Die Bautätigkeit im Tiefbau wächst weiter, noch höher steigt die Quote jener, die bei Internetportalen Auskunft für unterirdische Leitungen einholen. Das zeigen die neuesten Entwicklungen bei dem Portal Leico von infrest.
Bei anstehenden Tiefbauarbeiten bekommen Auskunftssuchende bei infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH mit ihrem Portal Leico einen vollumfänglichen Blick auf die unterirdisch verborgene Leitungsinfrastruktur. Aber auch infrest selbst gewinnt dadurch umfassenden Einblick in die deutsche Bautätigkeit. Über die Statistiken rund um das Portal lässt sich sehr genau feststellen, wie viel in Deutschland aktuell geplant und gebaut wird. Im Jahr 2025 wurden mehr als 843.000 Einzelvorgänge an Infrastrukturbetreiber zugestellt, das Wachstum von durchschnittlich 16 Prozent bei Leico in den vergangenen Jahren setzte sich also fort. Dieses Jahr wächst insbesondere der Leitungstiefbau weiter, auch im Verkehrswegebau geht man von einem signifikanten Wachstum aus – trotz steigender Kosten für Baumaterialpreise (beispielsweise Bitumen und Treibstoffpreise im Zuge des Iran-Krieges), geopolitische Unsicherheit sowie schwache Haushaltszahlen der Kommunen). Das spürt auch infrest: „Wir haben unser Wachstum wie in den letzten Jahren fortgesetzt“, sagt infrest Geschäftsführer Jürgen Besler. Die Statistiken von infrest sind damit auch ein Indikator für Wirtschaftsstatistik und die Aktivität der deutschen Bauwirtschaft.

Beispiel für einen Gesamtplan. Sämtliche Leitungsdaten zu den verschiedenen Sparten sind hier georeferenziert konsolidiert. Foto: infrest; icons: Mizu Ahmed 2/ stock.adobe.com
Doch infrest wächst stärker als der Markt. In der Summe bedeutet dies aber immer noch, dass Leico an Marktdurchdringung weiter kräftig zulegt. Die Anzahl erreichbarer Infrastrukturbetreiber in Leico liegt heute bei 18.900, was ebenso eine nochmalige Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren darstellt. „Es gibt inzwischen viele Netzbetreiber, die Auskünfte via Portal nur noch über Leico bereitstellen“, sagt Besler. Zudem wurden in den ersten acht Monaten 2026 bereits rund 9.500 Anträge für Tiefbaugenehmigungen über das Leico-Portal an die öffentlichen Verwaltungen in Berlin gestellt. Ebenso nimmt die Anzahl der registrierten Nutzer beständig zu. Ein Beweis dafür, dass Planer und Bauausführende nicht mehr an Leico vorbeikommen, wenn sie Auskunft über den infrastrukturellen Untergrund benötigen.
Breitestes Angebot am Markt
Das gilt auch für die Infrastruktur- betreiber. Hier gibt es immer mehr Leico-Partner, die eine vollautomatische Anbindung der eigenen Auskunftssysteme an Leico unterstützen. Sämtliche Prozesse rund um Leitungsauskünfte werden dabei automatisiert gesteuert und bearbeitet. Leitungsanfragen im Netzgebiet werden dann über Leico als Eingangskanal entgegengenommen und anschließend automatisiert an die Auskunftsplattform übermittelt. Ein Grund für das Wachstum der gesamten Kennzahlen des Leico-Betriebs ist schnell gefunden. Infrest ist das Unternehmen im deutschen Markt mit dem breitesten Angebotsportfolio. Ers reicht vom Portalbetrieb mit seinen verschiedenen Auskunftspakten – angefangen mit einem kostenfreien Dienst über ein Basic-Paket bis hin zu umfangreichen Dienstleistungspaketen und geht bis hin zu individuellen Dienstleistungen für kleine und große Bauprojekte, die zum Teil sogar jenseits des Portalbetriebs als individuelle Großprojekte abgehandelt werden.
