Beim Bau der A40 stellt das Unternehmen WOLFF & MÜLLER auf die moderne Arbeitsweise um. Zum Einsatz kommt VESTRA INFRAVISION von AKG Software.

Teil des neuen Streckenabschnitts im 3D-Modell. Bild: © WOLFF & MÜLLER Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG
Das BIM-Projekt beinhaltet den Ausbau der B1 zur künftigen Autobahn A40 vom Autobahnkreuz Unna bis zur Stadtgrenze Dortmund. Der hier vorgestellte Bauabschnitt (BL1) umfasst den grundhaften Ausbau der neuen A40. Teil der etwa sechs Kilometer langen Baustrecke sind vier Brückenbauwerke, drei Anschlussstellen, zwei Regenrückhaltebecken sowie der Neubau verschiedener Medien. Bei der Maßnahme setzte das renommierte Bauunternehmen WOLFF & MÜLLER unter anderem das CAD-System VESTRA INFRAVISION von AKG Software ein.
Aufgabenstellung
Bei diesem Projekt baut WOLFF & MÜLLER die existierende Bundesstraße vollständig zurück – also rund 140.000 Quadratmeter Fläche. Der erweiterte Regelquerschnitt mit etwa 200.000 Quadratmetern Neubaufläche sorgt dafür, dass sich die Achse der Straße in nördliche Richtung verschiebt. Die Arbeiten sind in drei Hauptbauphasen gegliedert. In der ersten Bauphase stellt das Unternehmen Provisorien zur Ertüchtigung der Strecke her, um eine Verkehrsführung während der Bauzeit zu ermöglichen. Anschließend errichtet WOLFF & MÜLLER die nördliche und südliche Richtungsfahrbahn.
Die Baumaßnahmen sind hochkomplex: Vier Bauwerke werden gleichzeitig neu gebaut, der Verkehr muss an mindestens zwei Anschlussstellen aufrechterhalten werden, während sich die Baustrecke im Prozess nach Norden verlagert. Diese Gegebenheiten erfordern ein hohes Maß an Organisation. Das Projektteam nutzt deshalb BIM in der Arbeitsvorbereitung, um diese Aufgabe effizient bewältigen zu können.
Besonderheiten bei der Vorbereitung
Kernfakten des Straßenbauprojekts
- Lage: B1 zwischen Unna und AK Unna
- Bauherr: DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH
- Projektdauer: September 2021 – laufend
- Ausführung: Arbeitsgemeinschaft 6-spuriger Ausbau der A40/B1 Dortmund-Ost
- Gesamtkosten: 56,3 Mio. EUR
Da die Baumaßnahmen ursprünglich nicht als BIM-Projekt geplant wurden, standen weder Modelle noch ein darauf abgestimmtes Leistungsverzeichnis (LV) zur Verfügung. Da BIM die Effizienz in der Planung und im Bauablauf erhöht, erzeugte WOLFF & MÜLLER das Trassenmodell und modellierte das Regenrückhaltebecken. Dazu nutzte das Unternehmen unter anderem die Baugrubenfunktion sowie die neue Schichtenkonstruktion im CAD-System VESTRA INFRAVISION von AKG Software.
Um die ausgeschriebenen Leistungen und Modelle passgenau aufeinander abzustimmen, bewerteten der BIM-Koordinator, die Modellierer, die Bau- und Projektleiter das Leistungsverzeichnis. Dabei wurde entschieden, welche LV-Positionen direkt modelliert werden und welche nur als Anhangspositionen dienen. Die Anhangspositionen werden den modellierten Positionen inhaltlich passend zugeordnet, sodass aus dem reduzierten Modell alle relevanten Daten ausgelesen werden können. So ist es theoretisch möglich, ein komplettes LV einem Modell zuzuordnen, ohne das Leistungsverzeichnis als Ganzes modellieren zu müssen.
Über die Ordnungszahl der Leitpositionen steuert das Team im weiteren Verlauf die Verknüpfung zwischen LV und 3D-Modell. Dazu wurden im vorliegenden Beispiel die LV-Positionen durch den Modellierer an das Modell im BIM-Viewer von VESTRA INFRAVISION angebracht.
BIM-konformes Arbeiten mit VESTRA und 5D-Modell

Baugrube im BIM-Viewer von VESTRA INFRAVISION. Bild: © WOLFF & MÜLLER Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG
Aufgrund umfassender Schnittstellen gewährleistet VESTRA INFRAVISION durchgängige, BIM-konforme Arbeitsprozesse. Die Unterstützung des IFC4x3-Datenformats sorgt für eine präzise Darstellung von Straßenachsen, Gradienten und zugehörigen Fachobjekten wie Sichtfeldern. Das benötigte 5D-Modell wurde mithilfe der Kalkulationsdaten, der Zeitschiene sowie des 3D-Modells in der Koordinationssoftware DESITE BIM erstellt. Das dabei entstandene 5D-Modell bildet die Grundlage für alle weiteren modellorientierten Aktivitäten.
Arbeitsvorbereitung mit Modellhilfe
Unter Nutzung der Formularfunktionen in DESITE BIM wurde ein Formular für Bauleiter und Poliere entwickelt, das die Arbeitsvorbereitung enorm vereinfacht. Dabei können die Modellinhalte über verschiedene Filterfunktionen auf die erforderlichen Informationen beschränkt werden. „Bei Bedarf lassen sich noch die Personalplanung vornehmen und die anzuzeigenden LV-Positionen auswählen“, so sagt Michael Neumann, der bei der WOLFF & MÜLLER Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG in der Zweigniederlassung Dortmund die Bereiche Vermessung und Abrechnung leitet.
Der darauffolgende Export gibt ein PDF-Dokument und ein Teilmodell aus – inklusive Kalkulationsdaten in Form von Gerät, Material, Lohnstunden und Baupartner. Zur anschließenden Disposition ist somit keine manuelle Ermittlung von Mengen mehr nötig. „Es kann auf die bereits verfügbaren Informationen zurückgegriffen werden, was den Zeitaufwand in der Projektarbeit erheblich reduziert“, so Neumann.

