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Home » News » KoRaTo: DFG verlängert Graduiertenkolleg zu radarbasierter Fernerkundung:

Home » News » KoRaTo: DFG verlängert Graduiertenkolleg zu radarbasierter Fernerkundung:

KoRaTo: DFG verlängert Graduiertenkolleg zu radarbasierter Fernerkundung:

  • 22. Juni. 2026

Forschende der Universität Ulm und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben eine spezielle Sensortechnologie entwickelt, die einer Vernetzung vieler verschiedener Radarsensoren ermöglicht. In dem Forschungsprogramm „Kooperative Apertursynthese für Radar-Tomographie (KoRaTo)“ (Graduiertenkolleg (GRK) 2680) wurde das System bereits erstmalig in den Alpen getestet. Dabei wurden Drohnen mit mehreren Radarsensoren eingesetzt. Das kooperative Radarsystem erfasst, wie sich Gletscher, Schnee- und Eisflächen klimabedingt verändern. Das Graduiertenkolleg wird gemeinsam an den Universitäten Ulm und Erlangen-Nürnberg entwickelt und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bereits verlängert.

Promovierende des Graduiertenkollegs KoRaTo mit einer speziellen Drohne, für die ein neuartiges Radarsystem entwickelt wurde. Quelle: GRK KoRaTo

Beim Überfliegen der Erdoberfläche tomografische (also schichtweise) Abbildungen von der Umgebung gemacht. Dabei wurde nach Angaben der Universitäten bisher unerreichter Genauigkeit erzielt.

Die jungen Forschenden aus den Ingenieurwissenschaften sammeln mit Hilfe der Radarsensoren geophysikalische Daten der Bio- und Kryosphäre – also der belebten Umwelt sowie der schnee- und eisbedeckten Erdoberfläche. „In der zweiten Förderphase unseres Graduiertenkollegs wollen wir die grundlegenden technischen Systeme und sensorischen Funktionen, die wir in der ersten Phase entwickelt haben, in die Anwendung bringen. Konkret geht es dabei um den Bereich Radarfernerkundung beziehungsweise um die Erdbeobachtung“, erklärt Professor Christian Waldschmidt. Der Ingenieur leitet an der Universität Ulm das Institut für Mikrowellentechnik und ist Sprecher des Graduiertenkollegs.

Um die Beschaffenheit und Struktur der Erdoberfläche zu erfassen, wird diese mit elektromagnetischen Wellen abgetastet. Die Radarsensoren nehmen die reflektierte Mikrowellen-Strahlung auf und erstellen auf der Grundlage der Messdaten eine schichtweise aufgebaute dreidimensionale Abbildung der Umgebung. Der Vorteil: anders als in der Fotografie stören weder Nacht und Nebel, Regen oder Schnee die Aufnahme, und die Abbildungen umfassen nicht nur die Oberfläche, sondern sie bilden ein dreidimensionales Modell des Inneren eines ganzen Gletschers oder der Vegetation.

Mit Hilfe von Drohnen lassen sich Sensornetzwerke realisieren, die wie flugzeug- oder satellitenbasierte Systeme ebenfalls für die Erdbeobachtung eingesetzt werden können. Aufgrund spezieller technischer „Tricks“ – hinter denen sich komplexe Algorithmen verbergen – können solche vernetzten Radarsysteme sogar eine viel höhere Auflösung erreichen. Der Trick besteht darin, die sogenannte „Apertur“ des gesamten Messsystems künstlich zu vergrößern, also den Radius der Fläche, über die die reflektierte Mikrowellenstrahlung gesammelt wird. Dafür werden Drohnen mit kleinen Radar-Sensoren ausgerüstet und überfliegen die Beobachtungsfläche im Schwarm.

Da diese zum gleichen Zeitpunkt aufgrund unterschiedlicher Positionen unterschiedliche Radarechos erfassen, müssen die Antennenpositionen berücksichtigt und Laufzeitunterschiede herausgerechnet werden. Ein Radarsignalprozessor verrechnet die Intensität und Phasenlage der jeweils empfangenen Radarechos zu einem kohärenten Signal, wodurch Ortsauflösungen im Zentimeterbereich möglich werden.

In den nächsten vier Jahren werden nun andere junge WissenschaftlerInnen daran arbeiten, wie sich die Technik für die Erfassung bestimmter geophysikalischer Daten weiter optimieren lässt. Als Mercator Fellow wird Professorin Irena Hajnsek von der ETH Zürich, eine international renommierte Expertin im Bereich Radarfernerkundung, das Graduiertenkolleg unterstützen. „Wir bieten unseren Doktorandinnen und Doktoranden ein exzellentes Forschungsumfeld. Unsere beiden Universitäten haben bereits eine starke Expertise auf dem Gebiet der Hochfrequenz- und der Nachrichtentechnik, und mit unseren neuen Forschungsergebnissen werden wir einen wichtigen Beitrag in der Radar-gestützten Fernerkundung sowie in den Geowissenschaften leisten“, ist sich Professor Martin Vossiek sicher. Der Leiter des Instituts für Mikrowellen und Photonik ist Co-Sprecher des DFG-geförderten Graduiertenkollegs.

https://www.uni-ulm.de/in/korato/

 

Bild1: Promovierende des Graduiertenkollegs KoRaTo mit einer speziellen Drohne, für die ein neuartiges Radarsystem entwickelt wurde. Quelle: GRK KoRaTo

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