Trimble hat die neuen GNSS-Empfängermodule Trimble BD1090, BD1092, BD1092i und BX1092i auf den Markt gebracht. Die Technologie basiert auf der neuen Generation der Maxwell 8 GNSS-Technologie des Herstellers. Sie bietet eine bessere Leistung, höhere betriebliche Produktivität und Effizienz sowie eine eine Widerstandsfähigkeit durch neue Anti-Jamming- und Anti-Spoofing-Funktionen, die den heutigen Herausforderungen im Bereich der Signalsicherheit begegnen.

Die Maxwell 8 GNSS-Technologie verspricht gesteigerte Leistung, betriebliche Produktivität und Effizienz sowie die derzeit beste Widerstandsfähigkeit durch neue Anti-Jamming- und Anti-Spoofing-Funktionen.
Quelle: Trimble
„Diese Empfänger sind die ersten in einer Reihe von Weiterentwicklungen, die wir vorantreiben, um die betriebliche Effizienz erheblich zu steigern und Ausfallzeiten für Unternehmen, die Trimble-Technologie nutzen, zu reduzieren“, sagte Ron Bisio, President Field Systems bei Trimble. „Als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung von vorsätzlichem Jamming und gespooften Signalen ist Trimble weiterhin führend bei der Bereitstellung robuster Lösungen für die Präzisionspositionierung. Mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz bei marktprägenden Innovationen bleiben wir mit erstklassiger GNSS-Technologie der Entwicklung voraus, um Probleme vorabzusehen und die Leistung zu verbessern.“
Entscheidend für die Reduzierung kostspieliger Ausfallzeiten baut die GNSS-Technologie von Trimble auf einer Geschichte der Innovation auf. Dazu gehören die erweiterte Trimble ProPoint Positioning Engine für hohe Leistung in anspruchsvollen Umgebungen, die Trimble IonoGuard-Technologie zum Schutz vor ionosphärischen Störungen und Trimble RTX-NMA, die branchenweit erste Anti-Spoofing-Lösung zur Authentifizierung von Satellitensignalen über Galileo hinaus.
Die neuen Platinen und Technologien bauen auf diesen Innovationen auf und führen Trimble JammerGuard ein — eine umfassende Anti-Jamming- und Anti-Spoofing-Funktion. Mit Anti-Jamming, das automatisch und unabhängig eingreift, sowie Anti-Spoofing-Sicherheit, die gewährleistet, dass die gemeldete Position echt ist, bietet JammerGuard einen Schutzmechanismus für Positionierungssignale. Da die Empfänger Störsignale auf breiter Front bewältigen können, geht dies weit über typische Anti-Jamming-Technologien hinaus, die nur eine kleine Auswahl an Störsendertypen anstelle des gesamten Spektrums abschwächen. Zusätzlich zu JammerGuard führen die mit Maxwell 8 ausgestatteten Empfänger mehrere Neuerungen ein, die die Leistung deutlich steigern, darunter:
- „All-in-view“-Tracking: Die erweiterte Kanalkapazität ermöglicht den gleichzeitigen Empfang mehrerer Konstellationen und Frequenzen, was Positionierungsgenauigkeit, Signalverfügbarkeit und verifizierte Datenintegrität nochmals verbessern soll.
- Aufgerüstete Rechenleistung: Ausgestattet mit einer Quad-Core-CPU und DDR4-RAM bietet Maxwell 8 die vierfache Rechenleistung seines Vorgängers, um eine stärkere Sensorfusion und andere komplexe Berechnungen zu bewältigen.
- Unempfindlich bei hohen Vibrationen: Ergänzt durch MEMS-basierte Oszillatoren wird eine nach Angaben von Trimble 10-mal geringere Vibrationsempfindlichkeit geboten, um die Leistung bei Vibrationen zu verbessern.
