Die infrest erweitert ihr Dienstleistungs- und Lösungsangebot im Bereich der Leitungsauskunft. Neu sind beispielsweise OZG-konforme, medienbruchfreie Genehmigungsprozesse für Kommunen.
Für Baumaßnahmen in und auch außerhalb von Siedlungsgebieten gibt es viele relevante Recherche-, Genehmigungs- und Antragsprozesse. Das bedeutet einen hohen bürokratischen Aufwand für alle Beteiligten: Betroffen sind Antragsstellende, Planer und Baufirmen, Infrastrukturbetreiber mit ihrer Auskunftspflicht sowie Kommunen, die die entsprechenden Fach- und Genehmigungsverfahren rund um Baustellen bewältigen müssen. Für all diese Akteure bietet das Unternehmen infrest, das mit seinem Portal Leico – Leitungs-Check-Online einer der führenden Anbieter [JB1.1]in Deutschland im Bereich Leitungsauskunft ist, entsprechende Leistungen. Diese ermöglichen eine medienbruchfreie Digitalisierung von End-to-End-Prozessen.
Wachstum rund um Leico

Neben der Leitungsauskunft gibt es bei Infrest einige neue Produkte für die Optimierung von kommunalen Genehmigungsverfahren rund um Bautätigkeiten. Foto: Ch / stock.adobe.com
Insgesamt entwickelt sich Leico weiterhin positiv. Die Anzahl der im Metasystemportal hinterlegten Infrastrukturbetreiber in Deutschland beträgt heute bereits mehr als 18.600 und ist damit medienübergreifend weitestgehend vollständig. Die TöB-Listen (Träger öffentlicher Belange) der Städte und Gemeinden bilden das Grundgerüst für die Leico-Datenbank. Diese TöB-Listen werden von Kommunen bzw. Städten und Gemeinden öffentlich bereitgestellt. Im vergangenen Jahr hat infrest die Befragung aller 11.000 Kommunen zu den TöB-Listen Ansprechpartnern der Infrastrukturbetreiber abgeschlossen und dabei Antworten von der Hälfte aller Kommunen erhalten. Neue oder veränderte Daten zu Infrastrukturbetreibern sind direkt in Leico übernommen worden. Mehr Aktualität geht kaum. Auch die Anfrage-Statistik von Leico steigt weiter an. Im Jahr 2025 gab es eine erneute Steigerung um 12 Prozent, womit das zuletzt meist zweistellige Wachstum weitergeht.
Angebot für Auskunftssuchende
Rund um das Thema „Einholung von Planauskünften“ hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein vielfältiges Angebot geschaffen. Dazu gehört auch die Dienstleistung für die Einholung von Auskünften. Dabei handelt es sich um einen aufwändigen Prozess, bei dem alle Leitungsbetreiber recherchiert, kontaktiert und die Ergebnisse eingesammelt beziehungsweise auch harmonisiert werden müssen. Die infrest holt die Auskünfte dabei bei allen bekannten Infrastrukturbetreibern ein, bedient Drittsysteme von Netzbetreibern und weitere Metasystemportale. Zusätzlich wird bei betroffenen Kommunen nach der TöB-Liste gefragt. „Die Zeitersparnis unserer Komplettservices beträgt bis zu zwei Arbeitstage“, sagt Geschäftsführer Jürgen Besler. Die infrest bietet verschiedene Dienstleistungspakete an, die von der reinen Abfrage der Auskünfte bis hin zur vollständigen Recherche und Aufarbeitung der Auskunftsergebnisse zu einem koordinierten Gesamtplan reichen.
