Die Open Source Lösung für die Verwaltung von XPlanungs-konformen Dateien wird nun auch von Dataport und dem GIS-Anbieter CAIGOS genutzt.
Die Entwicklungen in der digitalen Planungsunterstützung und vor allem beim Standard XPlanung schreiten rasant voran. Der Datenstandard wird nicht nur immer häufiger in der Praxis genutzt, sondern entwickelt sich auch kontinuierlich weiter. Je mehr Kommunen ihn einsetzen und je mehr Themen in die moderne Siedlungsplanung vordringen (beispielsweise rund um die Themen Energie, Baulanderschließung, Stadtplanung, Verkehrswende etc.), desto dynamischer sind auch die Entwicklungen des Standards und der Datenmodellierung. Die Folge ist, dass auch die Entwicklungsarbeiten rund um die dazugehörige Software Schritt halten müssen.
Einer der wichtigsten Akteure in Deutschland in diesem Bereich ist die Firma lat/lon. Seit dem ersten Erscheinen des Standards im Jahr 2010 entwickelt das Unternehmen mit der xPlanBox eine Software zum Verwalten der XPlan-konformen Daten. Im April 2022 hat es die Software in Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) Hamburg als Open-Source-Projekt veröffentlicht.
Seit die Software im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) nach dem „Einer-für-Alle“-Prinzip (EfA) zum Einsatz kommt, haben sich die Entwicklungen nochmals intensiviert. Inzwischen liegt die Software in der Version 9.0 vor. „Die neue Version der xPlanBox 9.0 wurde im Rahmen des OZG-Projekts DiPlanung entwickelt und unterstützt jetzt die neue Version 6.1 des Standards XPlanung. Es ist möglich, Pläne im Format XPlanGML in dieser Version zu prüfen, zu verwalten und über WMS und WFS zu veröffentlichen“, sagt Geschäftsführer Torsten Friebe. Zuletzt sind auch viele Neuerungen im Bereich Identity und Access Management dazugekommen, etwa durch eine Schnittstelle zu der Software Keycloak, die einen De-facto-Standard für Identity und Access Management (IAM) und Single Sign-On (SSO) darstellt.
Die xPlanBox ermöglicht es, eine dienstebasierte, vernetzte und sichere Cloud-basierte Infrastruktur zu realisieren. „Die Vision von XPlanung, die Digitalisierung für eine schnellere, bessere und gerechtere Planung der Raumnutzungsstrukturen in Deutschland zu nutzen, wird damit immer konkreter“, sagt Friebe. Rund um die Flächennutzungs- und Bauleitplanung werden Öffentlichkeit, Fachleute, Verwaltung und Politik besser vernetzt.

Die xPlanBox, hier integriert in das Geoportal von CAIGOS, ist eines der digitalen Werkzeuge, die die Vorteile der Digitalisierung bei Stadt- und Regionalplanung in der Praxis der kommunalen Verwaltung konkret verfügbar machen. Foto: CAIGOS GmbH
Neue Partnerschaften
Ein weiterer Beschleunigungsfaktor für diese Entwicklung sind neue Partnerschaften von lat/lon, beispielsweise mit Dataport, einem IT-Dienstleister für die öffentliche Verwaltung mit Sitz in Hamburg. Dataport plant, die xPlanBox zusammen mit dem Masterportal für Geodaten als kombinierte Cloud-Lösung bereitzustellen. Die Dienste sollen in der ersten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein. „Wichtig war für uns vor allem, dass die Lösung einen Open-Source-Ansatz verfolgt”, so Dr. Nicholas Schliffke, Leiter von GDI & UrbanSystems bei Dataport. Dataport arbeitet eng mit der Leitstelle XPlanung zusammen und beschäftigt sich seit rund fünf Jahren mit dem Thema XPlanung. „Während die Stadt Hamburg Vorreiter ist, hat das Thema in der Breite erst in den letzten Jahren richtig Schwung aufgenommen”, sagt Schliffke. Als Treiber nennt er vor allem die Beteiligungsplattform DiPlanung, für deren Nachnutzung sich neben Bremen und Hamburg kürzlich auch die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern entschieden haben. Die Plattform ermöglicht es allen Akteuren in der raumbezogenen Planung, den Beteiligungsprozess einfach und effizient online zu gestalten. Dies spielt unter anderem bei der Bauleitplanung eine gewichtige Rolle. Beteiligte können ihre Stellungnahmen und Rückmeldungen online abgeben – komfortabel und zeitsparend. Wie beim Masterportal gibt es viele Dataport-Kunden, die Beteiligungs- und Austauschlösungen in eigenen Rechenzentren implementieren wollen. Dafür können die aus dem Masterportal bekannten xPlanBox-Dienste zum Einsatz kommen.
Integriert in kommunales GIS
Auch das Unternehmen CAIGOS integriert die Open-Source-Lösung xPlanBox in ihre GIS-Lösungen. Dazu haben die Unternehmen jüngst einen weitreichenden Kooperationsvertrag geschlossen: lat/lon und CAIGOS sind dabei in Zukunft gemeinsam für die Weiterentwicklung der XPlanungs-relevanten Komponenten und die Integration in die CAIGOS-Suite verantwortlich.
CAIGOS bietet bereits seit den Anfängen der XPlanungs-Entwicklungen entsprechende Fachschalen für Kommunen an. „Die Entwicklungen an dem XPlanungs-Datenstandard schreiten rasch voran und es ergibt Sinn, dass sich zwei marktführende Anbieter hierzu ergänzen und gemeinsam voranschreiten“, sagt Entwicklungsleiter Thomas Willmes. Die lat/lon-Kooperation bringe demnach auch für CAIGOS-Kunden die meisten Vorteile. „Nach einer Marktuntersuchung war uns dabei sehr schnell klar, dass die xPlanBox die beste Lösung für die Datenverwaltung ist“, so Willmes. Dies sei vor allem auf den Open-Source-Ansatz und die enge Mitarbeit von lat/lon in der AG Datenmodellierung bei der XLeitstelle zurückzuführen.
Durch diese Kooperation gewinnt die XPlanung nochmals an Relevanz und Verfügbarkeit in den Kommunen. Die Lösungen CAIGOS GIS und CAIGOS Globe zeigen die Daten der Flächennutzungs- und Bauleitplanung kartenbasiert an und integrieren sie in alle damit verbundenen Prozesse. „Dadurch sinken die Barrieren für die Nutzung der neuesten XPlanungs-Standards erneut und diese werden noch breiter in den kommunalen Verwaltungsprozessen genutzt. Die Bauleit- und Flächennutzungsplanung kann so noch effektiver, kostengünstiger und qualitativ besser gestaltet werden“, sagt CAIGOS-Geschäftsführer Dirk Weidemann. CAIGOS zählt inzwischen mehr als 1.200 Kunden, davon ca. 650 Kunden im kommunalen Markt, von Großstädten bis hin zu kleineren Kommunen, Landkreisen und Ministerien. CAIGOS hatte zuvor eine Umfrage unter Kommunen durchgeführt, aus der hervorging, dass der überwiegende Anteil die Daten in Verwaltungsprozessen nutzt, die eigentliche Erstellung der Daten aber weitestgehend an Dritte ausgelagert ist.

