Die Europäische Union fördert ein Projekt Map-based Argumentation with Digital Sketch Maps zur Erstellung von Lehr- und Lernmaterialen, die den Umgang von Schüler*innen mit Karten stärken. Das Projekt wird Institut für Geographiedidaktik der Universität zu Köln vonvon Professorin Dr. Alexandra Budke koordiniert. Es wird im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ Cooperation Partnerships in School Education (KA220-SCH) mit 400.000 Euro gefördert. Das Projekt ist am 1. Oktober 2026 gestartet und läuft drei Jahre bis zum 30. September 2029.
Im Mittelpunkt steht ein innovativer didaktischer Ansatz, der Schüler*innen ab zehn Jahren dazu befähigt, Karten selbst als Mittel der geografischen Argumentation einzusetzen. Statt Karten lediglich zu lesen oder Informationen daraus zu entnehmen, entwickeln die Schüler*innen eigene Sketch Maps beziehungsweise Croquis, mit denen sie räumliche Zusammenhänge darstellen, Positionen begründen und Argumente zu komplexen gesellschaftlichen Fragen entwickeln. Sie lernen dabei, relevante Informationen auszuwählen, räumlich zu strukturieren und ihre Aussagen mithilfe geografischer Daten zu begründen.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist ein europäischer Kartenwettbewerb zu aktuellen Herausforderungen Europas. Schüler*innen entwickeln dabei eigene kartographische Argumentationen zu europäischen Themen.
Für die Umsetzung wird ein digitales Sketch-Map-Tool entwickelt und in Schulen in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden erprobt. Ergänzend entstehen Unterrichtseinheiten, didaktische Leitfäden und Bewertungsinstrumente. Auch Lehrkräfte und Lehramtsstudierende werden einbezogen, um den Ansatz dauerhaft in Schule und Lehrerbildung zu verankern.
Das internationale Projektkonsortium umfasst neben der Universität zu Köln als koordinierender Einrichtung die Universiteit Twente (Niederlande), EUROGEO (Belgien), die Universidad de Castilla-La Mancha (Spanien) und Concours Carto (Frankreich). Die Partner bringen unterschiedliche Expertisen aus Geographiedidaktik, kartographischer Forschung, digitaler Bildung, europäischen Lehrkräftenetzwerken und Kartenwettbewerben zusammen.
Alle entwickelten Materialien sollen kostenfrei, mehrsprachig und langfristig zugänglich sein. Dazu gehören das digitale Tool, Unterrichtsmaterialien, Leitfäden, Bewertungsinstrumente und eine Lernumgebung für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende.

