NTI bietet ein Plug-In für QGIS für das Erstellen von XPlanungs-Dateien an. Ergänzt wird das Angebot durch eine KI-gestützte Lösung zur Digitalisierung von Bestandsplänen.

Automatisierte Erkennung und Klassifizierung von Planinhalten in Bebauungsplänen mittels KI. Links: Ausgangsplan (Bestandsplan). Mitte: durch die KI erkannte und den Objektkategorien des XPlanung-Standards zugeordnete Planinhalte. Rechts: Ergebnis nach automatisiertem Post-Processing zur Bereinigung, Zusammenführung und geometrischen Aufbereitung der erkannten Objekte. Foto: NTI Group
In deutschen Kommunen herrscht ein großer Kostendruck bei Investitionen in IT und Software. Allzu große Abhängigkeiten von internationalen Anbietern sind in der Regel unerwünscht. Gleichzeitig wollen die Kommunen die Potenziale der Digitalisierung nutzen. Vor diesem Hintergrund ist das Interesse an Open-Source-(OS)-Lösungen groß – auch im Bereich der Bauleit- und Flächennutzungsplanung. Es hat jedoch lange gedauert, bis entsprechende Lösungen vorhanden waren. Erst vor rund vier Jahren kamen die ersten offenen XPlan-Reader auf den Markt. Seit 2023 bereits hat die NTI Deutschland GmbH mit SAGis XPlanung ein entsprechendes Plug-in im Angebot, das aus QGIS eine XPlanung-Fachanwendung macht. Das Unternehmen ist Teil der international tätigen NTI Group, zählt als Autodesk Platinum Partner zu den größten Autodesk-Fachhändlern weltweit und hat einen besonderen Schwerpunkt auf Lösungen für GIS und Infrastrukturplanung. Rund um SAGis XPlanung gibt es daher auch ein umfassendes Schulungs- und Dienstleistungsangebot. Zusätzlich gibt es noch das neue SAGis KI, mit dem sich ältere Bebauungspläne automatisiert digitalisieren lassen, was ebenfalls eine echte Innovation auf dem Markt darstellt.
QGIS als Plattform
In puncto Open-Source-GIS sticht die Anwendung QGIS hervor. Sie hat sich als führende offene GIS-Plattform in der kommunalen Verwaltung etabliert. Immer mehr Kommunen setzen sie als zentrales GIS ein und wünschen sich integrierte Fachanwendungen, auch im Bereich der Bauleitplanung. „Aus diesem Bedarf heraus entstand SAGis XPlanung – eine Lösung, die die Anforderungen des Standards XPlanung direkt in die QGIS-Umgebung integriert“, sagt Jakob Wilhelm, Softwareentwickler bei NTI. Ende 2021 gehörte die Stadt Magdeburg zu den ersten Kunden, mit denen NTI die Entwicklung einer XPlanung-Lösung auf Basis von QGIS vorantrieb. Daraus entstand im weiteren Verlauf die heutige Anwendung.
Inzwischen setzen viele Kommunen und Planungsverbände in ganz Deutschland auf SAGis XPlanung und werden durch NTI mit entsprechenden Dienstleistungen unterstützt. „Bis vor wenigen Jahren gab es noch überhaupt keine QGIS-basierten Lösungen für das Erstellen von Bauleitplänen im XPlanGML-Format, daher war der Bedarf groß“, blickt Wilhelm zurück. Aufgrund der Fähigkeiten von QGIS im Bereich der semantischen Geodatenaustauschformate und der hohen Komplexität dieses Fachgebiets habe sich der Einsatz von QGIS angeboten. „Das Open-Source-GIS ist diesbezüglich sehr weit entwickelt und verfügt bereits über Schnittstellen zu allen üblichen Geodatenformaten, sodass wir uns anstelle einer CAD-Lösung bewusst für QGIS entschieden haben“, so Wilhelm.

Screenshot der QGIS-basierten Anwendung SAGis XPlanung. Foto: NTI Group
SAGis XPlanung ist eine vollständig in QGIS integrierte Anwendung, die alle für die Erstellung, Bearbeitung und Verwaltung von XPlanungskonformen Bauleitplänen notwendigen Funktionen unterstützt. Der gesamte XPlanung-Workflow wird unterstützt: Bauleitpläne lassen sich direkt in QGIS erstellen, bearbeiten und als XPlanGML austauschen. Integrierte Qualitätssicherung durch Geometrieprüfung und Validierung von Konformitätsbedingungen sowie diverse Such- und Filteroptionen sind ebenfalls Bestandteil. Aufgrund von Funktionen zur Massenbearbeitung ermöglicht SAGis XPlanung laut NTI auch eine effiziente Verarbeitung großer Datenmengen. Wichtig ist auch die Flexibilität. Aufgrund der offenen Architektur kann SAGis XPlanung in bestehende Datenbanken und kommunale GIS-Infrastrukturen integriert werden. Es gibt zudem eine Schnittstelle zur Cloud-Plattform XPlanung24, über die Bauleitpläne zwischen der Desktop-Bearbeitung in QGIS und der webbasier- ten Bereitstellung bzw. Verwaltung ausgetauscht werden können.
Mit SAGis KI Bestandspläne digitalisieren
Aufgrund der langen Historie der Bauleitplanung liegen viele Pläne noch in analoger Form als Kartenwerke vor oder sind als PDFs eingescannt. Diesen Bestand zu digitalisieren und XPlanungs-konform neu aufzubereiten, ist eine wichtige und arbeitsintensive Aufgabe. An dieser Stelle hat NTI eine neue, innovative Anwendung vorgestellt. Seit diesem Jahr bietet NTI mit SAGis KI eine KI-gestützte Dienstleistung zur Digitalisierung bestehender Bebauungspläne an. Mithilfe dieser Anwendung, die auf einer Forschungsarbeit der TU Berlin basiert, können flächenhafte Planinhalte erkannt, vektorisiert und den Objektarten von XPlanung zugeordnet werden. Die Erkennung erfolgt automatisch, wodurch sich eine deutliche Zeitersparnis ergibt. „Die in den Karten enthaltenen Informationen werden in hoher Qualität transformiert und anschließend durch unsere Experten geprüft“, beschreibt Wilhelm. Im Markt gibt es bereits erste Ansätze für die KI-basierte Transformation von Bestandsplänen, doch NTI ist das erste Unternehmen, das eine fertige Anwendung anbietet. Aufgrund der hohen Anforderungen der KI an die Rechenleistung läuft die Anwendung auf NTI-eigenen Servern, weshalb SAGis KI als Dienstleistung angeboten wird. Mit jedem weiteren Projekt soll sich die Erkennungsleistung sukzessive verbessern. „Aufgrund des hohen Arbeitsumfangs, vor dem die Kommunen in der Regel stehen, ist das Interesse und der Bedarf an der automatisierten Lösung immens“, sagt Wilhelm. In Kombination mit SAGis XPlanung bietet SAGis KI demnach einen durchgängigen Workflow.
