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Home » Unternehmen & Märkte » Informationsplattform Waldinfo.NRW: Zukunftsorientierter Waldbau

Home » Unternehmen & Märkte » Informationsplattform Waldinfo.NRW: Zukunftsorientierter Waldbau

Informationsplattform Waldinfo.NRW: Zukunftsorientierter Waldbau

  • 14. Feb.. 2020

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hat die der con terra GmbH das Waldinformationssystem Waldinfo.NRW realisiert.

Das bereits Ende 2018 an den Start gegangene Internetportal Waldinfo.NRW informiert Waldbesitzende und interessierte Bürger umfassend über das Thema Wald. Hilfestellungen bietet es insbesondere den vielen Privatwaldbesitzenden in Nordrhein-Westfalen, die im Zuge des Klimawandels ihre individuelle Waldanpassungsstrategie entwickeln müssen. Karten, wie die jüngst im Portal veröffentlichte „Vitalitätsabnahme bei Nadelholzbeständen“, sind hierfür ein gutes Beispiel.

Doch von vorn: Tausende abgestorbene Fichten zeugen von einem Wandel im Wald, der bedrohlich voranschreitet. Es sind die Folgen des Klimawandels, die auch im Wald immer deutlicher zutage treten: Trockenstress, Borkenkäfer und extreme Wetterereignisse gefährden unsere Wälder in ihrer jetzigen Form. Ein „Weiter so“ wird nicht funktionieren – da sind sich Wissenschaft, Waldbesitzende und Verwaltung einig.

Konkrete Hilfestellung

In Nordrhein-Westfalen, wo rund 180.000 Menschen in der Forst- und Holzwirtschaft arbeiten, wird dem Klimawandel auf unterschiedlichen Ebenen begegnet. Ein wichtiger, von der Landesregierung getriebener Handlungsstrang ist dabei die Nutzung moderner Informationstechnologien. Ihr Einsatz soll Bewusstsein schaffen, zu neuen Erkenntnissen führen und den Akteuren konkrete Hilfestellung geben. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Ende 2018 durch das Umweltministerium NRW gestartete und von der con terra GmbH entwickelte Internetportal Waldinfo.NRW.

Die Realisierung erfolgte durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW). Das Portal gilt als wichtiger Baustein der Landesforstverwaltung im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie NRW. Waldinfo. NRW wendet sich an Waldbesitzende und interessierte Bürger, indem es öffentliche Informationen interaktiv und digital zugänglich macht.

Basis: map.apps von con terra

Dafür basiert das Internetportal auf der map.apps-Technologie von con terra. „Mit map.apps, unserer zentralen Softwarekomponente, können Anwender Apps und Lösungen erstellen, die individuell auf ihre Herausforderungen angepasst sind“, erklärt Reinhard Abke, Leiter Marketing bei der con terra GmbH. „Zudem wird die ArcGIS-Plattform mit map.apps um Funktionen zur Realisierung komplexer Lösungs-Architekturen auf Enterprise-Niveau erweitert.“ Darüber hinaus integriere sich map.apps, so Abke, nahtlos in ArcGIS und sichere durch geringe Wartungsaufwände die Langfristigkeit der Lösung.

Das Waldinformationsportal Waldinfo.NRW basiert auf der map.apps-Technologie von con terra und ging Ende 2018 an den Start. Mit dem Portal sollen Waldbesitzende individuelle Anpassungsstrategien ausarbeiten können. Foto: con terra GmbH

