Bei der neuen Version PlexMap 9 hat der Hersteller Geoplex GIS GmbH drei Themen in den Mittelpunkt gestellt: kollaboratives Editing, BIM und Indoor sowie eine deutlich leistungsfähigere Datenverarbeitung. Enthalten ist ein vollständig überarbeitetes Editing-Tool. Grundlegend unterscheidet das Werkzeug zwischen schemabasiertem und schemalosem Editing.
Das restriktive, schemabasierte Editing setzt ein bestehendes Datenbankschema voraus (Beispiel: Baumkataster). Editoren können das Schema in diesem Fall nicht verändern, sondern nur bestehende Attribute mit vorgegebenen Datentypen befüllen (z.B. erwartet das Attribut „Baumhöhe“ eine Zahl mit zwei Nachkommastellen). Beim freien schemalosen Editing ist es möglich, eine beliebige Geometrie (z.B. ein Polygon) mit beliebigen Attributen zu erfassen. In beiden Fällen werden die erfassten Objekte und Attribute als neuer Moment im PlexMap Magazine gespeichert. Das neue Editing-Tool arbeitet bei der Erfassung im Feld auch ohne Internetverbindung. Die erfassten Daten werden in diesem Fall erst in die Datenbank übertragen, wenn wieder eine Verbindung zum Netzwerk besteht.
In PlexMap 9 wurde die bestehende BIM-Schnittstelle grundlegend überarbeitet und deutlich erweitert. So gibt es nun den neuen Datentyp „BIM-Projekt“. „BIM-Projekt“ ermöglicht neben der versionierten Haltung von IFC-Daten jetzt auch die Speicherung strukturierter Metadaten, Dokumenten und externen Referenzen in einem BIM-Depot.
Die Visualisierung von BIM-Daten in PlexMap 3D wurde grundlegend überarbeitet:
- Klassen-Abfrage: Die IFC-Klassen jeder einzelnen Geometrie im IFC-Datensatz können nun direkt abgefragt werden.
- Live-Filterung: Ein BIM-Modell lässt sich live im Viewer anhand seiner IFC-Attribute und -Klassen filtern (z. B. „zeige nur alle Türen“).
- Schnittflächen-Tool: Neben „Einfärben“ kann nun auch „oberhalb ausblenden“ und „unterhalb ausblenden“ gewählt werden, um horizontale Schnitte durch 3D-Modelle (z. B. BIM, CityGML, 3D-Mesh) zu erzeugen.
Auch die Versionierung von Depots im Allgemeinen wurde in diesem Zuge verbessert. Für jeden neuen Moment kann nun eine Beschreibung der Änderung angelegt werden. Vor der Bestätigung eines Moments erhalten Administratoren jetzt eine Übersicht der durchgeführten Änderungen. Auch wird der Ursprung eines Moments angezeigt (Switchboard, Magazine, Editing).
Neu: Feedback-Tool
Über das neue Werkzeug können Nutzende im PlexMap Viewer Feedback zu einem Karteninhalt erfassen. Das Feedback wird im Anschluss per E-Mail an einen im Backend definierten Adressatenkreis übermittelt. Ziele sind z.B. der Einsatz im Rahmen von Bürgerbeteiligungsverfahren oder die Nutzung für Mängelmeldungen.
Shortcut-Buttons: Damit auch Laien schnell und einfach Feedback geben können, hat Geoplex die „Shortcut-Buttons“ als neues Feature eingeführt. Jedes Viewer-Tool kann jetzt einen einfach erreichbaren Shortcut-Button bekommen, der direkt auf der Karte angezeigt wird.
Anwendungsmöglichkeiten für das Feedback-Tool sind zum Beispiel die interne Kommentierung der Qualität von Geodaten sowie die Erstellung externer Views, in denen Bürger:innen Meldungen machen können.
Wie schon in PlexMap 8 beinhaltet auch PlexMap 9 wieder ein großes Update für Street360°: Ab sofort können im PlexMap Switchboard Tiefenkarten (Depth Maps) gerechnet werden. Sie ermöglichen die Darstellung von Panoramen als Stand-Alone-Viewer auch ohne die Verwendung von PlexMap 3D. Zusätzlich soll sich die Viewer-Performance durch die Verwendung von Depth Maps anstelle von Punktwolken merklich verbessern.