Lösungen für Infrastrukturbetreiber
Ebenso gibt es Dienstleistungen für Infrastrukturbetreiber. Im Fokus stehen dabei vor allem Unternehmen, deren Kernprozesse nicht in diesem Auskunftsverfahren liegen, etwa Betreiber von Windparks oder Unternehmen aus der Wasserwirtschaft, deren Infrastruktur kleinere Netzlängen als beispielsweise im Strombereich umfasst. „Hier gibt es noch viele Institutionen, die Leitungsauskünfte im händischen Verfahren ausstellen, sodass ein entsprechendes Optimierungspotenzial besteht“, sagt Besler. Zu den neuesten Kunden gehören Heidewasser und Trinkwasser Magdeburg, die mit infrest einen automatisierteren Prozess in der Planauskunft realisieren.
Die infrest bietet insgesamt drei Modelle: Die teilautomatisierte bzw. vollautomatisierte Auskunft, bei der die Prozesse vollständig zwischen Leico und den internen Systemen des Infrastrukturbetreibers ablaufen. Für Infrastrukturbetreiber, die weder die technischen Systeme haben, noch die entsprechenden personellen Kapazitäten zur Verfügung stellen können, bietet infrest die Erteilung von Leitungsauskünften auch als vollständige Dienstleistung an.
Digitale Antragsverfahren für Kommunen
Auch für das kommunale Angebot steht die Digitalisierung von Prozessen im Fokus – vor allem im Antrags- und Genehmigungsbereich. Hier ermöglicht infrest medienbruchfreie Prozesse im Antragsverfahren für Genehmigungen. Diese können über Leico digitalisiert und OZG-konform abgewickelt werden. Die infrest hat gleich mehrere Schnittstellen zu führenden Fachverfahrensherstellern entwickelt, um medienbruchfreie Antragswege zu den Kommunen zu schaffen. Meist entstehen Lösungen im Berliner „Labor“, die dann deutschlandweit zur Verfügung stehen.
Über Leico sind in Berlin bereits Anträge zur verkehrsrechtlichen Anordnung (VRAO) nach § 45 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sowie Anträge auf Zustimmung nach dem Telekommunikationsgesetz (§ 127) oder auf Sondernutzung nach § 12 des Berliner Straßengesetzes möglich. „Dies kann vollständig und einheitlich parallel zum Auskunftsverfahren über Leico abgewickelt werden“, beschreibt Besler. Die Informationen werden den zuständigen Stellen weitergeleitet und Genehmigungen dem Antragssteller digital wieder zugeführt. Dadurch sind alle Informationen einheitlich, vollständig und strukturiert, sodass Vereinfachungen und Beschleunigungen über den gesamten Prozess hinweg realisierbar sind. Die infrest bietet dieses und weitere Module für alle Kommunen in Deutschland an.
Hintergrund ist, dass baurechtliche Genehmigungsverfahren in Deutschland meist zu lange dauern. Das TKG hat darauf reagiert und im Falle einer verzögerten Bearbeitung den Antragsteller bevorzugt. Die sogenannte Genehmigungsfiktion erteilt die sofortige Zustimmung zur Baumaßnahme, wenn die Behörde nicht innerhalb von drei Monaten nach Einreichen eines vollständigen Bauantrags reagiert. Leico sieht daher einen Zeitstempel für die Erfüllung der Vollständigkeit der Anträge vor, was die Überprüfung des Verfahrens erheblich vereinfacht. „Die Kombination der baurechtlichen Genehmigungsverfahren und der Tiefbauerkundigung im Leico, beschleunigen die Bauprozesse. Die Anbindung weiterer Portale ist umsetzbar“, beschreibt Besler.
Dies kann in Berlin konkret begutachtet werden. Nach Anlegen eines Vorgangs durch Markierung der Genehmigungsfläche kann der gewünschte Antragstyp bei Leico ausgewählt werden. Gemeinsam mit allen notwendigen validierten Attributen und Dokumenten werden die Anträge über eine Schnittstelle direkt in das Verkehrs-Management-System (VMS) der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt bzw. an die Straßen- und Grünflächenämter der zwölf Bezirke übertragen, wodurch ein Medienbruch vermieden wird.