Das Waldinformationsportal Waldinfo.NRW basiert auf der map.apps-Technologie von con terra und ging Ende 2018 an den Start. Mit dem Portal sollen Waldbesitzende individuelle Anpassungsstrategien ausarbeiten können. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Für das Internetportal Waldinfo.NRW zudem von großer Bedeutung war die stufenlose Skalierbarkeit, die map.apps mit sich bringt. „Mit unserer Technologie können Kunden vom Standard-Produkt bis zu einer unternehmensweiten Lösungsplattform Anwendungen in verschiedensten Größenordnungen umsetzen. Zudem erlauben offene Schnittstellen sowie ein offener Quellcode die Implementierung eigener Anpassungen und/oder Erweiterungen“, berichtet der Marketingleiter. Das Grundgerüst von map.apps sei außerdem vollständig komponentenbasiert und ermögliche somit eine einfache Wiederverwendung von Funktionen zwischen verschiedenen Apps. Auf diese Weise müssten Funktionsbausteine nur einmal im System bereitgestellt werden. „Dann können diese Bausteine von beliebig vielen Apps genutzt werden. Der Programmcode wird dabei nicht dupliziert, sondern einfach wieder geladen. Das reduziert Administrations- und Wartungsaufwand für den Anwender erheblich.“

Den Kern des Internetportals bildet die Kartenanwendung. Die Themen sind breit gefächert: Von Ökologie, Naturschutz und Waldabdeckung über Waldbewirtschaftung bis hin zur Freizeitnutzung, Gefahrenabwehr und Forstverwaltung. Aufgrund der benutzerfreundlichen Oberfläche bietet Waldinfo.NRW einen schnellen Zugang zu Fachinformationen und stellt nicht nur den aktuellen Stand dar, sondern gibt auch Hilfestellungen, um Anpassungsstrategien für den zukunftsorientierten Waldbau zu entwickeln.

Wälder stabil entwickeln

Rund 67 Prozent der Waldflächen Nordrhein-Westfalens befinden sich in Privatbesitz. Vor allem die privaten Eigentümer sollen durch die bereitgestellten Informationen zur Anpassung der Waldbewirtschaftung im Klimawandel unterstützt werden. Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, verfolgt mit dem Fachinformationssystem Waldinfo.NRW vor allem ein Ziel: „Neben den akuten Maßnahmen ist es für die Landesregierung wichtig, die Wälder im Klimawandel auch längerfristig stabil und widerstandsfähig zu entwickeln.“

Hierfür bietet Waldinfo.NRW zahlreiche relevante Informationen, wie beispielsweise die neue Karte zur Vitalitätsabnahme. Diese dokumentiert den Grad der Schädigung von Nadelwaldbeständen auf Basis von Fernerkundungsdaten. Durch die Betrachtung der Vitalitätsabnahme in einem vorher festgelegten Zeitraum lassen sich Flächen mit dringendem Handlungsbedarf schnell erkennen und geeignete Maßnahmen können ergriffen werden.

Vier von fünf Bäumen sind krank

Aktuell ist es vor allem die Fichte, die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgrund ihres schnellen Wuchses großflächig eingeführt wurde, für die standortgeeignete Ersatzbaumarten gefunden werden müssen. Als Gebirgsbaumart benötigt die Fichte kühle, feuchte Standorte. Aus diesem Grund ist sie auch besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Aber auch Laubbaumarten wie die Buche kommen zunehmend unter Stress. Laut Waldzustandserhebung 2019 ist nur etwa jeder fünfte Baum in NRW frei von Schäden.

Das Internetportal Waldinfo.NRW soll dabei unterstützen, dem Wandel mit geeigneten Maßnahmen begegnen zu können. So zeigt das Portal nicht nur die derzeitige Standorteignung für verschiedene Baumarten, sondern auch deren Veränderung bei einer Zunahme der Temperatur um 2 Grad Celsius bei gleichzeitiger Reduktion des Niederschlags um 10 Prozent. Im Kontext mit dem neuen Waldbaukonzept NRW sind dies wichtige Informationen für den zukunftsorientierten Umbau von Waldflächen.

Aktuell sind es gut 75 Kartenthemen, die zusammengefasst in mehreren Gruppen auf Waldinfo.NRW dargestellt werden. Die Aufnahme weiterer Themen ist zudem in Planung. (jr)

www.conterra.de

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