Nur zwei Wochen nach seinem Start lieferte der Satellit „Copernicus Sentinel-3C“ die ersten Bilder und Messdaten von zwei seiner wichtigsten Instrumente. Die Europäische Weltraumorganisation ESA bestätigt damit, dass der Satellit einwandfrei funktioniert. Diese erste Bilderserie umfasst Aufnahmen von Italien, der Arktis und der Karibik, die mit dem Farbinstrument des Satelliten für Ozean- und Landbeobachtung aufgenommen wurden, sowie Messungen der Höhe des grönländischen Eisschilds und der Meeresoberfläche, die mit dem Radarhöhenmesser mit synthetischer Apertur durchgeführt wurden.
Sentinel-3 ist Teil von Copernicus – der Erdbeobachtungskomponente des EU-Raumfahrtprogramms. Für die Sentinel-3-Satelliten ist die ESA für die Entwicklung und den Bau der Satelliten sowie für den Betrieb bis zum Abschluss der Inbetriebnahmephase verantwortlich. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme soll es nach Angabe der ESA noch fünf Monate dauern.
Der neue Sentinel-3C
Sentinel-3C ist der dritte Satellit der Sentinel-3-Reihe und wird die langfristige Aufgabe der Mission fortsetzen, Umweltdaten zu liefern, die für eine Vielzahl von Anwendungen unverzichtbar sind.
Als Kernmission von Copernicus sind die Sentinel-3-Satelliten mit derselben Instrumentenausstattung ausgestattet, um die Ozeane, das Land, die Kryosphäre und die Atmosphäre der Erde systematisch zu vermessen. Über den Ozeanen misst Sentinel-3 die Temperatur, Farbe und Höhe der Meeresoberfläche sowie die Dicke des Meereises, um beispielsweise die Überwachung von Meeresverschmutzung und marinen Hitzewellen zu unterstützen.
Über Land überwacht diese innovative Mission Dürren und Waldbrände, kartiert die Landnutzung, überprüft den Zustand der Vegetation und misst die Höhe von Flüssen, Seen und polaren Eisschilden, wie in der untenstehenden Animation von Grönland dargestellt.
Die Beobachtungen von Sentinel-3 sind zudem besonders wertvoll, um Parameter für Wettervorhersagen nahezu in Echtzeit bereitzustellen und langfristige Veränderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu überwachen.

Bild 2: Die Karte zeigt Messungen der Meeresoberflächenhöhe per Radar-Höhenmesser von Sentinel-3C im Vergleich zur Meerespegelanomalie des Copernicus Marine Service. Die Daten Belegen die hohe Qualität der Höhendaten.
Quelle: ESA
Höhenmessungen mit Radar funktionieren sehr gut
Der Synthetic-Aperture-Radar-Höhenmesser ist sehr wichtig. Die Karte im Bild 2 zeigt beispielsweise Messungen der Meeresoberflächenhöhe über dem Atlantik und dem Mittelmeer, die von Sentinel-3C erfasst wurden, im Vergleich zur Multimissions-Meeresoberflächenanomalie des Copernicus Marine Service. Diese neuen Daten belegen, dass der Höhenmesser einwandfrei funktioniert und mit aktuellen Messungen vergleichbare Ergebnisse liefert. Nach seiner Inbetriebnahme wird der Altimeter zur Überwachung von Veränderungen der Meeresoberflächenhöhe weltweit beitragen und damit Langzeitaufzeichnungen von Missionen wie Copernicus Sentinel-6 und Jason ergänzen.
Dank hochpräziser Satellitenaltimetrie konnten Wissenschaftler die Rate des globalen Meeresspiegelanstiegs ermitteln, die seit 1999 durchschnittlich 3,64 mm pro Jahr beträgt, wobei sich der Anstieg beschleunigt.
Der Altimeter wird zudem Veränderungen der Höhe von Seen, Flüssen, Meereis und Landeis messen und damit auch die bevorstehende Copernicus-CRISTAL-Mission ergänzen.
Die Beobachtung von Höhenveränderungen der grönländischen und antarktischen Eisschilde beispielsweise ist unerlässlich, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und – was besonders wichtig ist – die Vorhersagen zum künftigen Anstieg des Meeresspiegels zu verbessern. Der Eisverlust dieser Eisschilde trägt maßgeblich zum Anstieg des Meeresspiegels bei, und die Satellitenaltimetrie bietet eine wertvolle Möglichkeit, Veränderungen ihrer Oberflächenhöhe im Zeitverlauf zu verfolgen.

Aufnahme von Italien. Entlang der italienischen Ostküste sind deutliche Unterschiede in der Meeresfarbe zu erkennen, wo hellblaues Wasser die Küste umspült. Diese helleren Farbtöne werden wahrscheinlich durch Sedimente verursacht, die von Flüssen ins Meer gespült und entlang der Küste transportiert werden.
An der Westseite Italiens umgibt das dunkle Wasser des Tyrrhenischen Meeres die Inseln Sardinien und Sizilien, die deutlich zu erkennen sind, während Korsika größtenteils von Wolken verdeckt wird.
Die unterschiedlichen Grün- und Brauntöne spiegeln die Unterschiede in der Vegetation, der Landwirtschaft und anderen Arten der Bodenbedeckung wider.
Quelle: ESA

