Für Trimble wird der Umgang mit Daten zum wichtigsten Erfolgsfaktor von Infrastrukturprojekten. Wichtigstes Ziel ist es, aus Daten Informationen zu gewinnen und übergreifend zur Verfügung zu stellen.
Politisch ist die Digitalisierung des Infrastrukturmanagements ganz oben auf der politischen Agenda angekommen. Der Bundesverkehrsminister kündigte im März 2026 an, Building Information Modeling (BIM) als Standardverfahren für Bundesfernstraßenprojekte etablieren zu wollen. Sein Ziel: „Deutschland wird BIM-Land.“ Die Komplexität der Planung und Umsetzung steigt jedoch in gleichem Maße. Projekte müssen über lange Zeiträume, unterschiedliche Zuständigkeiten und teilweise über Ländergrenzen hinweg koordiniert werden. Die Frage, wie die Vorteile der Digitalisierung maximal genutzt werden können, ist mehr denn je der Schlüssel für effizientes, budgettreues und qualitativ hochwertiges Bauen.
Digitalisierung: Informationen zählen
Nach Einschätzung des globalen Anbieters für vermessungs- und Positionierungstechnologie Trimble entscheidet zunehmend die Qualität und Verfügbarkeit der Daten über Termin- und Budgettreue. Damit digitale Prozesse ihr Potenzial in komplexen Infrastrukturprojekten jedoch voll entfalten können, kommt es, so das Unternehmen, entscheidend auf die zugrunde liegenden Datenflüsse an: Wachsende Datenmengen müssen schnell verarbeitet, über Projektphasen hinweg verfügbar gemacht und von den Beteiligten gemeinsam genutzt werden können.
„Infrastrukturprojekte sind heute hochkomplex und müssen häufig unter enormem Zeitdruck umgesetzt werden“, sagt Andreas Sinning, Vice President Cloud Product & Strategy Field bei Trimble. „Gleichzeitig wächst die Menge hochpräziser Daten, die in den Projekten erfasst und verarbeitet werden muss. Die Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, aktuelle Daten zu erheben, sondern daraus schnell nutzbare Informationen zu machen und diese für alle Beteiligten verfügbar zu halten. Genau hier können durchgängige digitale Workflows einen wesentlichen Beitrag leisten.“

Gotthard-Basistunnel: 500 Gigabyte Daten unter Zeitdruck auswerten
Diese Anforderungen an die Digitalisierung nimmt bei internationalen Projekten, die bei Schienen- und Straßeninfrastruktur häufig sind, nochmals zu. Deutlich wird dies beispielsweise bei Projekten wie dem Brenner-Nordzulauf, dem Gotthard-Korridor, der Rheintalbahn als Teil des Rhein-Alpen-Korridors oder den Fehmarnbelt-Anbindungen. Als zentrale europäische Verkehrskorridore verbinden sie Deutschland mit Österreich, Italien, der Schweiz, den Benelux-Staaten und Skandinavien. „Wenn Projekte über Ländergrenzen hinweg zusammenwirken, müssen auch Daten und Prozessinformationen übergreifend verfügbar sein“, sagt Andreas Sinning. „Ohne eine gemeinsame digitale Grundlage lässt sich diese Komplexität kaum beherrschen.“
Wie digitale Technologien bei Schadensfällen helfen können, große Datenmengen schnell nutzbar zu machen, zeigt das Beispiel des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz. Nach der Entgleisung eines Güterzugs im August 2023 musste die beschädigte Infrastruktur unter hohem Zeitdruck repariert und anschließend umfassend überprüft werden.
Die mit Reparaturarbeiten beauftragte Rhomberg Sersa Rail Group erfasste den Tunnel mit dem Trimble GEDO IMS-Scan-System und einem Laserscanner. Dabei entstanden 900 Punktwolkendateien mit einem Datenvolumen von insgesamt 500 Gigabyte. Um die korrekte Position von 20.000 neu installierten Bahnschwellen effizient zu überprüfen, trainierte das Unternehmen in Trimble Business Center ein eigenes KI-Modell und überprüfte die Daten in Trimble GEDO Scan Office, einer Software zur Prozessierung und gleisspezifischen Analyse von 3D Punktwolkendaten. Es erreichte bei der automatisierten Erkennung der Schwellen eine Genauigkeit von 97 Prozent.

Das Trimble GEDO IMS-Scan Gleismesssystem erzeugt eine sehr dichte 360-Grad-Punktwolke, die für Soll-Ist-Vergleiche und Qualitätskontrollen für die Ausrichtung der festen Fahrbahn nützlich ist.
Quelle: Rhomberg Sersa Rail AG
Der Fall zeigt exemplarisch, wo eine zentrale Herausforderung moderner Infrastrukturprojekte liegt: Daten präzise zu erfassen, reicht allein nicht aus. Entscheidend ist, auch große Datenmengen schnell in nutzbare Informationen zu überführen – gerade, wenn Projekte unter hohem Zeitdruck stehen.
„Eine gute und für alle Beteiligten zugängliche Datenbasis birgt enormes Einsparungspotenzial, weil sie Reibungsverluste reduziert, die Abstimmung verschlankt und Daten nicht mehrfach erhoben werden müssen“, sagt Sinning.

