Nexiga und die DBI-Gruppe haben eine neue Methodik zur Wärmebedarfsberechnung entwickelt. Damit wird der gesamte Gebäudesektor in Deutschland – Wohn- und Nichtwohngebäude – präzise und normbasiert abgebildet. Energieversorger, Netzbetreiber und Energieberater erhalten damit präzise, normbasierte Wärmebedarfsdaten als Grundlage für die kommunale Wärmeplanung, die Auslegung von Wärmenetzen, die wirtschaftliche Bewertung von Nah- und Fernwärmelösungen sowie für Voranalysen und Szenarien zur Planung von Sanierungsmaßnahmen.
Die bisherige Berechnung des Wärmebedarfs war den Unternehmen für gebäudescharfe Planungen zu ungenau. Sie basierte auf pauschalen Annahmen, berücksichtigte ausschließlich den Wohnsektor und nutzte spezifische Verbrauchswerte wie kWh/(m² a) anstelle physikalischer Gebäudeeigenschaften. „Diese Vorgehensweise führte zu erheblichen Informationsverlusten und schränkte die Aussagekraft für konkrete Planungen ein“, erklärt Dirk Schneider, Geschäftsführer bei Nexiga. Mit der neuen Methodik hingegen wird der gesamte Gebäudesektor berücksichtigt – denn standortspezifische Besonderheiten und gebäudespezifische Details – unter anderem durch die Nutzung von LOD2-Gebäudedaten – folgen nun konsequent den Vorgaben der DIN V 18599. Damit wird die Methodik der Energieberatung auf eine deutschlandweite GIS-basierte Lösung übertragen und durch einen datenbasierten Ansatz skaliert.
Die neue Berechnung deckt heute mit rund 34 Millionen den überwiegenden Anteil des beheizten Gebäudebestands in Deutschland ab und berücksichtigt etwa 70 Millionen Gebäudestrukturen. Sie ermöglicht eine detaillierte Analyse baulicher Situationen, etwa die Unterscheidung zwischen freistehenden Gebäuden, mittleren Reihenhäusern oder außenstehenden Reihenhäusern mit freien Außenwänden. Wärmebedarfsinformationen werden ebenso für als unbeheizt eingestufte Gebäude bereitgestellt. Zudem erlaubt die neue Methodik getrennte Angaben für Heizwärme und Warmwasser und folgt konsequent den normativen Vorgaben der DIN V 18599.

Quelle: Nexiga GmbH
„Mit unserer flächendeckenden Datenbasis und der neuen Methodik schaffen wir eine bisher unerreichte Transparenz. Energieeffizienz wird damit messbar, vergleichbar und für alle Beteiligten nachvollziehbar – ein entscheidender Schritt für nachhaltiges Bauen und Wohnen“, betont Dirk Schneider. „Die gemeinsame Wärmebedarfsberechnung von DBI und Nexiga ist ein Meilenstein für die Energiewende. Durch die Verbindung normbasierter Verfahren mit detaillierten Geodaten bilden wir den gesamten Gebäudesektor präzise ab. Das liefert belastbare Entscheidungsgrundlagen für Kommunen, Netzbetreiber, Energieversorger, Stadtwerke und die Wohnungswirtschaft“, ergänzt Gert Müller-Syring, Geschäftsführer & Sprecher der DBI-Gruppe.