- Zukunftssicher: Die neue Technologie-Generation ist für die Kompatibilität mit aufkommenden LEO-Konstellationen (Low Earth Orbit) entwickelt. Dazu gehört der hochpräzise Positionierungs- und Navigationsdienste Xona Pulsar, der 2027 starten soll.
- Präzision: Neue IMU für Orientierung und Stabilität.
Mit dieser neuen Produktreihe können Kunden in Umgebungen mit höheren Stößen und Vibrationen arbeiten und mehr Satelliten nutzen. Dies ermöglicht den Betrieb in verdeckten Umgebungen sowie an Orten, an denen Störungen und Jamming aktiv sind. Die Kombination aus erhöhter Rechenleistung sowie hervorragenden Anti-Jamming- und Anti-Spoofing-Erweiterungen bietet Kunden eine zukunftssichere Lösung, mit der sich Trimble auf branchenführende Leistung für die kritischsten Anwendungen konzentrieren kann.
„Die Evaluierung von Trimbles Anti-Jamming-Technologie der nächsten Generation hat für Van Oord verbesserte Ergebnisse geliefert. Bei unseren Nassbagger-, Infrastruktur- und Offshore-Energieprojekten im Nahen Osten und im Ostseeraum habe ich ein wesentlich widerstandsfähigeres System mit klaren Diagnosen beim Auftreten von GNSS-Jamming erlebt“, sagte Wim Balvert, Workshop and Innovation Manager bei Van Oord, einem führenden internationalen Wasserbauunternehmen.
https://oemgnss.trimble.com/en/maxwell-8-gnss-modules.
Jammertest – Weltweit wichtigster PNT/GNSS-Resilienztest
Trimble nimmt regelmäßig am sogenannten Jammertest im nördlichen Norwegen Teil. Die jährliche Veranstaltung (seit 2022) auf der Insel Andøya ist als weltweit größter und wichtigster Resilienztest für die Satellitennavigation anerkannt. Die Insel nördlich der Lofoten weit jenseits des Polarkreises bietet aufgrund ihrer abgelegenen Lage nördlich der Lofoten und eine perfekte Umgebung, um die Robustheit von Navigations- und Positionssystemen zu testen, da dort störender Signale mit hoher Leistung verwendet werden können, ohne dabei bestehende GNSS-Anwendungen zu beeinträchtigen. Der Jammertest umfasst vier unterschiedliche Testbereiche, darunter einen Flughafen. Im Gegensatz zu traditionellen Laborumgebungen decken Freilufttests in Jammertest Schwächen auf, die nur unter dynamischen, realen Bedingungen auftreten.
Russland als Hauptstörer
Besonders im Ostseeraum wird die GNSS-Navigation immer häufiger gestört. Als Hauptakteur glt dabei Russland. Dies wird als Teil der hybriden Kriegsführung gesehen. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Störung auch in Kontinentaleuropa zunehmen werden. Die Störsignale gehen von speziellen Anlagen aus, die in Russland beispielsweise in Kaliningrad betreiben wird. Die russische Exklave liegt direkt an der Ostsee und ist durch die geopolitisch wichtige Suwalki-Lücke von russischem Territorium abgetrennt. Die Sorge besteht jedoch, dass Russland auch satellitengestützte Störsender besitzt. Diese können Navigationssignale großflächig stören. Experten vermuten dahinter die aus sechs Satelliten bestehende Konstellation mit dem Namen KOSMOS-25XX, die von Russland ursprünglich als Frühwarnsystem für ballistische Flugkörper beschrieben wurde.
Jamming und Spoofing
Jammer blockieren ein Satellitensignal, Spoofer verfälschen es, indem es Täuschungssignale aussendet. Es gilt als technisch anspruchsvoll, daher sind es meist staatlich betriebene High-tech Anlagen, die eingesetzt werden. Beide Verfahren sind auch besonders wichtig für den Schutz feindlicher Drohnen, daher gibt es in diesem Bereich eine hohe Entwicklungsdynamik.

