch mit anderen Systemen.
„Wir müssen den Tiefbauern ein Werkzeug geben, das einfach zu bedienen ist und ihnen echten Mehrwert bringt – sonst akzeptieren sie es nicht“, beschreibt Beiganz die Haltung, auf er bei Auftraggebern immer wieder gestoßen ist. Bei SitePlan profitieren Auftraggeber davon, dass Dokumentation und Vermessung von den Bauausführenden selbst integriert in die Bautätigkeiten übernommen wird. Sie erhalten mehr Transparenz, schnellere Abnahmen und höhere Qualitätssicherung, wenn die beauftragten Unternehmen die Technologie einsetzen.
Für Auftraggeber bedeutet dies zudem: Sie geben kein System vor, das von den Bauunternehmen als Belastung empfunden wird, sondern stellen ein Werkzeug bereit, das Tiefbauunternehmen selbst gerne einsetzen, weil es ihnen Zeit spart und Prozesse vereinfacht. Mit SitePlan erhalten Auftraggeber die Möglichkeit, ihre Tiefbauprojekte nicht nur zu überwachen, sondern auch die Digitalisierung auf den Baustellen selbst anzustoßen. Auftraggeber können die Lösung nämlich direkt ihren Tiefbaufirmen an die Hand geben – ohne dass sie Hardware, SIM-Karten oder Vermessungsdienste selber beschaffen müssen. Diese können SitePlan zunächst ohne die zusätzliche GNSS-Antenne einsetzen und so etwa eine Fotodokumentation machen, bei denen die Fotos mit der auf dem Smartphone üblichen Genauigkeit lokalisiert werden. „So wird Digitalisierung direkt auf die Baustelle gebracht – und sorgt gleichzeitig für Mehrwert bei den Ausführenden“, resümiert Beiganz.

