1974 begannen Wissenschaftler:innen mit Warnungen vor der Zerstörung der Ozonschicht. Daraufhin wuchs das jährliche Ozonloch, das immer in der zweiten Jahreshälfte über der Antarktis auftritt, an. Im Zuge des Verbots schädlichen Chemikalien (vor allem Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW)) im Rahmen des Montrealer Abkommens verlangsamte sich das Wachstum ab den 2000er Jahren und verkleinerte sich ab 2020 signifikant, bis es 2025 so klein wie seit vielen Jahren nicht mehr war. Nun ist es allerdings wieder gewachsen. 2026 ist das Ozonloch eines der größten seit vielen Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) mitteilt, allerdings sind dafür meteorologische Schwankungen verantwortlich.

CAMS-Diagramm der Ozonlochfläche am 12. September 2026. Die rote Linie zeigt die Daten für 2026, und die gepunktete Linie zeigt die Prognose für die nächsten 5 Tage. Die dickere, dunklere blaue Linie zeigt, wie sich das Ozonloch 2025 entwickelt hat, während die hellblaue Linie 2024 darstellt. Die grauen Farben zeigen Perzentilwerte und den Median von 1979–2023. Quelle: CAMS/ECMWF
Nach Angaben des DLR zeigen die Messungen mit dem Instrument TROPOMI auf dem ESA-Satelliten Sentinel-5P zeigen für 2026 ein sehr großes Ozonloch von bis zu 27 Millionen km² (20.9.2026). Ursache dafür sind meteorologische Rahmenbedingungen und die Größe des Polarwirbels (Vortex), die naturgemäß jährlich schwanken. Auswertungen der Daten durch das Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) zeigen, dass der Gesamtozonverlust nicht so groß ist, wie zu befürchten wäre. Die Ozonwerte im Ozonloch fallen demnach nicht allzu niedrig aus.
Die Entwicklung der Ozonschicht wird am Institut für Methodik der Fernerkundung des DLR seit 1995 beobachtet. Das Ozonloch ist ein jährlich wiederkehrendes Ereignis. Es beginnt im Süd-Frühjahr mit dem ersten Sonnenlicht am Rand der Antarktis (Ende Juli bis Mitte August) und endet in der Regel Anfang Dezember. Um diese Zeit bricht der Polarwirbel Vortex zusammen. Zudem mischt sich wärmere und ozon-reichere Luft aus den mittleren Breiten mit den polaren Luftmassen und löst das Ozonloch auf.
