Fachlösungen wie die cseTools und Wasserwirtschaft Pro der IB&T Gruppe wollen die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um die Vorteile von BIM für die Versorgungswirtschaft umsetzbar zu machen.
Die Infrastrukturplanung ist für Netzbetreiber anspruchsvoll. Für die Planung von Ver- und Entsorgungsnetzen müssen die Projektbeteiligten oftmals Bestandsinformationen aus unterschiedlichen Quellen mühsam zusammentragen. Dazu gehören Vermessungsdaten, Bestandspläne, Dokumentationen früherer Baumaßnahmen oder Daten anderer Netzbetreiber. Bei digitalen Planungsmethoden kommen zusätzlich noch Daten aus anderen digitalen Zwillingen hinzu. Für Anwender:innen besteht die Herausforderung heutzutage meist darin, diese Informationen so aufzubereiten, dass sie sich für die Planung gut nutzen lassen. Genau hier setzen die cseTools beziehungsweise die Wasserwirtschaft Pro Module an, die zum IB&T Produktportfolio zählen. Sie führen diese Daten in einem gemeinsamen Infrastrukturmodell zusammen und machen sie gewerkübergreifend nutzbar. Gleichzeitig schaffen sie die Voraussetzung für BIM-konforme Datenübergaben.

Zusammenführung mit Entwässerung im BIM Modell mit Zugriff auf Fachattribute im VDC Manager.
Quelle: IB&T
Vollständig & gewerkübergreifend
Bei Infrastrukturprojekten spielt die gewerkeübergreifende Planung eine wichtige Rolle. Mit dem Einsatz der BIM Methode steigt der Bedarf an relevanten Projektinformationen über alle Gewerke hinweg zusätzlich. Um eine effiziente Projektarbeit in allen Projektphasen zu gewährleisten, empfiehlt sich daher ein gemeinsames Infrastrukturmodell. Dieses lässt sich durch vorhandene, smarte Funktionalitäten aus Daten verschiedener Quellen und Qualitäten erstellen. Eingescannte PDF-Unterlagen sind z. B. nachkonstruierbar. Für Unterlagen aus CAD oder GIS-Systemen gibt es im IB&T-Portfolio Funktionen, um Linienzüge oder ganze Layerinhalte in entsprechende Leitungen umzuwandeln. Aus Textblöcken dieser Pläne lassen sich automatisiert die Sachdaten übernehmen.

Automatisch generiertes 3D-Modell der Versorgungsleitungen.
Quelle: IB&T
Einen besonderen Vorteil verspricht der Hersteller für die gewerkübergreifende Nutzung dieser Daten. Mit den Lösungen werden Versorgungsleitungen gleichermaßen wie Kabel unterschiedlicher Gewerke abgebildet. Neben Trinkwassernetzen beispielsweise auch Gas, Fernwärme, Elektro und Telekommunikationsnetze. Dadurch entsteht ein gemeinsames Infrastrukturmodell, das die Realität deutlich vollständiger abbildet als isolierte Fachplanungen und bereits eine erste Basis für einen digitalen Zwilling sein kann. „Außerdem lassen sich Konflikte mit dem Bestand frühzeitig erkennen und umgehen“, sagt Peter Müller, Vertriebsleiter der RZI Software GmbH..
Einfache Datenübergabe
Damit schaffen die Lösungen gleichzeitig eine wichtige Grundlage für BIM Prozesse. „Der Anwender arbeitet dabei weiterhin in seiner gewohnten Fachanwendung und konzentriert sich auf seine eigentliche Planungsaufgabe. Die für BIM erforderlichen Informationen entstehen im Rahmen der Planung automatisch mit“, so Peter Müller.
Nach der Planung folgt der Bau. Nach dem Bau die Bestandsaufnahme. In der Regel werden die gebauten Leitungen aufgemessen, um ein sogenanntes „As-built-Model“ zu erhalten. Idealerweise wird das vorhandene Planungsmodell mit den aktualisierten Informationen angepasst oder ergänzt. „Um einen digitalen Zwilling zu erstellen, muss man also nicht von Grund auf neu beginnen. Der Übergang in die nächste Projektphase ist fließend“, so Uwe Hüttner, Geschäftsführer der IB&T Software GmbH und der RZI Software GmbH.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Datenübergabe. Auftraggeber definieren heute zunehmend über Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA), die differenzieren, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt bereit zu stellen sind. Nicht jedes Projekt benötigt dabei denselben Informationsumfang. „Durch eine offene Datenstruktur sind Netzelemente um eigene Attribute daher beliebig ergänzbar. Diese lassen sich selbstverständlich in allen Belangen nutzen, z. B. für Massenbearbeitungen, Exporte und Auswertungen“, so Hüttner.
Smarte Strukturen für BIM
Anders als viele BIM Lösungen setzen die cseTools und Wasserwirtschaft Pro deshalb nicht auf starre Objektstrukturen. Vielmehr unterstützen sie den Anwender dabei, die geforderten Informationen im benötigten Detaillierungsgrad bereitzustellen. „Über offene Austauschformate wie IFC lassen sich die Daten anschließend mit dem jeweils erforderlichen Level of Information Need (LOIN) an andere Projektbeteiligte übergeben“, beschreibt Peter Müller. Mit BIM sollen in der Versorgungswirtschaft somit nicht zwangsläufig mehr Aufwand oder komplexere Arbeitsabläufe entstehen. Entscheidend ist für IB&T viel mehr, Informationen bereits während Planung und Dokumentation so zu erfassen, dass sie für den gesamten Projektzyklus zu nutzen sind.


