Der Fernerkundungsexperte European Space Imaging (EUSI) baut sein deutsches Bodensegment aus. Dazu gehören sichere Web- und API-Plattformen, der Ausbau der bestehenden ATOM-Plattform sowie verstärkte Cloud-Infrastruktur. Ziel ist es, Satellitenaufklärungsdaten auf Anfrage für Verteidigungs- und Notfallbehörden schneller bereitzustellen. EUSI betreibt auch den europäischen Uplink- und Downlink-Dienst für die Vantor-Satellitenkonstellation (früher: Maxar), wodurch auch der Zugang zu US-Aufklärungsdaten verbessert werden soll.
In Kombination mit dem „Rapid Satellite Intelligence“ (RSINT)-Programm von EUSI ermöglicht die Plattform die Beauftragung von Satellitenaufnahmen nach Angaben des Unternehmens bis zu 30 Minuten vor der Bildaufnahme und die Bereitstellung der Bilder innerhalb von 15 Minuten nach der Erfassung. Dadurch verkürzt sich der gesamte Zyklus von der Anfrage bis zum Erhalt der Daten von Stunden auf Minuten, was zeitkritische Einsätze wie Krisenreaktion, Grenzsicherheit, maritime Überwachung und militärische Aufklärung bei nationalen und EU-Behörden unterstützt.
Die Investition umfasst Verbesserungen im gesamten deutschen Betriebsbereich von EUSI, darunter Missionssoftware, Cloud-Architektur, Verarbeitungspipelines, Bereitstellungsinfrastruktur und Bodenstützpunktkapazitäten. Die in der Nähe von München gelegene und in enger Partnerschaft mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene Infrastruktur von EUSI bildet einen wesentlichen Bestandteil des kommerziellen Erdbeobachtungs-Ökosystems.
„Die Nachrichtendienste benötigen zunehmend Daten, die mit der Geschwindigkeit der Operationen und Beschaffungsprozesse bereitgestellt werden und sich direkt in ihre Arbeitsabläufe integrieren lassen“, sagte Pascal Schichor, VP of Sales bei European Space Imaging. „Diese Modernisierungen unserer Bodeninfrastruktur stellen eine bedeutende Investition in die operativen Fähigkeiten Europas dar und sind Ausdruck unserer direkten Unterstützung für die Sicherheits- und Weltraumziele Deutschlands und der gesamten EU.“
Zudem integrierte die GAF Geospatial GmbH (GAF) die ATOM-Plattform und die RSINT-Service-Levels von EUSI in den Copernicus Rapid Response Desk (RRD). Dies ermöglicht eine Katalogsuche, eine automatisierte, direkte Auftragsvergabe sowie die Auftragsüberwachung bis zur Datenlieferung über einen einzigen Zugangspunkt, wodurch der Zugriff auf kommerzielle Erdbeobachtungsdaten für zeitkritische Notfälle erheblich beschleunigt wird.“
