GRINTEC schafft in seiner Lösung LineRegister neue Regeln für die Vergabe von Zugangsberechtigungen. Das Add-On sorgt für die sichere Akkreditierung.

Eine verlässliche Identifizierung von Auskunftssuchenden spielt für Betreiber von Leitungsauskunftslösungen eine immer größerer Rolle. Die GRINTEC GmbH hat hierfür ein neues Add-On zu LineRegister im Angebot. Grafik: killykoon / stock.adobe.com
Jeder, der eine Baumaßnahme plant und durchführt, muss sich vor dem Eingriff ins Erdreich nachweisbar darüber erkundigen, welche Einbauten oder Leitungen vorhanden sind. Gleichzeitig ist jeder Netz- und Infrastrukturbetreiber dazu verpflichtet, zeitgerecht aktuelle und vollständige Informationen über Ort und Lage der Einbauten und Leitungen bereitzustellen. Mehr als 60 Unternehmen in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz setzen hierbei auf LineRegister und stellen registrierten Auskunftssuchenden Lageinformationen ihrer Netze über die Online-Leitungsauskunft der GRINTEC GmbH zur Verfügung. Um einer Verwendung der so gewonnen Daten zu schadhaften Zwecken vorzubeugen und das Risiko von Datenmissbrauch zu minimieren, verschärfen Betreiber kritischer Infrastruktur zunehmend die Regeln für die Vergabe von Zugangsberechtigungen. Umfangreichere Berechtigungen, die notwendig sind, um ein größeres Volumen an Auskünften mit einem höheren Detailgrad der Pläne anzufordern, werden von belastbaren Daten der Auskunftssuchenden – von der Handelsregisternummer bis zum Personalausweis – abhängig gemacht. Die Mitarbeitenden der Betreiber kritischer Infrastruktur werden ab sofort von einem LineRegister Add-On unterstützt, welches die digitale Abbildung jener Handlungen und Tätigkeiten ermöglicht, die für die sichere und transparente Vergabe von Rollen und Berechtigungen maßgeblich sind.
Spionage und Sabotage
Angriffe – sowohl physischer als auch digitaler Natur – auf Einrichtungen des Energie-, Wasser, Telekommunikations- oder Gesundheitssektors ziehen oft gravierende Versorgungsengpässe oder Beeinträchtigungen der öffentlichen Sicherheit mit sich: Anfang des Jahres 2026 hat ein Brandanschlag auf einen neuralgischen Punkt des Stromnetzes im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall geführt. Bei tiefwinterlichen Temperaturen mussten Zehnttausende tagelang ohne Heizung auskommen. Die Ereignisse in der deutschen Hauptstadt haben die Diskussionen über die Sicherheit kritischer Infrastruktur in Medien & Politik neu entfacht: Wie kann man Einrichtungen, die für das Funktionieren des gesellschaftlichen Lebens unerlässlich sind, besser schützen? Erhöht die zunehmende Digitalisierung die Angriffsflächen für Spionage- und Sabotageattacken auf Einrichtungen kritischer Infrastruktur?
Rechte und Pflichten
„Als Versorgungsunternehmen müssen wir einen Spagat schaffen: Einerseits Informationen als Planauskünfte niederschwellig herausgeben – um Beschädigungen unserer Anlagen bei Arbeiten Dritter zu vermeiden –, andererseits diese Informationen nur bestgeschützt zugänglich machen“, schildert Bruno Fritsche von der Mainzer Netze GmbH, und weist auf die Rechte und Pflichten von Betreibern kritischer Infrastruktur hin. Im Zuge des erfolgreichen Einführungsprojektes von LineRegister für die Mainzer Netze GmbH und die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH wurde ein Add-On entwickelt, das die Mitarbeitenden bei der systematischen Prüfung des berechtigten Interesses all jener Akteure, die eine Auskunft einholen wollen, sowie bei der Vergabe von Zugangsberechtigungen zu LineRegister unterstützt. „Unser Vorgehen nennen wir Akkreditierung“, so Bruno Fritsche zur Namensgebung. Das Einführungsprojekt basiert übrigens auf der ebenso neu entwickelten Schnittstelle zum Lovion Betriebsinformationssystem, welches beim Kunden schon lange für die Abbildung technischer Prozesse eingesetzt wird.
Akkreditierung und Akkreditierungshandlungen in LineRegister
Das Add-On zur Akkreditierung von Benutzerkonten ermöglicht die digitale Abbildung des Vergabeprozesses von Zugangsberechtigungen zur Online-Leitungsauskunft. Im Falle der Mainzer Netze GmbH und der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH müssen sich Geschäftskunden, d.h. Benutzer und Benutzerinnen, die Auskünfte im Namen von Planungs- oder Baufirmen einholen, akkreditieren lassen, um mehr Anfragen stellen und größere Plotformate anfordern zu können. Existiert die im Zuge der Selbstregistrierung eines Benutzerkontos angegebene Firma überhaupt? Ist die Person, die das Benutzerkonto erstellt hat, tatsächlich bei dieser Firma tätig? Die Akkreditierung von Geschäftskunden erfolgt erst nach einer vollständigen Prüfung dieser belastbaren Daten: Sobald die Mitarbeitenden die Handelsregisternummer überprüft und eine Bestätigung der Firmenzugehörigkeit eingeholt haben, erhält das Benutzerkonto die gewünschten Berechtigungen und der Akkreditierungsprozess gilt als abgeschlossen. Berechtigungen können auch räumlich eingegrenzt und auf definierte Projektbereiche limitiert werden. Alle Handlungen und Tätigkeiten im Zuge der Akkreditierung werden aufgezeichnet und sind jederzeit einsehbar. Während bei der Mainzer Netze GmbH und der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH ausschließlich Geschäftskunden akkreditiert werden, müssen sich bei einem anderen Kunden auch Privatpersonen, d.h. Benutzer und Benutzerinnen, die Auskünfte im eigenen Namen und zu privaten Zwecken einholen, akkreditieren lassen. Hierzu muss die Personalausweis- oder Reisepassnummer bekanntgegeben und eine Kopie des entsprechenden Dokumentes digital übermittelt werden. „Wir begrüßen es sehr, dass mit dem neuen Line-Register-Modul zur Account-Akkreditierung unsere gestiegenen Anforderungen erfüllt werden können. Durch das dokume tenbasierte Akkreditierungsverfahren erhöhen sich die Hürden für eine missbräuchliche Nutzung und wir erhalten deutlich mehr Transparenz zum Nutzerkreis“, so Marcel Keitel von der Energieversorgung Halle Netz GmbH, die LineRegister gemeinsam mit der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH und der Halleschen Verkehrs-AG betreibt.
Was die Zukunft bringt
Das LineRegister Add-On zur Akkreditierung von Benutzerkonten wird laufend weiterentwickelt und auf Basis der Erfahrung all jener Kunden, die Benutzerkonten von Privatpersonen und/oder Firmen bereits erfolgreich akkreditieren, optimiert. Die Optimierungen sind darauf ausgerichtet, dass die Mitarbeitenden der Netz- und Infrastrukturbetreiber, durch Automatisierungen der manuellen Akkreditierungsschritte, spürbar entlastet werden. Die Hürden einer missbräuchlichen Verwendung von Daten kritischer Infrastruktur werden so mit Sicherheit erhöht. Jedoch wird keine abgelehnte Akkreditierung oder nicht erteilte Berechtigung Objekte wie Kabelbrücken, Umspannwerke oder Trafostationen unsichtbar machen – weder in der Natur, noch auf öffentlich zugänglichen und online verfügbaren Luftbildern.
