Zum Schutz von Infrastruktur – etwa bei Logistik, Energieversorgung, Industrie oder Datenverbindungen – hat die deutsche Sicherheitsfirma hensec secure solutions Portags (Port Airspace and GNSS Security) entwickelt. Die integrierte Plattform zur Luftraum- und GNSS-Überwachung (Global Navigation Satellite System) für Häfen verbindet unterschiedliche Detektionstechnologien und führt deren Informationen in einer gemeinsamen operativen Sicht zusammen. Das System beobachtet den Himmel über dem Hafen auf mögliche Flugobjekte wie etwa Drohnen und prüft zugleich, ob die Satellitennavigation zuverlässig funktioniert oder gestört wird. Sicherheitsverantwortliche können damit Drohnenaktivitäten und GNSS-Störungen zentral erkennen, bewerten und dokumentieren.

Ein Beispiel für die integrierte Überwachung mit hensec-Technologie von Infrastruktur sind Häfen. Besonders in der Ostsee sind sie derzeit von GNSS-Störungen durch russische Akteure betroffen.
Quelle: hensec.com Heneka Elektronik und Sicherheit
„Ein gemeinsames Lagebild entsteht nicht dadurch, dass immer mehr einzelne Sensoren installiert werden. Entscheidend ist, dass deren Informationen zusammengeführt, korreliert und so aufbereitet werden, dass Verantwortliche schnell erkennen können, was tatsächlich passiert“, sagt Kevin Heneka, Geschäftsführer von hensec secure solutions. „Gerade in komplexen Hafeninfrastrukturen ist es entscheidend, unterschiedliche Informationen nicht isoliert zu betrachten, sondern miteinander in Beziehung zu setzen.“
Portags kombiniert mehrere Detektionstechnologien. Die RF-Sensorik überwacht relevante Frequenzbereiche und erkennt aktive Kommunikations- und Steuersignale von Drohnen. Dazu gehören unter anderem Remote-ID-Daten, Steuer- und Kommunikationssignale sowie Telemetrie- und Bewegungsinformationen. Passives Radar ergänzt diese Informationen und kann auch nicht-funkende und nicht-kooperative Flugobjekte sichtbar machen.
Gleichzeitig überwacht das System die GNSS-Umgebung. Die in Portags integrierten, eigens entwickelten GNSS-Analysesysteme analysieren die Signalqualität, erkennen Interferenzen und Anomalien und führen Plausibilitätsprüfungen durch, um entsprechende Ereignisse zu identifizieren und einzuordnen.
Die unterschiedlichen RF-, Radar-, Telemetrie- und GNSS-Daten werden über Sensor Fusion zusammengeführt, korreliert und klassifiziert. Anschließend werden relevante Informationen in einem gemeinsamen Lagebild – dem sogenannten Common Operating Picture – zentral dargestellt. Ereignisse können dort visualisiert, alarmiert und nachvollziehbar dokumentiert werden.
Dass GNSS-Störungen gerade für die maritime Sicherheit relevant sind, zeigen auch Untersuchungen, an denen hensec beteiligt war. Für eine 2025 durchgeführte Messkampagne wurde ein GNSS-Interferenzdetektor direkt an Bord eines Forschungsschiffes installiert, das zwischen Juni und Oktober im südlichen Ostseeraum unterwegs war.
Die Messungen zeigten unter anderem kombinierte Jamming- und Spoofing-Aktivitäten. Auf offener See wurden teilweise deutlich stärkere Störungen gemessen als im Hafen von Danzig. Die Untersuchung zeigt damit, dass Schiffe im Ostseeraum teilweise mit komplexen GNSS-Interferenzen konfrontiert sind.
„Gerade dort, wo Drohnenaktivitäten und Störungen von Navigationssignalen gleichzeitig eine Rolle spielen können, reicht der Blick auf eine einzelne Sensorquelle nicht aus“, erklärt Heneka. „Portags verfolgt deshalb einen Multi-Sensor-Ansatz: Unterschiedliche Daten werden zusammengeführt und auf Plausibilität geprüft, um Sicherheitsverantwortlichen eine belastbare Grundlage für ihre Bewertung zu geben.“
Die Sensorarchitektur von Portags wird entsprechend dem jeweiligen Standort, dem Risikoprofil und der gewünschten Abdeckung geplant. Das System ist modular und skalierbar und kann stationär oder mobil eingesetzt werden.
Zu den möglichen Einsatzbereichen gehören Containerterminals, Tanklager, Hafenzufahrten und automatisierte Terminals. Darüber hinaus kann das System zur Überwachung kritischer Energie-, Kommunikations- und Steuerungsinfrastrukturen eingesetzt werden.
Über offene Schnittstellen lässt sich Portags zudem in bestehende Leitstellen integrieren. Mehrere Sensorknoten können über ein gesichertes Datennetz mit einem Operations Center verbunden werden, in dem die Informationen zu einem gemeinsamen operativen Lagebild zusammenlaufen.
Damit verfolgt Portags einen integrierten Ansatz für die Hafenüberwachung: Drohnen erkennen, GNSS-Störungen identifizieren und unterschiedliche Informationen so zusammenführen, dass Sicherheitslagen zentral bewertet werden können.
