Mit einer XPlan-Erweiterung der VC Map ermöglicht es Virtual City Systems, Planungsdaten im städtebaulichen Kontext zu visualisieren und zu analysieren.
Wie entsteht aus digitalisierten Bebauungs- plänen ein konkreter Mehrwert für die Stadtplanung? Mit dieser Frage wandte sich der Landkreis Kleve an Virtual City Systems (VCS). Ziel war es, die vorhandenen XPlanungsdaten in einer 2D-Darstellung bereitzustellen. Schnell zeigte sich jedoch, dass die Daten zusätzlich im Digitalen Zwilling in 3D analysierbar sein sollten, um Bau- und Entwicklungspotenziale schneller zu erkennen und Planungsprozesse besser zu unterstützen. Aus diesen Entwicklungen entstand VC XPlan, die XPlan-Erweiterung von VCS für die VC Map.
Das Beispiel aus Kleve zeigt, was viele Kommunen beschäftigt. Mit der geplanten Novelle des Baugesetzbuchs gewinnt die digitale Bauleitplanung weiter an Bedeutung. XPlanung etabliert sich als verbindlicher Standard. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt oft erst nach der Digitalisierung: Wie lassen sich die Daten so nutzen, dass daraus konkrete Mehrwerte für Planung und Entscheidungsfindung entstehen?
Vom Datenaustausch zur räumlichen Analyse
Bebauungspläne liegen häufig als PDF-Dokumente oder Rasterkarten vor. XPlanung schafft die Grundlage, planungsrechtliche Festsetzungen strukturiert bereitzustellen. Im Digitalen Zwilling werden die Daten direkt im 3D-Stadtmodell nutzbar. Festsetzungen, Baufelder, Geschosszahlen oder Höhenvorgaben lassen sich gemeinsam mit Bestandsdaten, Fachinformationen und städtebaulichen Entwürfen auswerten. „Räumliche Zusammenhänge und Auswirkungen geplanter Entwicklungen werden dadurch leichter verständlich. Verwaltung, Politik, Projektentwicklung und Öffentlichkeit greifen auf dieselbe Informationsgrundlage zu, was die Abstimmung erleichtert“, sagt Dr. Claus Nagel, Geschäftsführer und CTO bei VCS.

VC XPlan bringt XPlanungsdaten in den Digitalen Zwilling: Planungsrechtliche Festsetzungen, Baufenster und 3D-Entwürfe werden in einem gemeinsamen Modell zusammengeführt und räumlich analysierbar. Foto: Virtual City Systems
Direkte Verbindung zwischen Fachplanung und 2D-/3D-Visualisierung
Der eigentliche Mehrwert entsteht, so VCS, jedoch im Zusammenspiel mit den Planungs- und Analysewerkzeugen der VC Suite. Mit dem VC Planner lassen sich Entwurfsvarianten im Planungszwilling erstellen, bearbeiten und veröffentlichen. Gebäude, Freianlagen oder städtebauliche Konzepte entstehen unmittelbar im Kontext der geltenden Festsetzungen. „So wächst aus Planungsdaten eine durchgängige digitale Arbeitsumgebung für Analyse, Planung und Bewertung“, so Nagel.
Planungsrecht, Klima und Energie gemeinsam betrachten
Stadtplanung ist heutzutage sehr anspruchsvoll. Sie muss deutlich mehr leisten als die Prüfung planungsrechtlicher Vorgaben. Es gilt, Themen wie Klimaanpassung, Energiewende, Hitzevorsorge oder Regenwassermanagement zu berücksichtigen. Sie sind längst fester Bestandteil kommunaler Planungsprozesse. Durch die Integration von VC Solar lassen sich Solarpotenzia- le sowohl für Bestandsgebäude als auch für geplante Vorhaben und Varianten bereits während der Planung analysieren. „Energieerträge, CO₂-Einsparungen und die Folgen unterschiedlicher Bebauungskonzepte werden früh sichtbar. Entscheidungen können so auf einer fundierten Datengrundlage getroffen werden, lange bevor ein Projekt umgesetzt wird“, beschreibt Nagel. Ergänzend ermöglichen Klimasimulationen die Analyse von Temperaturverteilungen, Kaltluftströmungen und weiteren klimaökologischen Kennwerten. In Kombination mit XPlanungsdaten, Planungsvarianten und Fachlayern lassen sich die Auswirkungen unterschiedlicher Entwicklungsoptionen auf das Stadtklima mit der VC Map frühzeitig bewerten. Damit wird schnell sichtbar, welche Variante zulässig ist und welche Auswirkungen sie auf das Stadtklima hat. Kommunen erhalten eine fundierte Grundlage für nachhaltige und zukunftsfähige Entscheidungen.
Schnellere Planungsprozesse und bessere Entscheidungen
Mit den Lösungen von VCS werden Planungsrecht, Entwurfsvarianten, Klima- und Energieanalysen im Digitalen Zwilling in einem gemeinsamen räumlichen Kontext zusammengeführt. Dadurch stehen alle relevanten Informationen für die Planung an einem Ort zur Verfügung.
Baupotenziale lassen sich schneller identifizieren, Entwicklungsoptionen früher bewerten und klimatische Auswirkungen bereits in frühen Planungsphasen erkennen. Abstimmungsprozesse werden effizienter, Entscheidungen nachvollziehbarer und Planungsverfahren insgesamt schneller. Auch die Kommunikation profitiert davon.
Mit der VC Story lassen sich XPlanungsdaten, Planungsvarianten und räumliche Zusammenhänge verständlich aufbereiten und für verschiedene Zielgruppen wie Fachanwender:innen und Bürger:innen interaktiv vermitteln. Die VC Story ist die Präsentations- und Kommunikationsebene von Virtual City Systems für Inhalte aus dem Digitalen Zwilling. Sie macht nachvollziehbar, was geplant ist, welche Auswirkungen unterschiedliche Varianten haben und wie sich neue Bauvorhaben in ihr Umfeld einfügen.
„XPlanung entfaltet ihren eigentlichen Wert nicht beim Datenaustausch, sondern in der Anwendung. Erst die Verknüpfung mit Planung, Analyse und Simulation im Urbanen Digitalen Zwilling macht aus Planungsdaten eine Grundlage für schnellere Entscheidungen, wirksamere Klimaanpassung und eine zukunftsfähige Stadtentwicklung“, so Nagel.
Praxisbeispiel: XPlanung im Digitalen Zwilling
Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg zeigt in einer interaktiven VC Story, wie XPlanung im Projekt Smart Villages eingesetzt wird. Die VC Story macht erlebbar, wie XPlanungsdaten im Urbanen Digitalen Zwilling visualisiert, analysiert und für Planungsprozesse nutzbar gemacht werden. https://3dweb.lgl-bw.de/3D/SmartVillages-XPlanung/