Auch für Messungen bieten die neuen Tiefenkarten Vorteile: Im Vergleich zur Punktwolke ergibt sich durch Depth Maps eine einheitliche Oberfläche ohne Lücken. Zusätzlich erlaubt eine neue Darstellung im Messen-Tool jetzt die Beurteilung der am gemessenen Punkt verfügbaren Normalen. Darüber hinaus gibt es im PlexMap Switchboard nun eine neue Funktion zur vollautomatischen Texturierung von 3D-Stadtmodellen mit Panoramabildern.
Indoor-Navigation und Indoor-Panoramen
Eine neue Kollisionserkennung in PlexMap 3D ermöglicht nun eine deutlich bessere Navigation innerhalb von Gebäuden (z.B. Treppen steigen). Aber natürlich können jetzt auch außerhalb von Gebäuden zum Beispiel Brücken überquert werden. Das Durchschreiten von Wänden wird durch die Kollisionserkennung zudem unterbunden.
Zur Integration von Innenraumpanoramen in PlexMap Street360° unterstützt PlexMap nun das Format E57. Zur besseren Orientierung in den Innenräumen können jetzt die Grundrisse des Objektes über einen Switchboard-Prozess automatisch abgeleitet werden. Für die Visualisierung von Innenraumpanoramen kann grundsätzlich ein zwei- oder ein dreidimensionaler Einstieg in die Anwendung gewählt werden.
Major Update: PlexMap XPlanung-Schnittstelle
Vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedeutung von XPlanung in der Praxis wurde die bestehende Schnittstelle erheblich verbessert. Mit PlexMap 9 können XPlanGML jetzt über die Switchboard-Funktion „XPlanGML laden“ sehr einfach vollautomatisch importiert und interpretiert werden.
XPlanGML können sowohl zwei- als auch dreidimensional dargestellt werden. Für die Visualisierung wird in erster Linie der Stil aller XPlan-Elemente automatisch interpretiert und dargestellt. Die Implementierung der XPlan-Stile orientiert sich an der QGIS Implementierung von PlanDigital und die berücksichtigen XPlanGML-Klassen basieren auf dem Objektartenkatalog XPlanung der xLeitstelle. Für die dreidimensionale Darstellung von XPlanGML in PlexMap 3D werden darüber hinaus Bauhöhen (erlaubte Traufen- und Fristhöhen) automatisch abgeleitet. Darüber hinaus werden Bäume automatisch gesetzt.
Über das neue Viewer-Tool „Layer Filter“ können 3D-Layer (Layertyp: Mesh) nun live im Viewer gefiltert werden.
Generische Suche
Bisher konnte im PlexMap Viewer nur nach Adressen gesucht werden. Eine Suche z.B. nach ALKIS IDs war ohne weiteres nicht möglich. Die neue generische Suche ist eine multidimensionale Abfragemethode und ermöglicht es, beliebige Layer nach beliebigen Attributwerten zu durchsuchen.
Windenergieanlagen generieren
Mit der neuen Switchboard-Funktion „Windenergieanlagen generieren“ können 3D-Windenergieanlagen (WEA) vollautomatisch aus bestehenden Daten (z.B. Marktstammdatenregister) abgeleitet werden. Dabei werden Werte wie die Nabenhöhe und der Rotordurchmesser aus den Quelldaten übernommen und an eine parametrisierbare WEA aus unserer 3D-Bibliothek geschrieben. Im Ergebnis können zum Beispiel alle WEA in einem Landkreis vollautomatisch in 3D abgeleitet und als Layer gespeichert werden. Auch die Animation der WEA ist möglich (automatische Drehung der Rotorblätter).
Hover-Abfragefenster
Bisher wurden Attributabfragen im Viewer über das seitliche Abfragefenster von PlexMap gelöst. Zusätzlich besteht nun die Möglichkeit Abfragen über das neue Hover-Abfragefenster umzusetzen. Die Konfiguration des Hover-Abfragefensters erfolgt im Bereich „Abfragefenster“ in den Layereinstellungen.
PlexMap Rest API – Fotoausschnitte abfragen
Über die einfache Angabe einer Ziel-Koordinate sucht PlexMap selbstständig das nächstgelegene Panorama- oder Schrägluftbild und errechnet den Winkel und Bildausschnitt, um das Objekt an der Ziel-Koordinate bestmöglich abzubilden. Als Ergebnis wird vollautomatisch eine Bilddatei des Bildausschnittes geliefert.
