Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat ein Tool für eine effizientere interne Nutzung kommerzieller GIS-Software entwickelt, von dem auch andere Behörden profitieren können. Der administrative Aufwand für die Lizenzverteilung soll damit reduziert werden. Die Entwicklung steht jetzt auf openCode, der zentralen Plattform für die öffentliche Verwaltung zum Austausch von Open-Source-Software, zur Verfügung.
Konzipiert wurde das Tool von den Fachleuten im Geodatenmanagement der BGR. In diesem Bereich wird auch die behördeninterne Verteilung von Lizenzen für ein Geoinformationssystem (GIS) eines kommerziellen Anbieters administriert, das zur Darstellung und Bearbeitung raumbezogener Daten – etwas zur Produktion von Karten – genutzt wird. Durch einen Wechsel des Lizensierungsmodells seitens des Herstellers hätte die BGR ihren Beschäftigten Lizenzen zur Nutzung der Software einzeln zuweisen müssen. In dieser Situation entschied sich das Geodatenmanagement für eine andere Lösung. Im von der BGR angegebenen Beispielbild wird dabei die Software des Herstellers Esri gezeigt, die bei Behörden weit verbreitet ist. Der Hersteller hat in den letzten Jahren sein Lizenzmodell erweitert, bei dem personengebundene Lizenzen (Named User) eine große Rolle spielen.

Das Tool in der Anwendung. Hie können Lizenzbedingungen, Kosten und Alternativen geprüft werden.
Quelle: BKG
Für die Administration der personengebundenen Lizenzen wurde ein internes Verteilungssystem entwickelt. Mit dem Tool können sich jetzt Beschäftigte selbst die für sie passende Anwendungslizenz auswählen. Nach der Anwendung werden die Lizenzen entweder selbstständig zurückgegeben oder das Tool setzt diese nach einer gewissen Zeit automatisch aus, damit andere Beschäftigte die Lizenzen nutzen können. Das System hat sich, so die BGR, intern bewährt und zugleich den administrativen Aufwand der früheren Lizenzzuweisung noch deutlich verringert.
Das neue BGR-Modell bei der Lizenzverteilung weckte auch das Interesse von Geologischen Diensten einzelner Bundesländer, die mit der gleichen GIS-Software arbeiten. Aus diesem Grund entschied sich die BGR, ihr Tool auf der openCode-Plattform zu veröffentlichen. Dort können jetzt andere Behörden die BGR-Software frei verwenden und für eigene Zwecke weiterentwickeln. Das Echo auf die Veröffentlichung war so groß, dass die BGR bereits zwei Workshops durchgeführt hat, um anderen Behörden die Vorzüge ihrer Entwicklung zu erläutern.