„Kunden sind diesbezüglich vor allem aus den Bereichen erneuerbare Energien, Bahn, Strom und Breitband, bei denen weiträumige Gebiete betroffen sind und der Auskunftsprozess einen gehörigen Anteil der Projekte ausmacht“, weiß Geschäftsführer Jürgen Besler.
Infrest besitzt das dafür notwendige Wissen und die langjährige Erfahrung im Bereich der Leitungsauskunft bis hin zur GIS-basierten Zusammenführung der Ergebnisse. Das Wachstum bei infrest ergibt sich aus Innovationen und dem daraus resultierenden Wachstum an Kunden und Partnern. So sind in den vergangenen Jahren auch Betreiber von Solar-, Wind- und Batterieparks hinzugekommen, die neue Leitungen sowohl bauen als auch betreiben. Mit Leico reduzieren sie den Aufwand für die Bearbeitung der Anfragen.
Neu: infrest Gesamtplan

Anzahl im Leitungs-check-online angebundener ISB Januar 2026. Foto: infrest
Das Angebot von infrest erweitert sich demnach beständig. Zuletzt hinzugekommen ist der sogenannte Gesamtplan. Hintergrund ist aus Sicht der Auskunftssuchenden, dass Unterlagen zu vorhandenen Leitungen meist bezüglich einzelner Sparten bereitgestellt werden: Es gibt einzelne Auskünfte zu Wasser, Abwasser, Strom, Telekommunikation, Gas etc. Zumal die Informationen oft von verschiedenen Netzbetreibern kommen und allein technisch gesehen sehr heterogen sein können – von rein rasterdatenbasierten PDFen bis hin zu vollvektorisierten GIS-Daten ist alles möglich. Planende müssen diese Daten selbst konsolidieren und für weitere, interne Prozesse zur Verfügung stellen – bis zur Bereitstellung der Daten auf den Baustellen selbst. Je nach Anspruch und Detaillierungsgrad der Daten kann dies eine sehr aufwändige manuelle Arbeit darstellen, die viel GIS-Know-how erfordert.
Mit dem sogenannten infrest Gesamtplan bietet das Unternehmen nun eine neue, spezielle Dienstleistung an, mit der diese Daten zu einem einheitlichen, georeferenzierten Leitungsplan zusammen- gefügt werden. „Alle verfügbaren Fremdleitungsinformationen werden in einem zentralen Datensatz konsolidiert und als koordinierter Gesamtplan bereitgestellt“, sagt Besler. Der infrest-Gesamtplan wird so als einheitliche Datengrundlage zum Ausgangspunkt weiterer Prozesse. „Unser Gesamtplan vereinfacht die Projektkoordination, unterstützt die frühzeitige Identifikation von Leitungskonflikten und schafft die Grundlage für eine sichere, effiziente und wirtschaftliche Projektumsetzung“, sagt Besler.
Auch beim infrest Baustellenatlas (BSA), der schon lange von vielen Kommunen in Deutschland eingesetzt wird und von infrest beständig erweitert wird, gibt es Fortschritte. Mit dem BSA verzeichnen Kommunen und Infrastrukturbetreiber zentral alle Baustellen und überprüfen so räumlich und zeitlich die Überschneidung von geplanten Baustellen, um eine einheitliche Baustellenkoordination zu realisieren. Durch die Koordinierung der Baumaßnahmen werden Aufwand für Bau und Planungen sowie Verkehrsbeeinträchtigungen vermieden und Koordinierungspotenziale gehoben.
Auf Basis des BSA können Kommunen interessante neue Features realisieren. Seit dem vergangenen Jahr gibt es beispielsweise eine neue Funktion für die Simulation von Verkehr, die gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) realisiert wurde. Planer:innen sehen dabei, wie sich die baulichen Maßnahmen und die daraus resultierenden Verkehrseinflüsse auf den städtischen Gesamtverkehr auswirken. Dies kann eine noch umfassendere Bewertung für die Gesamteffektivität der koordinierten Baustellen ermöglichen, auch dies eine Innovation, die Kommunen und Versorger mit Interesse verfolgen dürften.

